HyperX Cloud II

Das edle Gamingheadset mit 7.1-Surroundsound im Praxistest

31. Januar 2015 • 13:34 Uhr

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Was taugt das Gamingheadset? (Foto: GamingGadgets.de)

Qualität besitzt ihren Preis. Das beweist das HyperX Cloud II Headset durchaus eindruckvoll. Wieso die schicken Kopfhörer ein wirkliches Vergnügen sind? Das verrät der Praxistest.

Ein kleines Erlebnis

Ich muss zugeben, ich bin ein großer Fan schöner Verpackungen. Das HyperX Cloud II sammelt schon zu Beginn erste Bonuspunkte, denn alleine das Auspacken ist eine kleine Freude. In der roten Box befindet sich das wuchtige und überaus wertig aussehende Headset mit ein paar Begleitzetteln, einem Adapter und einer praktischen Tasche zum Verstauen. Ebenfalls legt der Hersteller noch flauschige Ohrpolster dazu, solltet ihr die standardmäßig aufgezogenen Leder-Polster nicht wünschen. Schade, dass nirgends erklärt wird, wie ihr die Ear Cups tauscht. Das wäre praktisch gewesen.

Das flexible Mikrofon fehlt nicht, bei Bedarf steckt ihr dieses in den extra dafür vorgesehenen Port direkt am linken Treiber. Hierzu müsst ihr einen kleinen Gummi-Stöpsel entfernen. Nicht zu vergessen ist die externe Soundkarte, die ihr zwischen Headset und USB-Anschluss eures PCs steckt. Sie dient zudem als Fernbedienung zum Anpassen der Kopfhörer- und Mikrofonlautstärke sowie zum Ein- und Ausschalten des 7.1 – Surroundsounds. Theoretisch könnt ihr an dieses Gerät auch andere Kopfhörer mit einem regulären 3,5mm-Stecker anschließen.

Auf weiteres Zubehör wurde verzichtet, eine Treiber-CD ist sowieso nicht erforderlich. Dieses Beschränken auf die notwendigsten Elemente begrüße ich sehr, ich brauche keinen unnötigen Quatsch, der dann sowieso kaum oder gar nicht Verwendung findet.

Go, go, go! Los geht’s!

Sitzt gut und sieht prima aus. (Foto: GamingGadgets.de)
Sitzt gut und sieht prima aus. (Foto: GamingGadgets.de)

Steckt das HyperX Cloud II an einen freien USB-Port, Windows installiert die nötigen Treiber selbständig. Ein paar Sekunden später ist das Headset vollständig einsatzbereit. Ich denke noch ein wenig mit Grausen an das Turtle Beach PX5 zurück, das doch mit allerlei Zubehör daherkam und nicht ganz so viel Komfort für Einsteiger bot. Hier steht Plug & Play auf der Tagesordnung. Spätestens beim ersten Probetragen fallen weitere Aspekte auf. Der Aluminium-Träger verfügt zwar über eine gewisses Eigengewicht, sorgt allerdings auch für eine nötige Stabilität. Auf beiden Speaker-Seiten lässt sich die Kopfgröße anpassen, die Polster (Memoryschaum) sind angenehm weich. Und die Lautsprecher selbst sitzen wunderbar auf den Ohren. Die 53mm großen Treiber ergeben zusammen mit den geschlossenen Passform ein meiner Meinung nach hervorragendes Hör-Erlebnis. Die Umgebung wird gedämmt (20 dBa), ohne dass ihr komplett von der Außenwelt abgeschnitten seid.

Auch bei längeren Sessions – egal ob Skype oder Games – konnte ich keine Mängel beim Tragekomfort feststellen. Ganz im Gegenteil. Dabei wiegt das HyperX Cloud II immerhin 350 Gramm mit Mikrofon und dem Kabel.

Hörgenuss?

