Cubetto

Dieser Roboter bringt Kindern das Programmieren bei? Der Praxistest!

6. August 2017 • 13:37 Uhr

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Ein kleiner Roboter möchte Kids das Programmieren beibringen. (Foto: Primo Toys)

Ohne Tablet oder PC können Kinder mit Cubetto das Programmieren erlernen. Der kleine Roboter von Primo Toys will das möglich machen. Klappt das wirklich? Der Praxistest.

Die Grundidee von Cubetto ist wirklich eine interessante. Ihr erhaltet ein großes Spielfeld, auf dem ihr einen Roboter – den namensgebenden Cubetto – umher geleitet. Eine Programmierung erfolgt über das sogenannte Steuerungsbrett, in das ihr Kodierblöcke steckt. Steine für Vorwärts, Links, Rechts und Funktion liegen dem Starter-Set bei. Und hier erfolgt das Coden auf eine simple Weise: Der Bot, übrigens in einem edlen Holzgehäuse untergebracht, bewegt sich dank seiner Räder so, wie ihr es von ihm verlangt. Über eine Funkverbindung stehen Steuerungsbrett und Vehikel miteinander in Kontakt – quasi wie durch Magie macht der Kerl das, was ihr ihm über die Blöcke mitteilt.

Inhalt des über 200 Euro teuren Pakets. (Foto: Primo Toys)
Inhalt des über 200 Euro teuren Pakets. (Foto: Primo Toys)

Natürlich gibt’s einige Einschränkungen und Besonderheiten: Maximal 12 Kodierblöcke kann Cubetto abarbeiten. Oder ihr nutzt Funktionen, also sich wiederholende Verhaltensweisen. Das klappt ohne Probleme, sogar Endlosschleifen sind möglich. Auch wenn es wenig sinnvoll sein dürfte, das Maschinchen so lange drehen zu lassen, bis ihm der Saft ausgeht. Die sechs regulären AA-Batterien, die ihr für den Betrieb benötigt, halten zwischen vier und sechs Stunden – Herstellerangaben zufolge.

Eine gute Sache, oder?

Beim ersten Ausprobieren gefiel mir der Ansatz sehr gut: Elemente, die beim Programmieren relevant sind, werden in ein verspieltes „Universum“ verpackt. Das Spielfeld bzw. die Weltkarte ist das Szenario für allerlei Geschichten, die sich in dem mitgelieferten Storybuch befinden. Eltern und Kinder können bzw. sollen also gemeinsam loslegen: Mami oder Papi lesen die Abenteuer vor, der Nachwuchs programmiert Cubetto und erfüllt die zu meisternden Aufgaben. So kann ein Grundverständnis fürs Coden vermittelt werden. Cubetto selbst hinterlässt von Anfang an einen sehr hochwertigen Eindruck: Holz, Stoff, nur wenig offensichtliches Plastik – das macht was her, dürfte aber auch den hohen Preis von über 200 Euro erklären.

Das Spiel kann beginnen. (Foto: Sven Wernicke)
Das Spiel kann beginnen. (Foto: Sven Wernicke)

Das jedenfalls war meine Meinung zu Beginn. Doch ein Probant musste meine Sicht auf die Dinge noch verifizieren. Jonas, zum Testzeitpunkt vier Jahre alt, wurde auf Cubetto losgelassen. Gemeinsam mit seiner Mutti Andrea durfte er den würfelförmigen Helden auf die Reise schicken…

Cubetto – von einem Kind getestet

Auch Andrea schätzt wie ich die hochwertige Verarbeitung und das schicke Design von Cubetto. Dass sich das Spiel durch weitere Sets erweitern lässt, ist ein nicht zu unterschätzender Aspekt. Denn so kann theoretisch der Spielspaß längerfristig erhalten bleiben. Zuletzt wurden sogar weitere „Adventure-Packs“ bei Kickstarter erfolgreich finanziert, für Nachschub ist also gesorgt. Im offiziellen Shop gibt’s diverse AddOns, sogar mit neuen Kodierblöcken (Negation, Zurück, Zufall). Die attraktive Verpackung lobt Andrea ebenso, denn diese motivierte Sohnemann Jonas sogar dazu, selbst alle Teile von Cubetto an die richtigen Stelle zu platzieren – fast wie bei „Tetris“. Die Bedienungsanleitung? Verständlich und einsteigerfreundlich.

