Cat Sound Galactica X

Das günstige Android-Tablet im Praxistest

24. Juli 2013 • 13:56 Uhr

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Gut verarbeitet, durchaus leistungsfähig und preisgünstig - das Galactica X. (Foto: GamingGadgets.de)

Ich hatte schon etliche Android-Geräte in der Hand: Mit diversen Smartphones, meiner mittlerweile antiquierten China-Handheldkonsole von JXD und dem 99 Dollar Gamingwürfel OUYA lernte ich im Laufe der Jahre Googles mobiles Betriebssystem kennen und schätzen. Ein richtiges Tablet allerdings fehlte noch. Und da ist es nun! Vom Galactica X des Berliner Unternehmens Cat Sound haben wohl die wenigsten von euch gehört. Dabei sprechen etliche Aspekte für das erstaunlich hochwertig verarbeitete Gerät zum attraktiven Preis von derzeit 199,99 Euro. Schauen wir uns die Android-Maschine mal genauer an – im Praxistest.

Ersteindruck und technische Daten

Zugegeben, mein Unboxing-Video auf Youtube war nur ein kleiner Spaß, mit dem ich meine Kamera testen wollte. Aber in diesem wird hoffentlich deutlich: Mein Ersteindruck war ein sehr positiver. Das Tablet mit seinem 9,7 Zoll großen IPS-Display mit einer Auflösung von 1024 x 768 Bildpunkten gefiel mir schon beim ersten Einschalten, die gesamte Verarbeitung sowieso. Mit einem Gewicht von 640 Gramm ist das Galactica X angenehm leicht. Klasse ist das Aluminium-Rückseite, das zusammen mit dem 10-Finger-Multitouchscreen in der Tat sehr an ein iPad 2 erinnert. Laut Cat-Sound wird sogar der gleiche kapazitive Display wie beim zweiten Apfel-Tablet verbaut – und das merkt ihr sehr schnell. Klar, für diesen Preis erhaltet ihr kein 16:9-Format und FullHD-Auflösung, nur das sehe ich gar nicht mal als Kritikpunkt. Denn eine höhere Auflösung hätte sicherlich auch einen schnelleren Prozessor verlangt – und dies hätte den Preis des Galactica X nach oben schnellen lassen. Wir reden hier allerdings über ein Tablet für 200 Euro!

Für diese Summe wird euch bezogen auf die Hardware dennoch viel geboten. Cat-Sound verbaut ein ARMv7-Dualcore-Prozessor (Cortex A9) mit 1,5GHz, einen MALI 400-Grafikchip mit vier Rechenkernen, 1GB RAM und 16GB Flash-Speicher. An Anschlüssen erhaltet ihr einen Mini-HDMI-Ausgang, einen Micro USB-Anschluss (zzgl. USB Host), einen microSD-Kartenslot (maximal 32GB, SDHC) und ein Kopfhörer-Ausgang (3,5mm). Bluetooth sowie WIFI (802.11 b/g/n) fehlen natürlich nicht. Externe Festplatte, 3G-Dongles oder Tastaturen und anderes Zubehör könnt ihr dank USB mit dem Tablet verbinden. Einen passenden USB-Adapter sowie ein USB-Kabel liegen dem Lieferumfang sogar bei. Das i-Tüpfelchen wäre ein HDMI-Kabel gewesen – das müsst ihr allerdings separat erwerben. Happig ist das zum Glück nicht und nur dann nötig, möchtet ihr das Galactica X zum Beispiel mit einem Monitor oder HDTV zusammenbringen.

Auf den zweiten Blick

Gut verarbeitet, durchaus leistungsfähig und preisgünstig - das Galactica X. (Foto: GamingGadgets.de)
Gut verarbeitet, durchaus leistungsfähig und preisgünstig – das Galactica X. (Foto: GamingGadgets.de)

Von Haus aus ist beim Galactica X Android 4.1 vorinstalliert. Ob eine Aktualisierung auf 4.2 oder gar das Gerüchten zufolge bald anstehende 4.3 folgt? Unklar. Zumindest das kleinere Tablet PC 4X mit 8 Zoll-Display (Test folgt) erhält ein Update auf Android 4.2, ich bin also guter Dinge. So oder so ist die Variante soweit aktuell, ihr müsst also auf nichts verzichten. Cat-Sound sparte sich eine individualisierte Benutzeroberfläche, was ich persönlich begrüße. So werdet ihr nicht mit unnützen oder überfrachteten Menüs belästigt, stattdessen bekommt ihr das von Google standardisierte Interface, bei dem ihr Widget auf dem Hauptbildschirm nach eigenen Vorstellungen platziert. Hier hält sich alles an den gewohnten Konventionen, vorausgesetzt ihr kennt euch mit dem Android-Betriebssystem aus. Blutigen Anfängern sei das Handbuch empfohlen, das nur als PDF auf der Hersteller-Webseite verfügbar ist. In der schicken Verpackung entdeckt ihr nur eine kurze Einstiegs-Erläuterung – immerhin!

Der volle Zugriff auf Google Play ist gegeben – sehr gut! Die ersten Apps ladet ihr euch nach dem Einrichten der WLAN-Verbindung in Windeseile herunter. Beiläufig erwähnt: Ich hatte die ersten eins, zwei Mal Schwierigkeiten mit einer stabilen Internet-Verbindung. Woran das lag, kann ich nicht erklären. Mittlerweile habe ich keine Macken in diesem Bereich feststellen können.

