Cideko Racer AD22

Das Rennspiel-Lenkrad für Tablets im Praxistest

20. Mai 2014 • 11:20 Uhr

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Ein Lenkrad für Tablets? Macht so etwas für Rennspiele überhaupt Sinn? Ich habe mir das Racer AD22 von dem koreanischen Hersteller Cideko geschnappt. Das Erlebnis mit diesem großen Stück Plastik ist kein schlechtes. Mehr Fakten im Praxistest.

Tablet trifft auf Lenkrad

Das Cideko Racer AD22 ist ein exemplarisches Beispiel für ein paar solcher Lenkräder, die es hierzulande zu kaufen gibt. In diesem Fall besitzt die Peripherie noch einige Besonderheiten: Beispielsweise ist das Zubehör offiziell für Tablets zwischen 7 und 10,1 Zoll geeignet – bei meinen Versuchen gab’s auch bei dem Microsoft Surface 2 mit 10,6 Zoll 16:9-Bildschirm keine Schwierigkeiten. Weiterhin erhaltet ihr einen integrierten Lautsprecher, um so nicht auf die Speaker des Tablets angewiesen zu sein. Über Bluetooth wird das AD22 schnurlos mit der Touchscreen-Maschine gekoppelt – egal, ob diese mit Android, Windows oder iOS betrieben wird. Praktisch: Entweder ihr versorgt das Lenkrad (bzw. die Lautsprecher) mit vier beiliegenden AA-Batterien oder ihr entscheidet euch für eine Stromversorgung mittels USB-Kabel. Das liegt zwar bei, nicht jedoch ein dazu nötiges Ladegerät. Dieses erhaltet ihr für ein paar Euro in einem Elektromarkt eures Vertrauens.

Das befindet sich im Paket. (Foto: GamingGadgets.de)
Das befindet sich im Paket. (Foto: GamingGadgets.de)

Preislich liegt das Cideko Racer AD22 standardmäßig bei 80 Euro, erhältlich ist es beispielsweise bei Mobilefun.de. Es sollte noch betont werden, dass ihr das AD22 ebenfalls als Tablet-Halterung oder gar als Musikstation zum Beispiel für die Küche verwenden könnt, denn: Dank der Speaker hört ihr freilich auch MP3s. Oder möchtet ihr euer Tablet als Mini-Fernseher irgendwo fest stationieren? Wieso nicht damit?

Aufbau

Das Racer AD22 wird in zwei Teilen geliefert: Zum einen erhaltet ihr die Basisstation mit den verbauten Speakern und Ein/Ausschalter sowie Lautstärke-Reglern. Und da ist noch das eigentliche Lenkrad, das ihr in die dreh- und schwenkbare Apparatur einrastet. Das Tablet wiederum wird durch zwei Schraub-Klemmen an der Ober- und Unterseite befestigt. Das geht auch dank der Anleitung recht schnell von der Hand, sobald ihr das eins, zwei Mal erledigt habt. Auffällig ist die insgesamt erstaunlich gute Verarbeitung und das Gesamtgewicht von rund einem Kilogramm. Dadurch steht das AD22 sehr fest zum Beispiel auf dem (Schreib-)Tisch. Zu keiner Zeit habt ihr das Gefühl, das Tablet könnte aus der Halterung rutschen, allgemein hinterlässt die Konstruktion einen überlegten und professionellen Eindruck.

Was dagegen nicht ganz so schön ist: Schiebt ihr das Lenkrad mit installiertem Tablet etwas nach oben, rutscht es langsam wieder nach unten. Fixieren könnt ihr die Position also nicht, was beim Schauen von Videos nicht optimal ist. Hier hätte ich mir zumindest die Option gewünscht, den favorisierten Winkel fest zu definieren. In der Höhe lässt sich das AD22 auch nicht ändern, ihr seid also allgemein recht einschränkt und müsst die vom Hersteller festgelegten Vorgaben hinnehmen. Das klingt dramatischer, als es ist. Im Großen und Ganzen passt das fast immer.