Das HyperX Cloud II nutzte ich im Rahmen meines Tests eigentlich für alles, was von Relevanz ist. Den Anfang machten natürlich Spiele, in denen der beworbene 7.1 Surroundsound beweisen sollte, was er taugt. Dank erwähnter Taste könnt ihr jederzeit zwischen Stereo und virtuellem Raumklang wechseln, sodass ihr die Unterschiede schnell wahrnehmt. Besonders bei Egoshootern und ohnehin auf Surround ausgelegten Spielen ist 7.1 bemerkbar, erwartet allerdings keine Weltwunder. Da ist nun einmal mit zwei Speakern kaum mehr rauszuholen, ein Mehrwert ist der Effekt vor allem für Actionspiele dennoch.

Für Musik solltet ihr Stereo bevorzugen, denn so wirken die Höhen und Tiefen ausgewogener und stimmiger. Ordentliche Bässe in Kombination mit prima verständlichen Stimmen – hier kann ich persönlich nicht meckern. Einen Frequenzbereich von 15 bis 25.000 Hz deckt das HyperX Cloud II ab.

Nicht ganz perfektes Mikrofon

Das Mikrofon kam zum einen bei normalen Skype-Gesprächen bzw. Ingame-Audiochats zum Einsatz, zum anderen nutzte ich es zum Aufnehmen von Podcasts. Im erstgenannten Fall waren ich und meine Gegenseiten stets sehr mit dem Resultat zufrieden. Beim Sichern eigener Tonspuren (z.B. bei Audacity) kommt das HyperX Cloud II dagegen an seine Grenzen. Versprochen wird mir zwar eine Rausch- und Echo- Unterdrückung, doch das klappt leider nicht ganz so, wie erhofft. Das geringere Rauschen wird durch relativ dumpfe Stimmen ersetzt, Hall ist sehr leise noch wahrnehmbar. Hier hilft nur das manuelle Bearbeiten der Audio-Dateien, um ein besseres Ergebnis zu erhalten.

Das Mikrofon könnte etwas besser sein. (Foto: GamingGadgets.de)
Das Mikrofon könnte etwas besser sein. (Foto: GamingGadgets.de)

Trotzdem muss ich betonen: Im Vergleich zu anderen Gamingheadsets, die ich in der Vergangenheit testete, ist dies das bisher mit Abstand beste Ergebnis, das Echo ist schon auf ein Minimum reduziert. Ich vermute, es ist technisch kaum anders lösbar, schließlich befindet sich das Mikrofon sehr nah am linken Treiber.

Technisch ist das Mikrofon auf der Höhe der Zeit. Der Frequenzbereich liegt bei 50-18.000 Hz, der Klirrfaktor beträgt 2 Prozent (bei f= 1kHz). Nicht probiert habe ich die Verwendung eines externen Mikrofons. Ihr dürft das mitgelieferte durch ein anderes mit Klinkenstecker (3,5mm) ersetzen. Damit könntet ihr womöglich den Hall weiter verringern, beispielsweise mit einem Tischmikrofon.

Nicht nur für PC geeignet

Der Hersteller Kingston betont, dass das HyperX Cloud II nicht nur für PCs geeignet sei. Und das ist auch so. Ohne Soundkarte verbindet ihr das Headset über den Klinkenstecker mit eurem Smartphone oder Tablet. Für die Xbox One benötigt ihr den nicht mitgelieferten Adapter, bei der PlayStation 4 steckt ihr das Headset an das Gamepad und stellt dieses in den Optionen eurer Konsole ein. Das geht unkompliziert vonstatten. Zusätzlich werden an sich alle Geräte unterstützt, die zumindest über einen 3,5mm Klinkenstecker verfügen. Ein Adapter, der diesen Stecker in Audio und Mikrofon splittet, liegt ebenfalls bei. Für den Fall des Falls.

