Commodore PET

Das Retro-Smartphone, das niemand braucht!

15. Juli 2015 • 12:12 Uhr

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Es ist...ein Smartphone. (Foto: Commodore)

Der Name Commodore steht seit jeher für die großartigen Heimcomputer C64 und Amiga (500). Doch alles, was nach der Pleite des Unternehmens im April 1994 erschien, ist letztlich das Ausschlachten der legendären Marke. Das gilt auch für Commodore PET. Ein Smartphone für Nostalgiker.

Die Unternehmer Massimo Canigiani und Carlo Scattolini sicherten sich die Markenrechte, um so neue Smartphones unter dem Commodore-Label veröffentlichen zu können. Bereits diese Woche soll es mit dem ersten Modell, dem Commodore PET, soweit sein. Der Name ist eine Anspielung an den ersten Desktop-Rechner des Konzerns, dem PET 2001.

Der Schriftzug auf der Rückseite. (Foto: Commodore)
Der Schriftzug auf der Rückseite. (Foto: Commodore)

Reguläre Technik

Letztlich aber reden wir dennoch über ein reguläres Android-Smartphone, das in der Mittelklasse angesiedelt ist. Verbaut wird ein 5,5 Zoll großes IPS-Display mit Full-HD-Auflösung (1920 x 1080 Pixel) und Gorilla Glass 3. Angefeuert wird das Gerät mit einem MediaTek Octa-Core-SoC mit 1,7GHz und 64bit-Architektur. Mindestens 2GB RAM, 16GB Flash-Speicher, ein microSD-Kartenslot (maximal 64GB), zwei Kameras (16 Megapixel Rückseite, 8 Megapixel Weitwinkel Front), ein 3000 mAh starker Akku, LTE und Dual-SIM sind ebenfalls mit dabei. In Anbetracht der Tatsache, dass das Telefon 300 US-Dollar/Euro (2GB RAM, 16 GB-Flash-Speicher) bzw. 365 US-Dollar/Euro (3GB RAM, 32GB Flash-Speicher) kosten soll, klingt das Gebotene gar nicht schlecht. Der Hersteller legt sogar eine 32GB große Speicherkarte mit dazu.

Viel ist nicht geblieben. (Foto: Commodore)
Viel ist nicht geblieben. (Foto: Commodore)

Noch ein wenig mehr

Soso. Was hat das noch mit Commodore zu tun? Richtig, nicht viel. Das war vermutlich auch den Verantwortlichen bewusst. Und deshalb gibt’s auf der Telefon-Rückseite den originalen Schriftzug, passende Hintergründe für das verwendete Android 5.0 sind ebenfalls vorgesehen. Vorinstalliert sind zudem C64- und Amiga- Emulatoren, genauer die kostenlosen Apps VICE C64 und Uae4All2-SDL, die mit dazugehörigen ROMs ausgestattetet sind. Somit könnt ihr am Smartphone originale Spieleklassiker aus der Heimcomputer-Ära Commodores noch einmal erleben. Nüchtern betrachtet geht das natürlich mit jedem halbwegs aktuellen Android-Smartphone. Nunja.

Zusätzlich wird das Commodore PET in einem C64-Beige verkauft. Wer es etwas moderner mag, kann zwischen den anderen Farben Schwarz, Weiß, Grün und Blau wählen. Die zwei letztgenannten Varianten folgen später.

Für mich ist das Commodore PET eine letzte Ausschlachtung der Marke, mit der ich so viele schöne Erinnerungen verbinde. Klar: Wenn die Qualität des Smartphones stimmt, erhaltet ihr hier ein solides Telefon. Nur dieses misst sich mit preislich ähnlichen, teils günstigeren Konkurrenten wie dem Wiko Highway oder dem Honor 6. Echte Alleinstellungsmerkmale, die abseits des Nostalgie-Faktors auffallen? Gibt es nicht.

Braucht niemand, oder? (Foto: Commodore)
Braucht niemand, oder? (Foto: Commodore)

Seht ihr das anders? Vielleicht wollt ihr euch für ein Exemplar auf der offiziellen Webseite vormerken lassen? Übrigens: Mit Commodore USA, die 2011 einen Neustart mit modernen PCs in Retro-Gehäusen wagten und scheiterten, hat Commodore PET nichts mehr zu tun.

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