Beim Spielen

Das Tablet sitzt fest. (Foto: GamingGadgets.de)
Das Tablet sitzt fest. (Foto: GamingGadgets.de)

Zum Testen probierte ich vier Tablets: Auf besagtem Surface 2 (Windows RT 8.1) kamen „Asphalt 8“, „Real Speed: Need for Asphalt Race“, „3D Marble Tracks“ und „3D Boat Race“ zum Einsatz. Auf dem 7-Zoll großen Snakebyte Vyper sowie dem 10,1 Zoll Calactica X von Cat-Sound (beide Android 4.x) nutzte ich unter anderem „Crazy Taxi“ und ebenso „Asphalt 8“, auf meinem iPad „Need for Speed: Most Wanted“ und „Real Racing 3“. Fast immer kam ich zu einem ähnlichen Ergebnis: Mit etwas Eingewöhnung und Übung funktioniert der an sich simple Mechanismus prima bei sämtlichen Rennspielen, die darauf ausgelegt sind, mit den Bewegungssensoren der Tablets gesteuert zu werden. Immer dann, wenn ihr zum Lenken euer Gerät nach links oder rechts neigen sollt, klappt das mit dem AD22 genauso und sogar eine Ecke präziser. Es fühlt sich schon fein an, wenn ihr etwas in den Händen haltet und damit euren Boliden um die Kurven cruisen lasst. Sollten mal die Finger den Touchscreen berühren müssen (z.B. für Turbo-Boost), ist das gar keine Schwierigkeit – egal ob kleines oder großes Tablet.

Bedauerlich und sicher eh nicht anders lösbar: Ein Rumble-Effekt ist nicht vorhanden, der die Authentizität gewiss erhöht hätte. Auch ist mir der Widerstand beim Lenken etwas zu lasch. Man merkt schon einen Unterschied zwischen einem 400 Euro teuren und einem maximal 85 Euro günstigen Lenkrad. Racing-Experten fehlt es an einem realistischen Gefühl, was aber schon das Lenkrad selbst mit den dünnen Gummiflächen an den Rändern nicht gewährleisten kann. Das sollte euch auf jeden Fall bewusst sein: Andererseits reden wir hier  über teils kostenlose Apps, die ihr mit dem AD22 neu erleben sollt – die Zielgruppen sich hier schlicht andere.

Andere Einsätze

Wenn ihr mal nicht spielt, kann das AD22 – wie bereits gesagt – anderweitig eingesetzt werden. Egal ob Hoch- oder Querformat – das Anschauen von Videos ist eine gute Sache, vor allem weil der verbaute Lautsprecher qualitativ ganz ordentlich ist. Er ist zwar nicht das Maß aller Dinge und gerade bei den tiefen Tönen schwach, insgesamt aber für das Gucken von Filmen vollkommen ausreichend – auch dank einer feinen Gesamtlautstärke für mittlere Räume.

Stom oder Batterien - ihr habt die Wahl. (Foto: GamingGadgets.de)
Stom oder Batterien – ihr habt die Wahl. (Foto: GamingGadgets.de)

Ferner kann ich mir das AD22 gut als „Aufbewahrung“ für euer Tablet vorstellen – im Wohnzimmer als digitaler Bilderrahmen, in der Küche als Boombox, im Bad zum Gucken von TV in der Wanne. Wo ihr eben so etwas gebrauchen könnt. Aber auch hier ist es ärgerlich, dass ihr den Betrachtungswinkel und die Höhe nicht justieren dürft. Das nimmt euch gehörig Flexibilität. Schade.

Fazit: Gar nicht mal so schlecht!

Klappt auch mit großen Tablets über 10 Zoll. Aber bei 10,6 Zoll wie beim Surface 2 ist die Grenze erreicht. (Foto: GamingGadgets.de)
Klappt auch mit großen Tablets über 10 Zoll. Aber bei 10,6 Zoll wie beim Surface 2 ist die Grenze erreicht. (Foto: GamingGadgets.de)

Das Cideko Racer AD22 ist eine wirkliche Bereicherung für euch, zockt ihr sporadisch mal ein nettes Rennspiel auf dem Tablet und möchtet dies etwas intensiver als bisher erleben. Seht die Peripherie als Casual-Lenkrad für mobile Geräte – das ist wohl die optimale Beschreibung. Die anderen Einsatzmöglichkeiten solltet ihr nicht unterschätzen, denn das AD22 besitzt einen akzeptablen Bluetooth-Speaker und kann mit Batterien betrieben werden. Damit seid ihr auch eine gewisse Zeit unabhängig von einer Steckdose – zum Beispiel im Bad oder an Orten, wo Strom nicht vorhanden ist.

Dennoch: Ihr müsst beim AD22 mit Einschränkungen leben, die dem Preis geschuldet sind: Hier erhaltet ihr wirklich kein Profi-Equipment, mit dem ihr eure Rennkarriere vorbereiten könnt. Es mangelt an Justier-Optionen (Höhe, Betrachungswinkel) und einem glaubwürdigeren Handling. Möchtet ihr das AD22 dagegen für die ganze Familie als Freizeitspaß und eben als Tablet-Halterung, dann liegt ihr hier nicht verkehrt!

Weitere Details erhaltet ihr auf der offiziellen Webseite.

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