Gaikai

Sonys Cloudgaming-Dienst startet 2014

13. Juni 2013 • 7:47 Uhr

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Gaikai wird 2014 durchstarten. Ob's klappt? (Foto: Gaikai.com)

Als Gaikai 2008 vorgestellt wurde, sorgte der Dienst für Aufsehen. Hochwertige Spiele wollten die Erfinder quasi in Echtzeit aus der „Cloud“ bzw. dem Internet auf heimische Endgeräte streamen – ohne nennenswerte Verzögerungen oder lange Ladezeiten. Neben OnLive war die Vision der Gründer Andrew Gault, Rui Pereira sowie später Spieledesigner David Perry wegweisend und offenbar so gut, dass sich Sony im Juli des letzten Jahres dazu entschied, das gesamte Startup für rund 380 Millionen Dollar zu kaufen. Seitdem passiert nach außen hin gar nichts mehr, auch die offizielle Webseite verrät nicht viele Details. Manche Ansätze, beispielsweise die Facebook-App zum Live-Spielen von PC-Demos, wurden sogar ohne Kommentar abgeschaltet. Doch Gaikai ist nicht vom Tisch, sondern soll 2014 elementarer Bestandteil der PlayStation 4 werden. Und nicht nur für Sonys kommende Konsole.

Das verrieten David Perry bereits anlässlich der Ankündigung der PlayStation 4 am 20. Februar 2013. Jetzt, auf der E3 2013 in Los Angeles, gibt’s wieder ein kleines Lebenszeichen von Gaikai. Demnach möchte man 2014 richtig mit Cloudgaming loslegen, um so auf gewisse Weise auch eine Abwärtskompatiblität zu ermöglichen. Das heißt: Auf die PS4 streamt ihr Spiele von der Vorgänger-Konsole – im besten Fall ohne nennenswerte Latenz und Qualitätseinbußen. Das zumindest ist der Plan von Sony. Genauso soll auch die PlayStation Vita bedacht werden. Welche Spiele die Handheld-Konsole erhält? Mit großer Wahrscheinlichkeit PS3-Titel.

Deutlich interessanter ist gewiss die Erwähnung, dass auch die PlayStation 3 Gaikai erhalten soll. Technisch und theoretisch wäre es demnach möglich, auf die derzeit noch aktuelle Sony-Maschine Spiele vom Nachfolger zu streamen, werden doch Berechnungen für Games nicht auf der eigentlichen Hardware, sondern auf den Servern der „Cloud“ durchgeführt. Das könnte bedeuten, dass eine Anschaffung der PS4 gar nicht zwingend nötig wäre, würde man auf der PS3 die neuesten Spiele erleben können. Dass dies so nie passieren wird, dürfte wohl klar sein. Schade, oder?

Laut Pocketgamer soll Gaikai zuerst in den USA an den Start gehen und zu Beginn nur ausgewählte PS3-Spiele für die PlayStation 4 bieten. Da Sony seit jeher explizit den Cloudgaming-Service erwähnt und der Konzern die finanziellen Mittel besitzen dürfte, ist eine globale Ausweitung nur eine Frage der Zeit – wofür hat man sonst so viel Geld für Gaikai investiert? Wie dies mittelfristig mit den Drosselungsplänen der Telekom hierzulande in Deutschland zu vereinbaren ist? Das ist eine Frage, die wohl noch nicht allzu leicht beantwortet werden kann.

Die Spannung, zumindest bei mir, bleibt: Gaikai für PS4, PS3, PS Vita und eventuell auch perspektivisch für andere Plattformen (Android-Geräte der Xperia-Reihe, PCs, Macs etc.) bringt viele Möglichkeiten mit sich, die Sony nur nutzen muss. Und allzu viel Zeit sollte sich das Unternehmen nicht lassen, schließlich gibt’s bereits diverse Anbieter – OnLive existiert nach wie vor, ebenfalls buhlen andere kleinere Firmen wie beispielweise Ubitus um Kundschaft. Sicherlich – Cloudgaming steht und fällt mit der verfügbaren Bandbreite der Internetverbindungen. Ist diese ausreichend, könnte man irgendwann einmal auf zehn Jahre alten Computern die neuesten Spiele zocken. Nur das setzt voraus, dass es endlich mal ein Unternehmen schafft, einen Cloudgaming-Angebot weltweit anzubieten. Vielleicht bekommt es Sony hin? Mit den eigenen Produkten – von den PlayStation-Konsolen über die Bravia-Fernseher, Blu-ray-Player, Receiver und Mobile-Geräte – hat man immerhin eine potentielle Zielgruppe von mehreren Hundert Millionen Kunden…

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  1. 13. Juni 2013 at 7:06