Schön anzusehen - keine Frage. (Foto: Sven Wernicke)
Schön anzusehen – keine Frage. (Foto: Sven Wernicke)

Dem gegenüber stehen einige Negativpunkte. Den Preis empfindet Andrea als zu hoch. Und dass das Handbuch ausschließlich in englischer Sprache gehalten ist, ist gar nicht nachvollziehbar. Das verwundert mich sehr, zumal auch die Webseite eingedeutscht wurde und auf eine Information verzichtet wurde, dass Fremdsprachenkenntnisse erforderlich sind. Dass Cubetto für Kinder ab 3 Jahren geeignet ist, hält Andrea für „sportlich“. Und zugegeben: Jonas fiel es zu Beginn schwer, die Zusammenhänge zu erkennen. Die Logik hinter Cubetto setzt eine gewisse Portion Konzentration voraus. Und: Alleine können gerade kleinere Kinder nicht ohne weiteres loslegen. Ein Erwachsener, der die Geschichten vorliest, muss stets anwesend sein. Eines fiel Andrea und Jonas beim Spielen noch auf: Gelegentlich muss der Roboter neu positioniert werden, da er sich offenbar nicht immer um genau 90 Grad dreht, wenn er dies soll.

Hier wird Cubetto programmiert. (Foto: Sven Wernicke)
Hier wird Cubetto programmiert. (Foto: Sven Wernicke)

Für Jonas war Cubetto beim Ausprobieren nicht gerade das „coolste Spielzeug“, das er gerne seinen Freunden gezeigt hätte. Nach einem anfänglichen Interesse ließ die Neugierde recht schnell nach. Für Andrea stimmt daher das Kosten-Nutzen-Verhältnis nicht, zumal sie solch teure Spielzeuge sonst nicht kauft. Dem Kind spielerisch das logische Denken näher zu bringen, findet sie gut, ihr Mann dagegen hält das Spielzeug in Jonas‘ Alter für pädagogisch wenig sinnvoll. Ich selbst möchte das nicht bewerten, hier dürften die Meinungen generell weit auseinandergehen.

Holz statt Billigplastik. (Foto: Sven Wernicke)
Holz statt Billigplastik. (Foto: Sven Wernicke)

Fazit: Eine Empfehlung?

Am Schluss bleibt ein zwiespältiger Eindruck. Für Andrea ist Cubetto „nett“, für Jonas nicht allzu aufregend. Und genau das ist vermutlich bei Spielzeugen mit dem Bestreben, Kids das Programmieren beibringen zu wollen, der Knackpunkt. Wir haben einerseits Pädagogen und Forscher, die diesen Ansatz begrüßen und als zeitgemäß ansehen. Auf der anderen Seite sind da die vielleicht skeptischen Eltern und die Kinder, die sich womöglich gar nicht für so etwas wie Cubetto begeistern können. Im Vorfeld ist es kaum möglich zu wissen, ob das dem Sohn oder der Tochter zusagen könnte. Für einen spontanen Versuch ist Cubetto allerdings viel zu kostspielig.

Nicht für jeden geeignet. (Foto: Sven Wernicke)
Nicht für jeden geeignet. (Foto: Sven Wernicke)

Meiner Auffassung nach geht das Konzept von Primo Toys in die richtige Richtung. Das Spielzeug funktioniert und überzeugt durch ein tolles Design. Haltet ihr das frühstmögliche Aneignen von Programmier-Grundkenntnissen für praktisch und schätzt ihr euer Kind als geduldig, alt genug und konzentriert ein, solltet ihr Cubetto durchaus in Erwägung ziehen. Ihr kennt euren Sprössling schließlich am besten. Unter Umständen hält die Freude allerdings nicht lange…

Weitere Details zu Cubetto erhaltet ihr auf der offiziellen Webseite. Dort kostet das Spiel aktuell 230 Euro.

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Cubetto: Dieser Roboter bringt Kindern das Programmieren bei? Der Praxistest!
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Cubetto: Dieser Roboter bringt Kindern das Programmieren bei? Der Praxistest!
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Ohne Tablet oder PC können Kinder mit Cubetto das Programmieren erlernen. Der kleine Roboter von Primo Toys will das möglich machen. Klappt das wirklich? Der Praxistest.
Sven Wernicke
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Über Sven

Sven fasziniert seit über 20 Jahren das Spielen in jeder Form. Egal ob Videospiel oder die dazugehörige Konsole - Hauptsache, es blinkt, macht Geräusche und unterhält. Und vor allem sind es Gadgets, die ihn in den Bann gezogen haben. Vom asiatischen Handheld-Klon bis hin zum lebendig anmutenden Roboter - es gibt halt so viele tolle Sachen. Ihr findet den Autor unter anderem auch bei Google+ oder Facebook.


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Zuletzt aktualisiert: 08:58 Uhr

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