Amazon Instant Video

Filme und Serien ohne Ende? Der Praxistest

Gesponsorter Beitrag

25. September 2014 • 11:22 Uhr

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Was bietet Amazon Instant Video? (Foto: Amazon)

Alle Welt redet aktuell vom Netflix-Start in Deutschland. Dabei erhalten Amazon Prime-Kunden doch einen gar nicht mal uninteressanten und ähnlich gearteten Video-Streamingdienst quasi „on top“. Die neueste Version von Amazon Instant Video bietet sogar mehr, als es vielleicht den Anschein hat. Ein Praxistest.

Sechs Monate in Deutschland

Ich muss zugeben, dass ich das erste Mal Amazon Instant Video kurz nach dem offiziellen Start in Deutschland kurz ausprobierte und ernüchtert war. Ein winziges Sortiment, ständige Abbrüche beim Streamen und das Gefühl, einfach kaum etwas geboten zu bekommen, ließen mich schnell vergessen, dass der Händler hier einen Konkurrenten zu Watchever, Maxdome und neuerdings auch Netflix im Angebot hat. Seitdem sind allerdings über sechs Monate vergangen. Eine zweite Chance wollte ich Amazon Instant Video noch einmal geben. Und Tatsache: Mittlerweile hat sich einiges getan.

Auf der Wii U beispielsweise werden X-Ray und die 2nd-Screen-Funktion unterstützt. Konkret bedeutet dies: Schaut ihr euch einen Film oder eine Serie an, werden auf dem Controller auf Wunsch zusätzliche Informationen dargestellt. Diese stammen von IMDB. Mehrere Audio-Spuren (Multiple Track Audio) mitsamt der Wahl der gewünschten Sprache werden offiziellen Aussagen zufolge in Kürze unterstützt, FSK18-Inhalte stehen ebenfalls für Xbox One und Xbox 360 zur Verfügung.

Endlich (!) könnt ihr Amazon Instant Video unter Android verwenden. Nach etlichen Verzögerungen und Verschiebungen erschien die dazugehörige App vor einiger Zeit. Ohnehin ist die Unterstützung groß: Neben den besagten Microsoft-Konsolen könnt ihr den Streamingservice auch auf PlayStation 3, PlayStation 3, Wii, Wii U, SmartTVs von Samsung, Sony und LG, Set-Top-Boxen von Sony und Samsung sowie auf allen Amazon-eigenen Geräten (Kindle Fire HD, Kindle Fire HDX, Fire Phone, bald Fire TV) und iPhone bzw. iPad verwenden. Persönlich hätte ich mir noch Apple TV gewünscht, aber davon ist derzeit keine Rede. Schade.

Ein reichhaltiges Angebot, wenn dieses dem eigenen Geschmack entspricht.
Ein reichhaltiges Angebot, wenn dieses dem eigenen Geschmack entspricht.

Amazons aktuelle Film- und Serienhighlights sind unter anderem die Eigenproduktionen und exklusiven Angebote, darunter „Betas“, „Tumble Leaf“, „Blackbox“, „Vikings“, „World War Z“, „Dark Knight Rises“, „Ted“, „Despicable Me“, Homeland“, Creative Galaxy“ oder „Alpha House“. Wie auch bei einigen Mitbewerbern gibt’s hier ebenfalls „How I Met Your Mother“, „Two And A Half Men“, „Big Bang Theory“, „Califonication“, „Vampire Diaries“, „New Girl“, „Dexter“, Breaking Bad“ und wohl bald neue Staffeln von “Scandal”, “Weeds” oder “Revenge”. Eine Liste aller Filme und Serien findet ihr direkt bei Amazon. In jedem Fall ist man sichtlich bemüht, das Sortiment aktuell zu halten und kontinuierlich zu vergrößern. Vor allem dann, wenn ihr sporadisch mal schaut und nicht die eierlegende Wollmilchsau erwartet (die es in Deutschland aufgrund der Rechteproblematik eh nicht geben kann), seid ihr hier gar nicht mal so schlecht beraten. Es kommt selbstverständlich auf euren persönlichen Geschmack an.

Die Preise

Prime-Kunden bekommen das Streaming-Angebot quasi geschenkt. (Foto: Amazon)
Prime-Kunden bekommen das Streaming-Angebot quasi geschenkt. (Foto: Amazon)

Auch hier muss ich sagen, dass die Preisgestaltung keine schlechte ist. Möchtet ihr euch nicht an jährliche Verträge binden, zahlt ihr 7,99 Euro pro Monat für Prime Instant Video. Jeden Monat dürft ihr kündigen – wie bei den Mitbewerbern auch. Bestellt ihr ohnehin regelmäßig bei Amazon, dürfte Amazon Prime für euch die bessere Wahl sein. Für 49 Euro im Jahr erhaltet ihr nicht nur versandkostenfreie Lieferungen für alle als Prime deklarierten Produkte, sondern Instant Video oben drauf. In diesem Preis inbegriffen sind zudem zahllose eBooks für den Kindle, sofern ihr diese benötigt. Hin und wieder locken auch weitere Offerten: Den Fire TV-Player gab es beispielsweise für Prime-Kunden zum halben Preis (49 Euro statt 99 Euro) für kurze Zeit. Reizvoll.

