Google

Einstieg ins Konsolengeschäft? Was ist dran? Was ist wahrscheinlich?

12. März 2014 • 11:05 Uhr

Teilen:
Plant Google eine eigene Android-Konsole? (Foto: Google)

Zwar war die Ouya kein erfolgreicher Versuch, eine 99 US-Dollar-Konsole weltweit zu etablieren, doch das Potential sehen wohl nach wie vor etliche Unternehmen. Die Gerüchte, Apple könnte das eigene Apple TV in eine günstige Spielemaschine verwandeln, brechen nicht ab. Genauso soll Amazon nach wie vor an einer Streaming-Box mit Spieletauglichkeit arbeiten. Und Google, Erfinder des mobilen Betriebssystems Android? Der Softwareriese könnte auch etwas in Planung haben. Dafür sprechen einige Aspekte.

Überraschend ist Googles Kauf von Green Throttle Games. Das Startup wurde 2012 gegründet und hatte die Vision, Android-Geräte auf simple Art und Weise zu einer Spielkonsole zu machen. Hierzu entwickelte das Unternehmen eine App namens Green Throttle Arena und verkaufte den sogenannten Atlas-Controller, mit dem Besitzer ausgewählte Spiele verwenden dürften. Das Konzept war zwar gut, wurde aber aufgrund zahlreicher Bugs kritisiert. Und so manche Mitbewerber hatten schnell eigene Bluetooth-Gamepads und Lösungen parat, sodass Green Throttle Games hier nicht so recht Fuß fassen konnte. Seit November 2013 ist die App gar nicht mehr verfügbar.

Set-Top-Box zum Spielen?

Konsolen-Feeling mit Android-Geräten versprach Green Throttle Games damals. (Foto: greenthrottle.com)
Konsolen-Feeling mit Android-Geräten versprach Green Throttle Games damals. (Foto: greenthrottle.com)

Aber jetzt gehört zumindest ein Teil des Gründerteams zu Google, was Spekulationen aufkommen lässt. Aktuellen Vermutungen zufolge könnte die Kompetenz von Green Throttle Games dazu genutzt werden, eine neue Set-Top-Box zu entwerfen, die auch zum Spielen geeignet ist. Nur ob Google ernsthaft nach dem gewaltigen Google TV-Fiasko an so etwas werkelt? Ich persönlich bin skeptisch. Anderseits halte ich eine solche Lösung als Apple TV-Konkurrent mit dem Nexus-Label nicht für völlig ausgeschlossen. Man stelle sich das vor: Aktuelle Hardware (z.B. Tegra K1-Chip, 2GB RAM, 16GB Flash-Speicher) mit Controller-Unterstützung und aktuellem Android zum schmalen Preis – das hätte was! Bereits seit Monaten hat man mit Google Play Games einen (ausbaufähigen Dienst) explizit für Spieler parat.

Chromecast als Alternative?

Ein Stick für Spieler?! (Foto: Google)
Ein Stick für Spieler?! (Foto: Google)

Etwas wahrscheinlicher halte ich die Möglichkeit, dass es Ideen gibt, den 35 Dollar günstigen HDMI-Stick Chromecast perspektivisch mit neuen Funktionen auszustatten. Über das WLAN-Netz streamt ihr Spiele vom Smartphone zum HDTV, mit einem (neuen Atlas-)Controller steuert ihr das Geschehen am Fernsehen. Sofern ihr ein aktuelles Android-Telefon oder Tablet besitzt, könnte eine solche Lösung sogar deutlich unter 100 Dollar bzw. Euro kosten – Chromecast plus Gamepad als Bundle? Why not? In jedem Fall soll der Streaming-Stick, der weitgehend auf eigenständige Technik verzichtet, schon sehr bald weltweit erhältlich sein – etliche Spiele und Apps unterstützen diese Lösung bereits. GamingCast zum Beispiel.

So oder so dürfte Android als Spieleplattform in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen. Neben verhältnismäßig kleinen Firmen wie Mad Catz mit M.O.J.O. oder Snakebyte mit Vyper haben auch größere Konzerne wie Asus mit der Gamebox und Huawei mit Tron Pläne für kleine Multimedia-Alleskönner zum Zocken. Und wie gesagt – Händlergigant Amazon würde es sicher nicht schwer fallen, eine Kindle-Konsole in den Markt zu drücken.

In jedem Fall wird es dieses Jahr spannend, da bewegt sich trotz Flops wie Ouya und Gamestick noch sehr viel. Ob uns hier jemals ein Konkurrent zu den aktuellen Nextgen-Konsolen wie Xbox One und PlayStation 4 serviert wird? Davon kann man wohl gegenwärtig nicht ausgehen. Der „Massenmarkt“ bzw. die Casual Gamer, die ohnehin nicht viel Geld für Hardware ausgeben wollen, sind für Google sicherlich eh viel ertragreicher…

Teilen:

Kommentar schreiben