CastAR

Ungewöhnliche Augmented Reality-Brille ehemaliger Valve-Mitarbeiter

22. Mai 2013 • 12:30 Uhr

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Sie ist noch nicht ganz fertig.. (Foto: TheVerge)

Manchmal hat es auch etwas Gutes, gefeuert zu werden. Das denken hoffentlich auch Jery Ellsworth und Rick Johnson. Gemeinsam arbeiteten sie ursprünglich bei dem Spieleentwickler und Publisher Valve (Steam, „Half-Life 2“), wurden aber vor noch nicht allzu langer Zeit entlassen. Doch das hielt sie nicht von ihrer Vision ab, an der sie schon bei ihrem ursprünglichen Brötchengeber bastelten. Dort waren die Ingenieurin und der Programmierer an einer Art Augmented-Reality-Brille beteiligt. Jetzt verfolgen sie dieses Projekt mit dem Namen CastAR als eigenes Startup. Spannend ist der ungewöhnliche, aber auch komplizierte Ansatz, der sich sehr von Google Glass oder Oculus Rift (das ja von Valve explizit unterstützt wird) entfernt.

Vielmehr erschafft CastAR eine Art virtuelle Realität auf kleinstem Raum. Auf einer speziellen Projektionsfläche wird der dreidimensionale Bereich dargestellt, auf dem sich das Geschehen betrachtet, aber auch interaktiv und ohne nennenswerte Latenz eingegriffen wird. Zum Einsatz kommen zwei Mini-Beamer, die oberhalb der Hauptperipherie – der Brille – platziert sind. Diese bringen bewegte Bilder von einem PC auf die sich reflektierende Fläche. Die aktive Shutter-Brille filtert für jedes Auge die geeigneten Bilder heraus – in 120 Hz. Auch 3D soll ohne weiteres möglich sein.  Abgerundet wird diese recht ungewöhnliche Technik mit Infrarot-LEDs, die eure Kopfposition bestimmen und die 3D-Perspektive sofort anpassen lassen, sobald ihr euch beispielsweise einen Schritt nach vorne oder hinten bewegt. Durch weitere winzige Kameras auf der Projektionsfläche, die übrigens wie eine Art Tablet auf einem Tisch angebracht ist, können Objekte, die ihr mit der Hand fiktiv berührt, bewegt werden – obwohl sie gar nicht vorhanden sind.

So soll mal die finale Brille aussehen. (Foto: TheVerge)
So soll mal die finale Brille aussehen. (Foto: TheVerge)

Zwar soll CastAR in der Tat zum Spielen gedacht sein, doch aufgrund der anspruchsvollen Technik dürfte sich das Konzept derzeit wohl eher für spezielle Einsätze – in Spielhallen oder Event-Locations – geeignet sein. Für die Wohnung kann ich mir die jetzige Form nicht wirklich vorstellen, da allein die Installation sehr aufwändig ist.

Aber wie TheVerge berichtet, scheint CastAR erstaunlich gut zu funktionieren. Erste Demos zeigen das Potential und die Möglichkeiten. Unter anderem kann man ähnlich wie bei dem „Skylanders“-Spiel echte Figuren mit RFID-Chip in dem so erzeugten Mikrokosmos genau positioniert werden. Aber auch das Spielen regulärer Games sei denkbar.  Bei einer Vorführung standen zwei Personen nebeneinander und schauten auf die gleiche Fläche – das geht also auch.

Trotzdem: CastAR ist gegenwärtig noch längst nicht fertig, die Erfinder werkeln an eine Version, die sich auch vermarkten lässt. Am Schluss soll eine Augmented Reality-Brille entstehen, die um die 200 US-Dollar kosten soll. Dafür benötigt das junge, kreative Startup mit dem Namen Technical Illusions  noch Geld. Dieses möchte man im Sommer oder Spätherbst bei Kickstarter von interessierten Spielern einsammeln. Ob CastAR zu einem Produkt für den Massenmarkt wird? Ich bin gespannt.  Zumindest der Redakteur von TheVerge scheint angetan zu sein – und mir gefällt die Idee in der Theorie schon sehr gut…

(via TheVerge)

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