Die Kabellänge beträgt übrigens inklusive Soundkarte drei Meter (sonst 1m). Berücksichtigt dies, möchtet ihr das HyperX Cloud II beispielsweise mit eurem Fernseher oder eurer HIFI-Anlage zussammenbringen.

Fazit: Wirklich! Ich mag es!

In der Vergangenheit probierte ich diverse Headsets in sämtlichen Preisklassen aus. Vom günstigen Plantronics GameCom 780 bis hin zum Turtle Beach XP 400 waren etliche Modelle dabei. Viele von ihnen waren verspielt oder besaßen zig (überflüssige) Funktionen. Das HyperX Cloud II verzichtet fast vollständig auf pseudo-wichtige Elemente, die ich praktisch nie benötige. Stattdessen konzentriert sich der Hersteller auf das Wesentliche. Und das mag ich. Eine minimalistische, aber tolle Packung wecken bereits zu Beginn die Vorfreude. Und beim Verwenden weiß ich es sofort zu schätzen, dass alles problemlos klappt und einfach so funktioniert, wie ich es mir vorstelle. Dazu ist der Klang – speziell bei Musik und in Spielen – sehr gut. Ernsthafte Schwächen kann ich nicht wahrnehmen. Einzig das Mikrofon ist nicht ganz frei von Echo, die Rauschunterdrückung erzeugt verhältnismäßig dumpfe Aufnahmen. Das ist allerdings noch im „grünen Bereich“ und für ein Headset absolut in Ordnung. Nein, sogar besser als bei den von mir getesteten Mitbewerbern.

In Aktion. (Foto: GamingGadgets.de)
In Aktion. (Foto: GamingGadgets.de)

Ja, das HyperX Cloud II kostet an die 100 Euro. Aber ich finde, es ist seinen Preis wert. Ein schickes Design, hochwertig verarbeitet, große Treiber – ich bin schon ein wenig verliebt in dieses Zubehör. Aus diesem Grund verdient es sich eine Kaufempfehlung!

Das HyperX Cloud II ist unter anderem bei Amazon erhältlich, weitere Details gibt’s direkt beim Hersteller. Der verkauft das Headset in Rot, Gun Metal und Pink. Für meinen Test kam das rote Modell zum Einsatz.

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17 Kommentare

  1. Fabian am

    Hallo,

    der 7.1 Sound funktioniert ja nur am PC/MAC und an der PS4 hat man dann Stereo soweit so gut.
    Aber kann ich trotzdem die Lautstärke/Mic-Stummschaltung Steuerung
    (die nun mal am USB-Kabel hängt)
    auch an der PS4 nutzen?
    Wenn nicht, sehe ich ehrlich gesagt für die PS4 keinen vorteil gegenüber des ersten Modells. Im gegenteil, bei dem ersten HyperX Cloud kann man die Fernbedienung für Lautstärke/Mic-Stummschaltung auch über den Controller benutzen.

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    • Sven am

      Ja, die 7.1-Funktion mit Fernbedienung (es ist ja eine externe Soundkarte) ist nur für PC/Mac vorgesehen. Und du sagst es schon: Damit geht der Mehrwert für Konsolen-Spieler jetzt verloren, sollten sie schon Cloud (1) besitzen und benutzen.

      Für mich war das natürlich in dieser Form prima: Hatte noch kein Cloud und somit ist das Cloud II ja perfekt: Für PC und PS4 nutze ich es jetzt am häufigsten…

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      • Fabian am

        Ich habe auch das Cloud (1) und ich fand es klanglich sogar besser als das Sennheiser 360, das teil hat mich echt umgehauen.
        Die P/L ist einfach irre, und ich habe damals das doppelte für das Sennheiser 360 bezahlt :( naja aus Fehlern lernt man halt am besten.
        Ich nutze es auch am PC und an der PS4, bei der PS4 würden mich deine Einstellungen interessieren, PCM, Bitstream Dolby oder Bitstream DTS?

