Deathstalker Ultimate

Die Multimedia-Tastatur mit Touchscreen im Praxistest

8. März 2013 • 10:42 Uhr

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Was habe ich auf diese Tastatur gewartet! Als ich die Deathstalker Ultimate auf der Gamescom das erste Mal sah, machte sie mich neugierig. Keine mechanischen Tasten, aber dennoch perfekt zum Spielen? Ein Look zum Dahinschmelzen, ohne Kompromisse? Der innovative Switchblade-Touchscreen als I-Tüpfelchen? Für rund 250 € sollte die Deathstalker Ultimate eine neue Ära in der Spielwelt einläuten.

Nur mit QWERTY erhältlich

Flache Tasten. (Foto: GamingGadgets.de)
Flache Tasten. (Foto: GamingGadgets.de)

Die Deathstalker Ultimate ist anders als andere Tastaturen für Hardcore-Spieler. Razer verzichtet völlig auf herkömmliche Key-Caps und setzt stattdessen auf flache Varianten, die im Dunkeln beleuchtet werden. Dadurch ähnelt die Tastatur eher der Konkurrenz von Apple als beispielsweise der Black Widow aus dem eigenen Haus. Der Vorteil: Die Finger können über die Tasten fliegen. Im Gegensatz zu Apple benutzt Razer allerdings minderwertig wirkendes Material. Die einzelnen Tasten fühlen sich dadurch sehr wacklig an. Ein weiterer Nachteil trifft vor allem europäische Spieler: Razer wird die Deathstalker Ultimate auch in Zukunft nur in der QWERTY-Variante anbieten. Obwohl ihr die Belegung der Tasten sehr leicht auf das deutsche Tastaturlayout ändern könnt, erfordert es beim Schreiben doch einige Umgewöhnung.

Die Programmierung ist das Prunkstück der Deathstalker Ultimate. Nachdem ihr euch mit eurem Account eingeloggt habt, könnt ihr dank der kostenlosen Software Razer Synapse jede Taste individuell einstellen. Die Gaming-Mode-Taste schaltet zudem die Windows-Taste aus, damit ihr euch beim Spielen nicht vertippen könnt. Es versteht sich von selbst, dass n-Key Rollover bei bis zu 10 verschiedenen, gleichzeitigen Tastatur-Eingaben das Anti-Ghosting verhindert.

Stärken werden nicht ausgereizt

Der Switchblade Touchscreen ist ein teurer Spaß.
Der Switchblade Touchscreen ist ein teurer Spaß. (Foto: GamingGadgets.de

Das eigentlich Highlight der Deathstalker Ultimate ist dagegen eine Enttäuschung. Der Switchblade-Touchscreen entpuppt sich nämlich als teures Gadget mit geringem Nutzen. Ohne den Screen kostet die Tastatur in der „Normal“-Variante nur 80 €. Ist der Screen also den Aufpreis wert? Die Idee dahinter ist genial: Der gut 4 Zoll große Touchscreen soll praktisch ein zweiter Bildschirm mit Multimedia-Features sein. So könnt ihr ihn zwar ganz normal als Touchpad benutzen, aber der eigentliche Clou sind die Apps. Per Knopfdruck ruft ihr beispielsweise eine Facebook- oder Twitter-App auf, um während einer Spielpause zu posten. Dabei fiel mir ein kleiner Bug auf, denn der Switchblade-Screen ignoriert das deutsche Tastaturkürzel für das @-Zeichen. Erst auf Nachfrage bei Razer wurde mir mitgeteilt, dass ich entweder die Tastatur auf das amerikanische Layout umstellen muss oder die Tastaturkombination „CTRL + ALT + Q“ benutzen kann.

Für Spieler soll der Switchblade-Screen durch bestimmte Gaming-Apps interessant werden. Leider gibt es momentan nur eine Handvoll Programme. „Battlefield 3“, „Counterstrike“, „League of Legends“ und ein paar andere Spiele werden unterstützt, aber mehr als einige Shortcuts bieten die einzelnen Apps nicht. Da frage ich mich ernsthaft, wo die Bereicherung für den Spieler liegt. Razer sollte unbedingt rasch für Nachschub sorgen. Die Makro-App ermöglicht dagegen das komfortable Aufnehmen wiederkehrender Handlungsabläufe und dürfte insbesondere Rollenspielern gefallen.

Noch ein Wort zum Anschluss: Die Deathstalker Ultimate benötigt zwei freie USB 2.0 Ports. Beim Start wird die Tastatur vom Bios erkannt und läuft später ohne Internetverbindung. Anschlüsse für ein Headset oder ein USB-Hub fehlen.

Fazit: Zu teuer zum Spielen

Die gesamte Tastatur. (Foto: GamingGadgets.de)
Die gesamte Tastatur. (Foto: GamingGadgets.de)

Am Ende muss ich ein nüchternes Fazit ziehen: Die Deathstalker Ultimate ist schick, aber überteuert. Der Switchblade-Touchscreen kann momentan noch nicht seine Stärken ausspielen und wirkt wie ein unnötiges Gadget für einen kleinen Kreis kaufkräftiger Spieler. Das Angebot an Apps muss dringend ausgebaut werden, denn sonst hat das innovative Switchblade-Konzept keine Existenzberechtigung – schon gar nicht für diesen Preis. Zudem dürfte das amerikanische Tastatur-Layout deutsche Spieler vom Kauf abhalten. Vielleicht sollte man die „Deathstalker Ultimate“ als mutiges Experiment sehen, das einen Blick in die Zukunft des Spielens wirft – mehr nicht. Wer weniger experimentierfreudig ist, aber sich in den Look der Tastatur verliebt hat, darf zur günstigen „Normal“-Variante für rund 80 Euro greifen, die auch ein deutsches Tastatur-Layout bietet.

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  1. 8. März 2013 at 14:03