Apple

Begeistere mich doch mal wieder!

6. Juni 2017 • 14:49 Uhr

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Apple nähert sich langsam VR an. Na, und? (Foto: Apple)

Hach, Apple. Was ist denn los? Statt mal wieder neue Akzente in der Branche zu setzen, hechelst du Trends hinterher. Deine Produkte sind nach wie vor schön. Kreativ sind allerdings die Konkurrenten, nicht du!

Es ist schon beachtlich, was Apple auf der Entwicklerkonferenz WWDC 2017 vorstellte. Neues iPad Pro, einen smarten, intelligenten Sprachassistenten in Form eines Lautsprecher namens HomePod, aktuelle Modelle vom iMac, iMac Pro und MacBook sowie MacBook Pro. Für Entwickler bzw. Anwender spannend: Viele Verbesserungen kommen mit iOS 11, watchOS 4 und macOS High Sierra. Ein überarbeiteter AppStore und zaghafte Vorstöße in VR bzw. AR – immerhin! Objektiv ist das alles interessant, gut, prima, eine sinnvolle Produktpflege. Nur ich bin enttäuscht. Und das nicht erst seit der diesjährigen WWDC.

Die Konkurrenz war schneller. Viel schneller. (Foto: Apple)
Die Konkurrenz war schneller. Viel schneller. (Foto: Apple)

Apple fehlt der Mut!

Die Entwicklerkonferenz offenbart einmal mehr, dass Apple für meinen Geschmack einfach der Mut zu völlig neuen Ideen fehlt. Während andere Konzerne regelrecht vorpreschen und sogar neue Produktkategorien etablieren, warten die Entscheider in Cupertino ab. Sie beobachten den Markt, das sich verändernde Konsumverhalten und reagieren erst dann, wenn die großen Mitbewerber längst ihre Visionen in den Handel gebracht haben. Mal ehrlich: HomePod als smarter Speaker mit Siri-Unterstützung für digitale Assistent-Funktionen? Gibt es dank Amazon Echo, Google Home und so gesehen auch Sonos seit teils zwei Jahren (Echo erschien in den USA am 23. Juni 2015). 349 US-Dollar für HomePod klingen überaus hoch, eben weil die bereits erhältlichen Alternativen sehr viel günstiger sind. Und davon abgesehen: Erst 2018 ist mit einer Veröffentlichung in hiesigen Gefilden zu rechnen. Wieso lässt sich Apple soooooo viel Zeit?

Zeit. Das führt mich zu dem nächsten Punkt: Der 27-Zoll-iMac dürfte der erste Apple-Rechner sein, der für Virtual Reality geeignet ist. Auch das 5000-US-Dollar-Monstrum iMac Pro ist gewiss ein hervorragender Computer, um VR-Inhalte zu erstellen. Das MacBook lässt sich dank Thunderbolt-Anschluss mit externen Grafikkarten für VR aufwerten. Durch SteamVR-Unterstützung soll beispielsweise die HTC Vive mit macOS funktionieren. Für Programmierer relevant: Apples Grafik-Schnittstelle Metal 2 setzt erstmals auf VR, die Unreal- und Unity- Engines ermöglichen neuerdings das Erstellen von VR-Software auf Macs. Final Cut Pro X verspricht ferner das Bearbeiten von 360-Grad-Videos. Aber machen wir uns da nichts vor: Auf der Windows-Plattform ist das alles schon lange möglich und zum Teil eine Selbstverständlichkeit. Ich probierte bereits vor über zwei Jahren VR-Brillen aus, seit 2016 sind diese im großen Stil erhältlich. Und bei Apple? Wartete man ab, ignorierte doch ziemlich lange den Hype und zieht jetzt erst sehr zögerlich nach – da VR gerade im Business-Sektor zu einem wichtigen Element wird.

HTC Vive funktioniert bald unter macOS. (Foto: HTC)
HTC Vive funktioniert bald unter macOS. (Foto: HTC)

Und das neue iPad Pro? Noch mehr Leistung, ein besseres Display und eine präzisere Verwendung des Apple Pencils. Ein echtes Arbeitstier auf kleinstem Raum, quasi ein Mini-Mac mit iOS. Trotzdem schaute man sich hier meiner Auffassung nach viel von Microsofts Surface ab. So schick die Pro-Geräte sind, die Preise sind schon sehr heftig…

Augmented-Reality für Millionen iPhones

Als Apple damals das iPhone und später das iPad präsentierte, war ich baff und begeistert. Das „WILL-ICH-SOFORT-HABEN“-Gefühl entsteht bei mir schon seit einiger Zeit nicht mehr. Eben weil es an frischen, mutigen, gerne auch riskanten Produktideen und Erfindungen mangelt. Jetzt bedient man die Fans, Kenner und sicher auch diejenigen, die den Qualitätsanspruch Apples schätzen. Das halte ich für richtig und wichtig. Es ist klasse, wie iOS und macOS verbessert und optimiert werden. Und es blitzen ja weitere Bestrebungen auf. Dank ARKit erhalten mit iOS 11 zig Millionen iPhone- und iPad- Geräte (ab iPhone 5S) Augmented-Reality-Features spendiert. Auch in diesem Bereich möchte Apple mitmischen. Keine neue Akzente und keine eigenen Visionen, aber wenigstens nicht der Letzte, der auf den nächsten „Hypetrain“ aufspringt.

iOS 11 bringt AR auf Millionen Smartphones und Tablets. (Foto: Apple)
iOS 11 bringt AR auf Millionen Smartphones und Tablets. (Foto: Apple)

Versteht mich nicht falsch: Ich will Apple nicht verteufeln. Ich kann nachvollziehen, wieso der Riese so langsam agiert. Nur er wird damit zunehmend langweilig für potentielle Käufer. Die Konkurrenz ist nicht nur schneller, sondern oftmals keineswegs schlecht(er). Wieso sollte ich dann auf eine Lösung von Apple warten? Zwei Jahre und mehr? Meine kleine Hoffnung ist es, dass Apple endlich mal wieder vorprescht und mich gefangen nimmt. Mit kreativen Angeboten und „Spielzeug“, das mich wieder staunen und ohne zu zögern den Geldbeutel schwingen lässt. Vielleicht spüre ich dann auch wieder die Leidenschaft für die eigenen Produkte? Das wäre schön…

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Hach, Apple. Was ist denn los? Statt mal wieder neue Akzente in der Branche zu setzen, hechelst du Trends hinterher. Deine Produkte sind nach wie vor schön. Kreativ sind allerdings die Konkurrenten, nicht du!
Sven Wernicke
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Über Sven

Sven fasziniert seit über 20 Jahren das Spielen in jeder Form. Egal ob Videospiel oder die dazugehörige Konsole - Hauptsache, es blinkt, macht Geräusche und unterhält. Und vor allem sind es Gadgets, die ihn in den Bann gezogen haben. Vom asiatischen Handheld-Klon bis hin zum lebendig anmutenden Roboter - es gibt halt so viele tolle Sachen. Ihr findet den Autor unter anderem auch bei Google+ oder Facebook.


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Zuletzt aktualisiert: 14:50 Uhr

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