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        • Sven am

          Mal die Gegenfrage: Findest du, da gibt es ernsthafte Unterschiede?

  2. Fabian am

    Also ich meine (oder meine mir zumindest einzubilden) das die Spiele auf Bitstream Dolby besser klingen. Z.B.: gesprochenes ist klarer von den neben Effekten zu unterscheiden, auch die Ortung aus welcher Richtung einem etwas gesagt wird oder aus welcher richtung der gegner kommt und wie weit er ca. entfernt ist kommt mir deutlicher vor.

    Kann natürlich sein das das quatsch ist, aber bei PCM kommt mir der Sound etwas verwaschen vor

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    • Sven am

      Ich frage deshalb, weil es theoretisch keinen Unterschied machen sollte. Denn via Bluetooth wird der digitale Ton zum Controller übertragen, dort wird er analog über den Kopfhöreranschluss ausgegeben. Das heißt: Egal, welches Format ich wähle, am Schluss ist es nach wie vor analog.

      Aber wenn du jetzt sagst, du hörst da konkrete Unterschiede, werde ich das in Kürze noch einmal genau prüfen. Ich sag nochmal Bescheid. :)

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  3. jonas am

    Ich hab das hyperx cloud 2 neu und hab eine Frage. Wenn ich Musik mit dem Handy höre geht das nur wenn das micro im headset eingesteckt ist, ist das normal?

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    • Sven am

      Das ist seltsam. Ist das auch bei einem anderen Smartphone so? Kannst du das testen?

      Antworten
      • Laurin am

        Ich habe das Headset auch gerade neu gekauft und bei mir tritt das selbe Problem auf, bei Handy so wie Tablet …
        Da ich es allerdings vorwiegend für unterwegs gekauft hatte wäre das echt unpraktisch, gibt es da vielleicht einen „Platzhalter“ für den Steckplatz oder sowas in die Richtung? :P

        Antworten
        • Fabio am

          Habe das selbe Problem und bin gerade echt niedergeschlagen, sollte eigentlich auch als mobiler Kopfhörer genutzt werden…
          Hat mittlerweile jemand eine Lösung gefunden?

        • Alex am

          Wenn das Problem noch besteht ist hiermit Lösung: Man benötigt die App Soundabout. Hier stellst du in den settings „Media about wired headset“ ein und schon ist das Cloud 2 ein super Kopfhörer ohne Mikro. Bin sehr zufrieden aber das war mir auch zu dumm die ganze Zeit mit dem Mikro am Headset rumzulaufen. :)

  4. Hallo,
    ich habe mir vor kurzem ein ‚HyperX Cloud 2‘ gekauft.
    Jedoch, wenn ich skype, dann ist mein Headset zu leise und wenn ich es lauter machen will, dann wird es nur minimal lauter.

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    • Hast du auch mal in den Windows-Einstellungen geschaut? Vielleicht ist es dort nicht korrekt eingestellt?

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  5. Elias am

    Habe das Cloud 2 neu zu meinem Geburtstag bekommen. Der sound ist klasse und sehr Kompfortabel! jedoch ist im TS und ingame das mikro sehr leise und machmal ist er in ordnung. in den Audiooptionen von windows kann ich es nicht lauter machen und das ding am headset selbst bringt nichts^^

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  6. Bei Amazon in den Kommentaren habe ich folgendes gelesen:

    “ Ich habs ausprobiert und tatsächlich: Surround Sound an der PS4 – ohne jegliche Probleme!
    Im Wesentlichen muss man den 7.1 Button drücken, während die PS4 hochfährt und im Menü unter „Geräte“ auf „Alle Sounds“ umstellen.
    Das wars. Habs getestet mit „Alien Isolation“. “

    hat das hier jemand auch ausprobiert? Schwanke z.Z. zwischen dem HyperX Cloud II und dem Turtle Beach 520p

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  1. 31. März 2015 at 13:03
  2. 6. Juni 2016 at 8:06