GeForce Now für PC und Mac

Cloud Gaming, wie wir es nicht brauchen!

5. Januar 2017 • 10:55 Uhr

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Nvidia Grid ist das Herz von GeForce Now. (Foto: Nvidia)

Die Idee ist gut, das Produkt dagegen viel zu teuer. Nvidia versucht sich an einem Cloud Gaming-Service für PC und Mac. Nur das Konzept wird in dieser Form nicht erfolgreich.

Auf der CES 2017 präsentierte Nvidia-Boss Jen-Hsun Huang GeForce Now für PC und Mac. Im März 2017 soll der Dienst als Early Access an den Start gehen und den Neukauf aktueller PC-Hardware überflüssig machen. Denn ihr streamt aktuelle Spiele über das Internet auf euren womöglich betagteren Rechner. Der Ansatz ist nicht neu, allerdings ist das Angebot an verfügbaren Lösungen noch sehr überschaubar, vor allem in hiesigen Gefilden. Nicht einmal Sony schaffte es bisher, PlayStation Now für Deutschland bereitzustellen. Nvidia dagegen kann man schon als Vorreiter bezeichnen, denn das eigene GeForce Now funktioniert auf den Shield-Geräten des Konzerns bereits jetzt gut. Doch GeForce Now für PC und Mac geht in eine andere, etwas unkonventionellere Richtung.

So funktioniert GeForce Now für PC und Mac

GeForce Now für PC und Mac sieht sich nicht als typisches Cloud Gaming-Angebot, sondern als Serververmietung. Ihr sollt ein beliebiges Spiel bei Steam, Origin, UPlay und Co. ganz regulär erwerben, ausgeführt wird dieses jedoch auf einem Nvidia GRID-Server über GeForce Now. Von dort aus streamt ihr das Game direkt zu euch nach Hause und genießt dieses so, als würdet ihr es regulär am Computer daheim installiert haben.

Die Idee ist gut. Aber...es gibt noch zu viele ABER! (Foto: Screenshot)
Die Idee ist gut. Aber…es gibt noch zu viele ABER! (Foto: Screenshot)

Was zweifelsohne klasse ist: Ihr entscheidet unverändert, was ihr kaufen und zocken wollt. Nvidia muss wiederum keinen großen Spiele-Katalog aufbauen und verlangt keine Abo-Gebühren. Das ist also vollkommene Flexibilität. Der Haken macht aber den Ansatz wieder kaputt: Ihr zahlt für die Dauer des Spielens. 20 Stunden sollen wohl 25 US-Dollar (bzw. womöglich Euro) kosten – zuzüglich Kaufpreis für das Spiel selbst. Das heißt auch: Möchtet ihr ein Jahr lang pro Tag nur eine Stunde ein Spiel aus der Cloud erleben, werden über 450 US-Dollar alleine für das Streaming fällig. Ab zwei Stunden pro Tag könnt ihr euch gleich einen kompletten Gaming-PC zulegen, der (halbwegs) was taugt.

Verrückt: Besagte 25 US-Dollar beinhalten 20 Stunden Spielspaß auf einem sozusagen fiktiven Rechner mit Nvidia GeForce GTX 1060 Grafikkarte. Soll es bessere Optik im Stil einer GTX 1080 sein, bekommt ihr sogar nur 10 Stunden Entertainment zum gleichen Preis. Wer hat sich denn so etwas ausgedacht?

So nicht, Nvidia!

GeForce Now für PC und Mac geht meiner Auffassung nach in die richtige Richtung. Mietet euch Rechner-Kapazität für anspruchsvolle Spiele und nutzt sie auf eurem beispielsweise fünf Jahre alten Mac. Dadurch, dass ihr sie über etablierte Shops kauft, besitzt ihr diese ggf. sogar in haptischer Form. Es entfallen sogar lästige Installationen und Download-Wartezeiten. Nvidia dürfte trotzdem mit zwei Problemen konfrontiert werden, die diese Dienstleistung scheitern lassen könnten: Zum einen sind die Kosten für Konsumenten unverhältnismäßig hoch. Zum anderen ist die Idee relativ komplex und muss möglichst einfach der Zielgruppe kommuniziert werden. Ob’s klappt? Wir werden es ab März 2017 sehen. Vermutlich zuerst in den Staaten.

Übrigens: Schon vor über zwei Jahren stellte Nvidia das „Netflix des Gaming“ vor. Bisher hat das ja nicht wirklich gut geklappt…

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GeForce Now für PC und Mac: Cloud Gaming, wie wir es nicht brauchen!
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Die Idee ist gut, das Produkt dagegen viel zu teuer. Nvidia versucht sich an einem Cloud Gaming-Service für PC und Mac. Nur das Konzept wird in dieser Form nicht erfolgreich.
Sven Wernicke
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