Car Hacking

Mit Gamepads Autos steuern

29. Juli 2013 • 11:39 Uhr

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Würdet ihr euer Auto mit einem NES-Controller steuern? (Foto: BBC)

Autos hacken – das klingt vielleicht spektakulärer, als es gegenwärtig ist. Aber bereits vor einigen Jahren wurde über die potentielle Gefahr gesprochen, moderne Fahrzeuge mittels Computer zu verändern. Der Ansatz hierbei: Den Diagnose-Port, welchen Werkstätten zum Auslesen von Fehlern verwenden, dient als Anschluss für Hacker, die mit eigenes entwickelter Software Daten auswerten oder gar das „Gehirn“ des Vehikels kontrollieren. Und was hat das mit Spielen zu tun?

Zwei US-amerikanische Sicherheitsexperten demonstrierten gegenüber der BBC ein fast schon witzig anmutendes Experiment: Sie schlossen an einen Ford Escape und einen Toyota Prius ein eigens gebasteltes Kabel an besagten Diagnose-Port an, um so Daten zu den integrierten Computernetzwerken der Wagen schicken zu können. Innerhalb kürzester Zeit waren sie in der Lage, mit einem alten NES-Gamepad die Autos zu steuern. Ob sie sich damit auch auf die Autobahn gewagt haben? Vermutlich nicht – die Leichtigkeit aber macht misstrauisch und könnte Hobbybastler dazu anregen, selbst aktiv zu werden und damit wohl bei fehlendem Wissen eine Gefahr für den Straßenverkehr zu werden. Den zwei Profis zufolge sei der Aufwand aber, gerade zu Beginn, recht hoch und kostenintensiv.

Hersteller wie Toyota bezeichnen das Eingreifen in die Betriebssoftware ihrer Autos nicht automatisch als „Hacken“, schließlich ist ein Manipulieren nur dann möglich, wenn man Maßnahmen direkt in der Nähe des Armaturenbretts oder des Motors vornimmt (abhängig vom Modell etc.). Eine Fernsteuerung ist also nicht denkbar, aber technisch keinesfalls ausgeschlossen – auch in Anbetracht der Tatsache, dass sich die Möglichkeiten moderner Fahrzeuge schnell entwickelt. Man denke hier an selbständig agierende Einparkhilfen, , Smartphone-Technik für die Navigation, permanente Verbindung zum Internet und dergleichen.

Klobiger Schalthebel, aber dafür mich Vibration ausgestattet. (Foto: Wired)
Klobiger Schalthebel, aber dafür mich Vibration ausgestattet. (Foto: Wired)

Eine in meinen Augen schon spannenderen Ansatz des Car Hackings stellte der Ford-Mitarbeiter Zachary Nelson kürzlich vor.  Mittels der OpenSource-basierten Plattform OpenXC, die sein Arbeitgeber für eigene Autos verwendet, einer Arduino Pro Mini-Platine und Teilen eines Xbox 360-Controllers kreierte der Tüfler einen halbautomatischen Griff für eine reguläre Gangschaltung. Diese bringt beispielsweise Fahranfängern bei, wann sie in einen höheren oder niedrigeren Gang zu wechseln haben. Das spart schließlich Sprit und senkt die Gefahr von Geschwindigkeitsüberschreitungen sowie Unfällen. Diese clevere und durchaus bereichernde Bastelei mit LED-Anzeige und Vibration könnte in zukünftigen Autos zum Einsatz kommen – sollte sie beispielsweise den Verantwortlichen bei Ford gefallen.

Gespannt bin ich auf weitere Experimente, bei denen Autos mit Gaming-relevanten Funktionen „gehackt“ werden. Ich selbst mache mir da übrigens keine Sorgen: Mein Nissan ist Baujahr 1989 und verzichtet gänzlich auf Computertechnik. Dennoch: Der Aspekt Car Hacking wird wohl perspektivisch an Bedeutung gewinnen – zwangsläufig!

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