Battroborg

Das Roboter-Kampfspektakel von Tomy im Praxistest

11. September 2013 • 9:10 Uhr

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Im Kampf. (Foto: GamingGadgets.de)

Bereits seit einem Jahr sind die Battroborg in Japan erhältlich, Tomy bringt diese Kampfroboter jetzt auch nach Deutschland. Zum Preis von knapp 90 Euro erhaltet ihr zwei witzig aussehende Mini-Mechs sowie eine große Arena. Das klingt nach launigem Spaß im Kinder- und Wohnzimmer? Tja, schon. Wieso der Kauf nur in Maßen lohnt, das verrät der Praxistest.

Los geht’s? Fast!

Ein Blick auf die Uhr machte es nachträglich deutlich: Das Aufbauen der Battroborg-Anlage zum Loslegen dauerte fast 15 Minuten. Alle Einzelteile aus der unangenehmen Plastikpackung holen, sortieren, sich orientieren und schauen, wozu die einzelnen Komponenten dienen – das benötigte eben seine Zeit. Neben den zwei glücklicherweise schon komplett zusammengesetzten Robotern erhaltet ihr besagte Arena, die noch mit Pfosten und Seilen begrenzt wird. Zusätzlich findet ihr in der Verpackung vier Papp-Roboter für den Trainingsmodus und allerlei Aufkleber zum Individualisieren der Maschinen oder dem Austragungsort des anstehenden Gefechts. Glaubt aber nicht, alles sei komplett selbsterklärend. Ein Blick in das siebensprachige Handbuch ist jedoch kein Vergnügen: Die Schrift ist viel zu klein und auch mit Sehhilfe schlecht lesbar. Das ist nicht gerade einsteigerfreundlich, vor allem nicht für jüngere  Spieler, die schnellstmöglich loslegen wollen.

Es werden acht AA-Batterien benötigt, die nicht dem Lieferumfang beiliegen? Okay, verschmerzbar. Nur wird auch noch ein Schraubenzieher verlangt, mit dem die Fernbedienungen für die Roboter aufgeschraubt werden müssen?! Unkomfortabler geht’s kaum! Was haben sich die Macher bei Tomy hier gedacht? Das soll ein Spielzeug für Kinder ab 6 Jahren sein!

Und nu?

Die zwei Roboter - Protagonisten von Battroborg. (Foto: GamingGadgets.de)
Die zwei Roboter – Protagonisten von Battroborg. (Foto: GamingGadgets.de)

Ist diese zugegeben nicht gerade erfreuliche Hürde genommen, kann der Spaß beginnen? Nun, fast! Zuerst einmal müssen die Controller mit den namensgebenden Battroborgs gekoppelt werden, was mittels Schalter an den Eingabegeräten und Drücken der Roboter-Köpfe erfolgt. Soweit kein Problem, aufwändiger ist das Auswählen der Spielmodi. Beispielsweise könnt ihr einen Kämpfer in den Automatik-Modus schalten und somit alleine gegen die „KI“ antreten. Alternativ wählt ihr ein normales Match aus, bei dem ihr den Feind so lange schlagt, bis er KO geht. Signalisiert wird die Anzahl der Treffer durch eine LED an jedem der kleinen Kerle. Und da ist noch der Fangmodus, der erst dann richtig Sinn ergibt, wenn ihr zwei weitere Roboter erworben habt. Zu viert könnte es neckisch sein, sich gegenseitig zu jagen. Ferner seid ihr noch in der Lage, Modi für eure eigenen Ansprüche abzuwandeln, zum Beispiel Gegner aus der Arena zu schubsen. Dennoch: Die Menü-Auswahl ist wenig komfortabel, nervig und nicht gerade der Freude förderlich. Bei unseren Tests kam es auch mal vor, dass ein Controller mit beiden Robotern gepaart wurde, also beide gleichzeitig kontrolliert wurden. Seltsam. Und: So etwas darf nicht passieren.

Jetzt aber!

Ist alles nach geraumer Probierzeit eingestellt, kann es losgehen. Dank integrierter Bewegungssensoren in dem Controller, der dezent an eine Wiimote mit Nunchuck erinnert, rüttelt man an diesem am besten mit Geschick. Links und rechts führen zum einen zu ruckartigen Fahrten des Roboters, zum anderen boxt dieser mit seinen putzigen Fäusten. In der Regel ist das Verhalten abhängig von der eigenen Intensität und Geschwindigkeit, nur wenige Taktiken lässt Battroborg zu. Vielmehr ist das eine chaotische, hektische und – ja endlich – spaßige Fuchtelei, die euch für einige Zeit unterhält. Vielleicht, bis der fast leere Akku nach spätestens 20 Minuten für schräge Fehler beim Verhalten der Roboter sorgt. Dann heißt es: Battroborg in die Remote stecken und warten, bis sich der Akku gefüllt hat. Die AA-Batterien versorgen also die Fighter mit Saft. Wozu auch ein richtiges Ladegerät oder gar eine geeignete Station mitliefern? Zugegeben – das ist wohl nicht einmal zwingend erforderlich.

Nicht unerwähnt bleiben sollte die generelle Verarbeitung. Während die Plastikroboter mit ihren Motoren und den LEDs noch etwas hermachen, wirkt die Arena nur billig. So richtig Lust macht die nicht, da noch bunte Aufkleber draufzukleben – hübscher wird dieses riesige Stück Plastik dadurch ganz sicher nicht. Allgemein wirkt das Gebotene nicht sonderlich wertig, gerade wenn ihr im Hinterkopf habt, dass Tomy für das Spielzeug knapp 90 Euro verlangt.

Fazit: Kurzer Spaß

Ist schon ganz amüsant, aber... (Foto: GamingGadgets.de)
Ist schon ganz amüsant, aber… (Foto: GamingGadgets.de)

Der Preis ist der Knackpunkt bei Battroborg. Zu teuer ist der Plastikberg, der sich nach dem Auspacken und Aufbauen offenbart. Keine Frage – das Kämpfen mit dem fleißigen Rütteln und Schütteln kann sehr amüsant und gerade für Kids lustig sein. Doch viel zu schnell ist die Luft raus. Allein das Umstellen der Modi und das Aufladen sowie Wechseln der Batterien – das hat nichts mit intuitiver Bedienung zu tun. Oben drauf erhalten Käufer ein wenig attraktives Handbuch, das den mangelnden Komfort in kaum erkennbarer Schrift erklärt. Sicherlich ist dieser Aspekt Erbsenzählerei, nur sind die Battroborgs nun einmal nicht selbsterklärend, was ich von einem Familienspielzeug wie diesem erwartet hätte.

Am Schluss kann das Fazit nur lauten: Die Idee ist klasse, für ein gelegentliches Match ist Battroborg geeignet. Doch nicht zu diesem Preis. Wenn es mal unter die 50 Euro rutscht, dann könnt ihr über eine Anschaffung nachdenken. Mehr als ein kurzzeitiger Gag ist das Werk leider nicht.

Das Battroborg-Paket, bestehend aus Arena und zwei Robotern samt Bewegungssteuerung, erscheint im September zum Preis von 89,99 Euro. Weitere Roboter für größere Schlachten kosten an die 35 Euro.

Ein Dankeschön geht an dieser Stelle an Chris von Kleinstadtgedanken. Er musste schließlich mitspielen…

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