Und mal ehrlich: Ihr kauft bei Amazon Instant Video keine Katze im Sack. Zum einen könnt ihr den Service 30 Tage kostenfrei und unverbindlich ausprobieren, die Kündigung ist jederzeit bequem auf der extra eingerichteten Webseite möglich. Zum anderen stellt Amazon das komplette Sortiment online zur Verfügung, ihr dürft vor Abschluss eines Vertrages also in Ruhe stöbern und entscheiden, ob euch die Filme und Serien ansprechen. Ein Netflix bekommt das nicht hin.

Um etwas aufzuklären: Amazon Instant Video ist der Komplett-Dienst, der sich zum einen aus Prime Instant Video zusammensetzt. Das sind Filme und Serien, die ihr für den monatlichen Betrag kostenlos gucken dürft – in SD oder HD, abhängig vom vorhandenen Material. Zum anderen bietet Amazon noch viele weitere Kinofilm-Blockbuster und TV-Reihen an, für die ihr reguläre Preise zahlt – zwischen 99 Cent und 4 Euro pro Film zum Beispiel. Es ist also eine Mischung aus Online Videothek und Abo-Streamingdienst, was vielleicht auf den ersten Blick etwas verwirrend erscheint und häufiger die Frage aufkommen lässt, wieso man das eine gratis, das andere aber nicht kostenlos sehen darf. Eine klarere Trennung wäre hier womöglich sinnvoll gewesen.

Übrigens gehört zu dem Amazon Video Service noch Lovefilm: Für 7,99 Euro könnt ihr euch ganz klassisch Blu-rays und DVDs nach Hause liefern lassen.

In der Praxis

Genug der grauen Theorie. Ich installierte die neuen Apps von Amazon Instant Video auf meiner PS3, der PS4, der Wii U, der Xbox 360 und auf einem Samsung Galaxy S3 (Android 4.3) sowie auf meinem iPhone 5. Vorweg sei gesagt: Maximal zwei Streams können gleichzeitig auf unterschiedlichen Geräten gestartet werden. Das ist in meinen Augen okay für einen normalen Haushalt. Wer möchte, kann schließlich auch unterwegs auf dem Smartphone Kinohits erleben, während beispielsweise der Partner oder gar der Nachwuchs daheim am großen HDTV etwas gänzlich anderes sieht. Amazon bietet allerdings keine Option an, mehrere Streams parallel mit einem Account verwenden zu können, sollte der Bedarf bestehen.

Zuerst entschied ich mich für die iOS-Fassung, die mir – und das möchte ich schon vorweg nehmen – am wenigsten zusagt. Chromecast und ein vernünftiges Airplay-Streaming zum Apple TV funktionieren nicht, HD-Auflösung wird gegenwärtig auch nicht unterstützt. Hier ist echt noch sehr viel Luft nach oben. Für das eigentliche Streamen auf das Smartphone (oder iPad) ist die App in jedem Fall ausreichend. Dennoch vermisse ich unter anderem einen Offline-Modus und Komfortfunktionen, die andere Streamingdienste offenbar als Selbstverständlichkeit ansehen. Ähnlich ernüchternd ist die Android-Fassung: Ihr ladet euch die neueste Amazon-App via Google Play herunter, aus dieser heraus müsst ihr euch die Video-App separat downloaden und installieren. Das ist aufwändig und ihr seid so auf gewisse Weise gezwungen, Amazons App-Store zu verwenden. Wie unter iOS nerven ähnliche Makel: Chromecast wird nicht unterstützt, Tablets werden nicht ausgenutzt, Untertitel fehlen und HD sowie eine bequeme Sprachauswahl sind Fehlanzeige. Es ist nicht wirklich überzeugend, wie Amazon hier die mobilen Nutzer vernachlässigt. Es wäre besser, würde der Händler seine Kindle Fire HD-App von Amazon Instant Video für reguläre Androiden umsetzen, statt Kunden mit einer eigenen, nicht zufriedenstellenden App zu belästigen.

Anders sieht es aus, entscheidet ihr euch dafür, Amazon Instant Video auf einer stationären Konsole zu verwenden. Auch wenn ich kein großer Freund der Benutzeroberfläche der Wii U bin, gefällt mir dort Amazons Streamingangebot sehr gut – unter anderem durch das Second-Screen-Element. Doch auch auf der PlayStation 3 und PlayStation 4 gibt es an sich keinen Grund zur ernsthaften Klage. Die Apps könnten generell etwas flotter starten, sonst aber funktioniert die Navigation fein und nennenswerte Schwächen beim Streamen konnte ich auch nicht feststellen. Gleiches gilt für die Xbox 360-Fassung. Schön sind die kleinen Details: Startet auf der PS4 eine Serie und schaut sie später auf dem PC im Browser oder auf dem Smartphone an der gestoppten Stelle weiter. So sollte es sein, und schnell wird dies zu einer Selbstverständlichkeit für den Alltag.

