Gashapon

Lass Dich überraschen, schnell kann es geschehen...

22. November 2012 • 11:30 Uhr

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Eier aus Japan. (Foto: flickr / jczart)

Und schon wieder ein neuer Trend aus Japan. Gashapon sind Automaten mit kleinen Spielzeugen in Kapseln, ähnlich wie Überraschungseier. In Japan findet man diese Geräte mittlerweile an jeder Ecke, die Leute sind ganz heiß auf die von Manga und Anime inspirierten Figuren. Auch in Videospielen hat das Konzept Gashapon mittlerweile Einzug gehalten.

Das Wort „Gashapon“ ist im Grunde Lautmalerei. „Gasha“ bezeichnet das Geräusch, das ein Automat von sich gibt, wenn man am seitlichen Hebel zieht.  „Pon“ wiederum hört man, sobald die Spielzeugkapsel in den dafür vorgesehenen Auffangbehälter fällt.

Hochwertig? In Japan!

Beliebte Videospiel-Figuren? Die gibt es natürlich auch. (Foto: flickr /  bkatnuki)
Beliebte Videospiel-Figuren? Die gibt es natürlich auch. (Foto: flickr / bkatnuki)

Während in den USA und bei uns in Europa Preise von 10 Cent bis 1 Euro für derartige Spielzeuge üblich sind, kann man in Japan bis zu 6 Euro dafür ausgeben, die Figuren sind dafür aber qualitativ viel hochwertiger. In Fernost kommt ausgesuchtes PVC-Plastik zum Einsatz, die Figuren sind detailreich und teilweise sehr sorgfältig angemalt.

Neben zahlreichen Charakteren aus Videospielen, Mangas und sonstigen Comics oder Filmen, gibt es auch spezielle Adult-Editionen, bei denen die Figuren unbekleidet oder fast nackt sind. Die Figuren kommen normalerweise in Sets daher, von jeder Reihe gibt es, ähnlich wie den Figürchen in den Ü-Eiern, eine bestimmte Anzahl. Bei Sammlern erzielen solche Sets und seltene Einzelstücke bereits Preise von umgerechnet mehreren hundert Euro.

In Spielen

Auch in zahlreichen Videospielen gibt es Gashapon-ähnliche Mini-Spiele. Bei „Legend of Zelda“ sind es die „Gasha Trees“, bei diversen Episoden der berühmten „Mario“-Reihe und bei „Resident Evil“  kommen solche Features ebenfalls zum Einsatz. Bei  „Sonic the Hedgehog 3“ ist sogar ein kompletter Bonus-Level von Gashapon inspiriert.

Beliebte Sammlerobjekte. (Foto: flickr /  Boynton Art Studio)
Beliebte Sammlerobjekte. (Foto: flickr / Boynton Art Studio)

Das Phänomen Gashapon triggert die menschliche Sammlerleidenschaft und ist wahrscheinlich deswegen so beliebt. Vor allem der Überraschungseffekt und das Nichtwissen um den Inhalt der gekauften Kapsel machen die ganze Sache spannend. Man will unbedingt sein Set vervollständigen und kauft deswegen eine Kapsel nach der anderen. Man kennt das Phänomen von den Ü-Eiern her, wo Sammler die Schokoladeneier oft palettenweise kaufen oder mit der Briefwaage spezielle Figuren erahnen wollen.

Wenn die Sucht zur Geldgier wird

Manche Figuren sind auch etwas freizügiger. Und die digitalen...mittlerweile in Japan verboten. (Foto: flickr / Aurora Mint)
Manche Figuren sind auch etwas freizügiger. Und die digitalen…mittlerweile in Japan verboten. (Foto: flickr / Aurora Mint)

Allerdings gibt es auch Schattenseiten beim Geschäft mit den bunten Automaten.  Bei einer Computervariante namens „Compugacha“ mussten Japans Behörden aktiv werden, da seitens der Hersteller massiv geschummelt wurde. Die Kunden konnten für Echtgeld sogenannte In-Game-Items kaufen, sie wussten aber beim Kauf – ähnlich wie bei den Automaten – nicht, welche Artikel sie bekamen.

Die Behörden fanden heraus, dass die Programmierer die Anzahl besonders begehrter Objekte drastisch gesenkt hatten und die Leute so zum maßlosen Weiterkauf animierten. Es soll Fälle gegeben haben, in denen Opfer monatlich umgerechnet mehrere Zehntausend Dollar ausgaben. Diese Methoden verletzten japanisches Recht und Compugacha wurde schlussendlich verboten.

In Japan sollen mobile Spiele und Apps, die  auf dem Gashapon-Prinzip beruhen, bereits einen Großteil des umgerechnet 3,13 Milliarden Dollar großen Umsatzes mit mobilen Apps ausmachen.

In Deutschland herrscht derweil noch das gute alte Überraschungsei – mittlerweile auch als Mädchenversion. Wird es bald von Gashapon-Automaten aus Fernost abgelöst?

Vielen lieben Dank an Jan für diesen schönen Beitrag.

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