Was leistet das Galactica X?

In der Theorie klingt das Galactica X fein: Dualcore-CPU mit 1,5GHz und vier GPU-Kerne – das muss doch heißen, dass uns hier ein flottes Tablet erwartet?! Beim mittlerweile etablierten AnTuTu Benchmark (V 3.3.2) siedelt sich das Gerät mit seinen 11047 Punkten knapp hinter dem Google Nexus 7 (12726) oder dem ASUS Transformer Prime (12526) an. Zum Vergleich: Das Amazon Kindle Fire ist fast halb so schnell (5916), das wohl aktuelle HighEnd-Smartphone Samsung Galaxy S4 ist dem Galactica X weit voraus (27810). Das übrigens in Deutschland entworfene Tablet liegt ungefähr auf der Höhe des Samsung Galaxy Note oder besagtem Nexus 7 – in Anbetracht des Preises absolut in Ordnung.

Ich will keine genauen Angaben zur Akkuleistung machen. Bei einer normalen, gelegentlichen Nutzung (Internet, Spiele, andere Apps wie Wetter, Ebay Kleinanzeigen etc.) muss das Galactica X nach rund drei Tagen an die Steckdose. Ich finde das okay, auch wenn mein iPad der ersten Generation vor allem im Standby-Betrieb weniger „Saft“ verschlingt. Bei manch Performance-hungrigen Apps geht die Akkuanzeige schnell nach unten. Aber wie gesagt: Für den Alltag ist das absolut in Ordnung.

Und für mich beziehungsweise GamingGadgets.de relevant: Spiele! Testweise installierte ich „Real Racing 3“, „Dungeon Hunter 4“, „Dead Trigger“, „Doodle Jump“, „Angry Birds Star Wars“, „Sonic 4: Episode 2“, „Minion Rush“ und „Heavy Sword“ – sie alle liefen problemlos und weitgehend bis komplett flüssig. Gerade Grafikperlen wie die zwei erstgenannten Apps sehen verdammt schick aus – auch auf dem verhältnismäßig niedrig aufgelösten Display. Ein paar Emulatoren probierte ich aus, SNES- und MegaDrive- Spiele sind offenbar keine Herausforderung – passt! Surfen, Youtube, Videos von Google Play, Office-Anwendungen, Kreativapps, eBooks – das Tablet ist gut genug für den Alltag ausgestattet. Auffällig ist höchstens der gelegentlich langsamere Menüaufbau bei vielen installierten Apps oder mehr als fünf Tabs im Chrome-Browser. Sei’s drum – der Benutzerkomfort leidet darunter nicht gravierend.

Mängel?!

Etliche wichtige Anschlüsse - gut platziert. (Foto: GamingGadgets.de)
Etliche wichtige Anschlüsse – gut platziert. (Foto: GamingGadgets.de)

Das mein erstes Galactica X ein Problem mit dem Display hatte – geschenkt! Egal ob Markenhersteller oder junger Newcomer – so etwas kann immer passen! Aber es sind andere Aspekte, die mich stören. Auch bei abgeschaltetem Speaker knackst es gelegentlich aus den zwei 1 Watt-Lautsprechern. Die sind im Normalfall nicht gerade beeindruckend. Besser ist, ihr nutzt den Kopfhörer-Ausgang. Die WLAN-Reichweite hätte ein wenig höher ausfallen können und den Verzicht auf GPS bedauere ich. Schließlich machen diverse Apps („Ingress“) davon Gebrauch. Die beiden Kameras (2 Megapixel auf der Rückseite, 0,3 Megapixel auf der Vorderseite) erfüllen ihren Zweck, sind jedoch im Vergleich zu aktuellen Smartphones und Tablets wie eine Reise in die Vergangenheit. Damit möchte niemand mehr freiwillig fotografieren. Für Skype-Videotelefonie (Vorderseite) oder ein spontanes Bild für Ebay, Shpock und Co. ist diese gewiss ausreichend.

Fazit: Gutes Tablet für 200 Euro!

Standard-Oberfläche - aber das ist ja nicht zwangsläufig schlecht! (Foto: GamingGadgets.de)
Standard-Oberfläche – aber das ist ja nicht zwangsläufig schlecht! (Foto: GamingGadgets.de)

Klar, ich sehe ein paar Mängel, aber auch einen gegenwärtig überzeugenden Preis. Für 200 Euro gibt‘s ein Tablet, das optisch echt was hermacht und mit einer tollen Verarbeitung punktet. Dazu bekommt ihr eine mehr als ordentliche Leistung und einen knackscharfen Touchscreen. Wenn ihr gerne zockt, aber auf keinen Fall zu viel Geld für ein Android-Tablet ausgeben wollt, liegt ihr bei dem Galactica X richtig! Das Preis/Leistungsverhältnis stimmt und ihr könnt sicher sein, dass ihr auch in den nächsten Monaten noch alle relevanten Games auf diesem Gerät nutzen könnt. Selbstverständlich sind etliche Konkurrenten erhältlich, die mehr CPU/GPU-Power bieten oder einen Full HD-Display – nur diese befinden sich in einer gänzlich anderen Preisklasse. Kurzum: Ich hab mein Galactica X bereits ins Herz geschlossen.

Weitere Details zum Galactica X findet ihr auf der Webseite des Berliner Herstellers Cat-Sound. Erwerben könnt ihr das Tablet beispielsweise bei Amazon.

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  1. 24. Juli 2013 at 14:07