Auf der PS4 klappt es gut. (Foto: Amazon)
Auf der PS4 klappt es gut. (Foto: Amazon)

Bezogen auf den Komfort würde ich eine flottere Suchfunktion wünschen. Und ich fände es schöner, würde die Trennung zwischen „kostenlos“ bzw. im Preis inbegriffen und kostenpflichtig strikter und offensichtlicher sein. Amazon hat generell noch einige Baustellen, um die Software auf sämtlichen Plattformen zu verfeinern. Es sei betont: Auf den stationären Konsolen, wo ich Amazon Instant Video ausprobierte, ist das Gefühl ein gutes. Ihr werdet also soweit zufrieden sein. Zugleich sehe ich da noch ungenutztes Potential, was hoffentlich in Zukunft ausgeschöpft wird. Es dürfte auch nötig sein, denn die Konkurrenz schläft bekanntlich nicht.

Fazit: Besser als sein Ruf

Die Mobile-App sollte noch überarbeitet werden. (Foto: Amazon)
Die Mobile-App sollte noch überarbeitet werden. (Foto: Amazon)

Ja, ich nörgle über die mobilen Apps und bin der Auffassung, dass Amazon Instant Video noch nicht in jedem Bereich zufriedenstellt. Gerade die mangelnde, sichtlich fehlerbehaftete Unterstützung von Chromecast und Apple TV sollte baldmöglichst der Vergangenheit angehören. Am wohlsten fühlt sich der Service offenbar im Amazon-eigenen Mikrokosmos – auf den Fire HD-Tablets, dem Fire Phone, dem Fire TV. Das ist nachvollziehbar, aber eben auch ein Kritikpunkt. Denn wenn ich mich für Amazon Prime entscheide und pro Jahr 49 Euro zahle, erwarte ich auch, dass ich die Angebote zu voller Zufriedenheit nutzen kann. Am besten ist das Film- und Serienerlebnis auf Wii U und den anderen aktuellen Konsolen – zumindest während meiner Tests. Das Angebot ist ganz klar eine Frage des Geschmacks, ich finde es auf jeden Fall besser als der bisher verbreitete Ruf. Rein quantitativ muss sich Amazon Instant Video nicht vor den Mitbewerbern verstecken – besonders dann nicht, wenn ihr nicht jeden Tag zwei, drei Stunden Filme und Serien in rauen Mengen gucken wollt. Wenn’s Prime Instant Video als Amazon Prime-Kunde oben drauf gibt, kann man echt nicht klagen und besagte 49 Euro sind wahrlich kein übles Angebot. Ob sich dagegen einzeln die 7,99 Euro pro Monat lohnen, das solltet ihr selbst entscheiden.

Am besten ist es, wenn ihr euch das Portfolio vorher in Ruhe anschaut oder es 30 Tage gratis ausprobiert. Seid ihr zufrieden, dann spricht nichts gegen Amazons Glotz-Archiv.

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3 Kommentare

  1. Matthias am

    Also ich nutzte Amazon Instand Video sehr oft und sehr gerne – auf PC, PS3 und Kindle. Und kann eigentlich keine großartigen Probleme damit vermelden. Außerdem finde ich die Auswahl recht gut – gerade auch, was TV-Serien betrifft. Ich arbeite mich aktuell z.B. durch sämtliche Staffeln Breaking Bad! :)

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    • Ich benutze es gerade auf der PS3 bzw. PS4 (wobei ich für die PS3 ne Fernbedienung hab, da ist das schon bequemer) aktiv. Auf iOS und meinem Androiden hat es mir aber nicht gefallen, da hast du mit deinem Kindle ganz klar nen Vorteil. Aber ich sag ja – Amazon ist echt besser als der Ruf. Alle reden aktuell von Netflix, dabei haben die nüchtern betrachtet ein ziemlich keines Angebot….

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  2. Bei uns läuft es hauptsächlich über die Xbox One und bin auch voll zu frieden. Nur über die Wii U war zumindest bei uns die Auflösung nicht wirklich gut.
    Die Fire Tv ist bestellt aber zu spät. Heißt, bekomme ich erst Anfang Dezember. Aber bei 49.- Euro ist das auch nicht weiter tragisch.
    Klar baut sich Amazon damit nur weiter seine Position aus, aber solange alles stimmig ist, wäre da ja auch nichts gegen ein zu wenden.
    Netflix ist mir jetzt zu Anfang ein wenig zu unübersichtlich, oder besser zu undurchschaubar.

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