G-cluster Game Machine

Cloudgaming-Spielkonsole als HDMI-Stick

4. Januar 2013 • 10:30 Uhr

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Schön ist sie nicht, sie wird aber eh hinter dem Fernseher platziert. (Foto: G-cluster)

Von dem japanischen Unternehmen G-cluster Global Corporation haben vermutlich die wenigsten von euch bisher gehört. Dabei wurde die Firma bereits 2000 gegründet und ist mittlerweile emsig damit beschäftigt, im Cloudgaming-Bereich Fuß zu fassen. Ähnlich wie bei Diensten wie OnLive oder Gaikai ist es das Bestreben von G-cluster, direkt und in Echtzeit aktuelle Computer- und Videospiele auf Endgeräte wie Fernseher, Smartphones, Tablets oder PCs sowie Konsolen zu streamen. Datenträger und dergleichen sind nicht mehr nötig, die Game-Inhalte kommen direkt aus dem Netz – entsprechende Breitbandverbindung mit niedriger Latenzzeit vorausgesetzt.

Auf der Tokyo Game Show 2012 präsentierte G-cluster die erste hauseigene Spielkonsole, die jetzt – kurz vor Beginn der CES 2013 in Las Vegas (8. bis 11. Januar 2013) – genauer vorgestellt wurde. Diese wird direkt an einen HDMI-Port eines geeigneten TV-Gerätes angeschlossen, Verbindung wird über WIFI zu dem G-cluster-Netzwerk aufgebaut. Interessant hierbei: Wer möchte, nutzt ein Smartphone oder Tablet als Controller, alternativ wird es auch schnurlose Gamepads für die sogenannte G-cluster Game Machine geben.

Was an G-cluster besonders auffällt? Der Hersteller ist spezialisiert auf sogenannte Whitelabel-Lösungen. Das heißt: Beliebige Firmen aus sämtlichen Bereichen können die Technologie lizenzieren, in ihre Fernseher, Settop-Boxen und Laptops einbauen oder anderweitig nutzen. Der japanische Konzern selbst wird mit seiner Game Machine aber auch direkt Kunden gewinnen wollen. So hat es den Anschein.

Gleich ist in jedem Fall der Zugang zu dem G-cluster Network, über das in Zukunft Spiele zahlreicher Hersteller angeboten werden. In Frankreich beispielsweise können Kunden von Orange Telecom schon seit Oktober 2012 gegen monatliche Gebühren auf etliche Games über G-cluster zugreifen. Hier geht es ab 5 Euro im Monat los. Das Games-on-demand-Angebot richtet sich an Gelegenheitsspieler, aber es ist auch von anspruchsvollen Videospielen für Coregamer die Rede.

Mit der G-cluster Game Machine wird man wohl vorhandene TV-Geräte mit Cloudgaming-Elementen „nachrüsten“ können. Ob dies wirklich sinnvoll ist, zumal Fernsehhersteller wie LG oder Samsung auch entsprechende Apps für SmartTVs anbieten, ohne dass man separate Hardware benötigt? Das wird sich zeigen. Vielleicht kann der kleine Kasten ja mehr? Sicher sollte man G-cluster wohl im Hinterkopf behalten. Mit Firmen wie Disney, Ubisoft oder PopCap haben die Japaner immerhin schon ein paar prominente Software-Lieferanten überzeugen können.

Übrigens: Obwohl diese Spielkonsole via HDMI mit dem HDTV verbunden wird, vergleichbar ist das Gerät nicht so recht mit dem kürzlich vorgestellten GameStick. Der besitzt schließlich eigenständige Technik, ist also eher ein vollständiger Computer – genauso wie GoogleTV-Boxen oder die aktuell sehr beliebigten Android-HDMI-Sticks, die durch Apps auch schon Cloudgaming beherrschen (mal besser, mal schlechter. Nebenbei erwähnt: Die Android-basierte Konsole OUYA bietet auch Cloudgaming über OnLive. Aber dieser Service ist ja hierzulande noch immer nicht nutzbar und war zwischenzeitlich sogar in die Pleite gerutscht…

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