Google Daydream

Mobiles Virtual Reality für die Massen

18. Mai 2016 • 21:56 Uhr

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Der Nachfolger von Cardboard. (Foto: Google)

Mit Cardboard wagte Google einen zaghaften Schritt in die virtuelle Realität. Mit Daydream möchte der Software-Konzern VR massenmarkttauglich machen. Und so soll das funktionieren.

So gesehen könnte man das auf der Google I/O Entwicklerkonferenz präsentierte Daydream als Nachfolger von Cardboard bezeichnen, denn die Pappbrillen haben künftig ausgedient. Stattdessen verspricht man ab Herbst 2016 eine neue VR-Brille, die diesmal wohl aus Plastik besteht und wie eine solche getragen wird. Weitere Hersteller können ihre eigenen Daydeam-HMDs produzieren, solange der Standard eingehalten wird.

Das neue Konzept: Eine richtige Brille mitsamt Controller. (Foto: Google)
Das neue Konzept: Eine richtige Brille mitsamt Controller. (Foto: Google)

Smartphone steckt drin

Das Herz bleibt auch bei Daydream das Smartphone, welches die VR-Inhalte darstellt. Firmen wie Samsung, HTC, LG, Xiaomi, Huawei, ZTE, Asus und Alcatel haben ihre Unterstützung bereits angekündigt, sie werden entsprechende Mobiltelefone herstellen. Ob auch bereits erhältliche Handys unterstützt werden? Aktuell unklar, aber nicht komplett ausgeschlossen. Denn Geräte wie das Samsung Galaxy S7 oder das LG G5 dürften wohl zum Launch der neuen VR-Plattform noch auf der Höhe der Zeit sein.

Daydream wird Bestandteil von Android N. Hier zu sehen ist die Oberfläche. (Foto: Google)
Daydream wird Bestandteil von Android N. Hier zu sehen ist die Oberfläche. (Foto: Google)

Daydream setzt die neueste Android-Version voraus, genauer Android N (Nachfolger von Android 6.0). Das mobile Betriebssystem verfügt über einen speziellen VR-Modus, der besonders viel Performance zur Verfügung stellt und zugleich eine Latenz von 20ms verspricht. Diese niedrige Verzögerung zwischen Ein- und Ausgabe dürfte das Erlebnis gravierend verbessern – also gerade im Vergleich zu Cardboard.

Netflix, HBO und Spielehersteller

Eine eigene Oberfläche wird Daydream erhalten, die ähnlich wie bei Samsungs Gear VR alle geeigneten Apps ansprechend darstellt und eine flotte Navigation ermöglicht. Google Play Movies, Google Fotos, Google Maps, YouTube und Google Play Store sind von Anfang an mit dabei, sogar mit integrierter Sprachsteuerung. HBO, NBA, Netflix, Ubisoft, EA, CNN und weitere Anbieter wollen nicht fehlen – sie steuern ebenfalls VR-Inhalte bei.

Die Wiimote ist zurück. (Foto: Google)Die Wiimote ist zurück. (Foto: Google)
Die Wiimote ist zurück. (Foto: Google)

Und wie wird der Spaß gesteuert? Neben Headtracking kommt ein eigener Controller zum Einsatz, der sehr simpel gehalten ist einen Gyrosensor enthält. Bewegungssteuerung im Stil der Wiimote oder der Fernbedienung des neuesten Apple TV ist möglich. Auch hier dürfen Dritthersteller ihre Varianten des Eingabegeräts anbieten.

Der Controller. (Foto: Google)
Der Controller. (Foto: Google)

Auf dem Weg zum Mainstream

Virtual Reality als fester Bestandteil von Android (N) klingt nach einem konsequenten Schritt von Google. Ernst meint man es auf jeden Fall, Cardboard wird deutlich ausgebaut und zu einer kompletten Plattform für Entwickler und natürlich Konsumenten. Trotzdem wird hier leistungsstarke Smartphone-Hardware vorausgesetzt, Brille und Controller dagegen dürften preislich sehr günstig ausfallen. Dennoch klingt mir das alles etwas zu sehr nach Samsungs Gear VR – aktuell sehe ich kaum Unterschiede. Der größte Vorteil ist jedoch ein graviender: Dank offener Strukturen und zahlreicher Partner strebt Google ein Millionenpublikum an. Und das könnte zum Erfolg von Daydream führen. Etwas, was das professionelle VR niemals in den kommenden Monaten erreichen kann. Wenn Daydream im Herbst an den Start geht, könnte es die sehr viel teureren Konkurrenten vom Markt fegen – mit den richtigen Inhalten, versteht sich. Ich hoffe nur, dass aktuelle Highend-Smartphones nicht ausgeschlossen werden. Das wäre verschenktes Potential…

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