Fritzing Creator Kit

Im Praxistest: Kreativer Einstieg in die Welt der Elektronik

31. Januar 2014 • 11:44 Uhr

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Das Fritzing Creator Kit will jung und alt den kreativen Umgang mit Technik näherbringen (Foto: fritzing.org)

Es ist schon faszinierend: Zeit meines Lebens übte Technik eine große Faszination auf mich aus, weswegen ich mich bereits seit über 30 Jahren mit PC-und Videospielen, Hard- und Software sowie sonstigen technischen Gadgets und Geräten auseinandersetze. In dieser langen Zeit habe ich mich zum nahezu perfekten Endanwender entwickelt, der Handbücher verächtlich links liegen lässt, mit jeder Benutzeroberfläche problemlos zurechtkommt und intuitiv erkennt, welcher Anschluss welche Steckverbindung benötigt (und andersherum).

Gleichzeitig habe ich es aber auch geschafft, mir erstaunlich wenig Wissen über den Aufbau, die Funktionsweise und das Zusammenspiel technischer Komponenten anzueignen. Von daher war ich sehr gespannt, als das Fritzing Creator Kit vor mir lag, welches mir eine Einführung in den kreativen Umgang mit Elektronik versprach. Ein Praxistest.

Eine Kiste voller Technik

Besonders neugierig war ich auf das im Fritzing Creator Kit beiliegende Arduino Uno R3-Board, welches ähnlich wie die Raspberry Pie-Platine derzeit in aller Munde zu sein scheint. Der scheckkartengroße Microcontroller dient als Herzstück und Schaltzentrale für allerlei spielerische Projekte, die euch das Fritzing Creator Kit näherbringen möchte. Weiterhin finden sich in dem Set jede Menge Kabel, Sensoren, Schalter, LED-Lämpchen und Bastelbögen.

Einen kleinen Einblick in den gesamten Inhalt bietet euch unser folgendes GamingGadgets.de packt aus-Video:

So weit, so gut. Aber was soll ich jetzt mit all dem anfangen? Hier hilft das 130 Seiten starke Handbuch weiter, welches sehr informativ und übersichtlich aufgebaut ist. Zur Einführung gibt es in verständlichen Worten und selbsterklärenden Bildern einen Überblick über den gesamten Inhalt des Fritzing Creator Kits sowie über die zusätzlich benötigte Software, die kostenlos von Arduino.cc (Treiber) bzw. Fritzing.org (u.a. Processing-Software) heruntergeladen werden kann.

Ist diese auf dem heimischen Rechner installiert, ist es an der Zeit, das Arduino-Board über das mitgelieferte USB-Kabel mit dem Computer zu verbinden und mich an meine ersten Programmierungs-Versuche zu wagen.

Praxis-Erfahrung

Wer wie ich streng nach dem Handbuch vorgeht, erhält nun eine erste Lektion über Strom, Spannung und die Arduino-Software, über die ich dem Microcontroller Anweisungen erteilen kann. Ich tippe also meine ersten Befehle in das Eingabefenster ein und – oh Wunder – habe sogleich ein von mir am Arduino-Board angeschlossen LED-Lämpchen zum Blinken gebracht. Heureka! Ich bin ein Programmier-Gott! Oder anders gesagt: Schon mal ganz nett…

… aber natürlich erst der Anfang. Das Buch beschäftigt sich nach und nach mit immer komplexeren Themen. Und dies sowohl in der Theorie als auch in der Praxis. Dies heißt, wir bekommen nicht nur Programmierbefehle und Bauanleitungen geliefert, sondern auch Erläuterungen zu technischen Fachbegriffen und Hintergrund-Infos, was die Befehle genau auslösen bzw. wieso sie dies tun. Die Macher der Fritzing Creator Kits liefern euch also nicht nur vorzeigbare Ergebnisse, sondern schulen auch euer technisches Grundverständnis.

Veranschaulicht werden die Projekte durch allerlei Bilder, die es mir deutlich einfacher machen, die Anleitungen nachzuvollziehen und die richtigen Steckverbindungen zwischen dem Arduino-Board und den mitgelieferten Schaltern, Widerständen, Dioden und Motoren herzustellen. Bereits die Darstellung eines Ping-Pong Spiels auf der beiliegenden LED Matrix kann mich wirklich begeistern, ebenso der Roboter, dessen Kopf sich dank eines von mir programmierten Servo-Motors bewegt. Die Krönung ist schließlich der Twitter-Saurier, der mich über neue Tweets informiert, die einen ganz bestimmten Suchbegriff enthalten.

All dies zeigt Euch das folgende Video der Fritzing Org, über die Ihr auch das Fritzing Creator Kit beziehen könnt:

Wer sich schließlich durch das gesamte Handbuch gearbeitet hat, bekommt am Ende noch den Hinweis, wie er durch die Unterstützung des Fritzing-Teams eigene Konzepte verwirklichen kann. Was alles möglich sein könnte, zeigt euch das Buch ebenso, da euch darin auch einige bereits realisierte Projekte vorgestellt werden. Und wer nach weiteren Eingebungen sucht bzw. noch die eine oder andere offene Frage hat, der sollte sein Glück auf der der Website Fritzing.org versuchen, auf der Ihr neben einem Forum auch einige Video-Tutorials entdecken könnt.

Fazit: Einstieg in die Welt der Technik

Das Fritzing Creator Kit richtet sich in erster Linie vor allem an Jugendliche, die dadurch den Einstieg in die Welt der Technik spielend erlernen sollen. Dies heißt aber nicht, dass auch ein älteres Semester wie ich dabei nicht ordentlich gefordert wird und einiges dazulernen kann. Dass dies nicht in Überforderung ausgeartet ist, liegt vor allem an dem sehr guten Handbuch, welches mich durch seinen klaren, übersichtlichen und logischen Aufbau an der Hand genommen und von einem Projekt zum nächsten geführt hat. Ich finde es sehr gut, wie darin zunächst auf die einzelnen Bestandteile einen neuen Projekts und anschließend auf den Aufbau, die Programmierung und den Sinn und Zweck der Befehle eingegangen wird.

Okay, trotz allem versteht bzw. verinnerlicht man nicht sofort all dieses Wissen (was vielleicht an meinem fortgeschrittenen Alter liegt), aber wenn das Projekt funktioniert, ist man trotzdem sehr zufrieden und motiviert, sich an das nächste Kapitel zu wagen. Die Bauteile liegen alle bei (von einer Batterie einmal abgesehen) allerdings wird zwingend eine Internetverbindung benötigt, um an das frei herunterladbare Software-Paket zu gelangen, welches sämtliche benötigten Anwendungen beinhaltet.

Wer also gerne bastelt und dabei seinen Horizont erweitern möchte, ist mit dem Fritzing Creator Kit gut bedient. Egal, ob man der empfohlenen Altersempfehlung „ab 12 Jahren“ entspricht oder schon ein paar Jahre mehr auf dem Buckel hat.

Erhältlich ist das Fritzing Creator Kit unter diesem Link zu einem Preis von knapp 95 Euro. Meiner Meinung nach ein wirklich guter Preis für das ordentlich ausgestattete Set, zumal die Einnahmen vom Fritzing-Team unter anderem genutzt werden, weitere Open-Source-Tools zur Verfügung zu stellen.

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