iMpulse Controller

Das winzige Gamepad für mobile Geräte im Praxistest

18. Mai 2014 • 12:52 Uhr

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Verpackung. (Foto: GamingGadgets.de)

Gut Ding will Weile haben. Im November 2012 sammelte ein Startup beim Crowdfunding-Portal Kickstarter rund 140.000 US-Dollar für einen vielseitigen Controller namens iMpulse ein. Die ersten Geräte wurden im Spätherbst letzten Jahres ausgeliefert, jetzt gibt’s bereits eine aktualisierte 2014er-Version der Mischung aus Retro-Gamepad, Schlüsselanhänger und Fernbedienung. Was das Gadget taugt? Schauen wir uns iMpulse mal im Praxistest an…

Was ist das denn?

Ganz ehrlich: Die Idee von iMpulse finde ich großartig, ist das kleine Stück Plastik Herstellerangaben zufolge eine eierlegende Wollmilchsau. Er kann als Schlüssel-Finder dienen, genauso als Controller, Auslöser für die Smartphone-Kamera, als Fernbedienung für Apple TV oder als Möglichkeit, den Medienplayer an PC, Mac, Smartphone oder Tablet zu kontrollieren. Dabei ist iMpulse ungefähr so groß wie ein Zippo-Feuerzeug, in der Hand fühlt sich das Ding sehr leicht, aber keineswegs billig an. Aber wie geht’s nun los mit dem Spaß?

Das in meinen Augen wirklich größte Problem von iMpulse ist die Einrichtung sowie das Kuppeln über Bluetooth mit einem mobilen Touchscreen-Computer oder PC eurer Wahl. In der Verpackung findet ihr keinerlei Details oder zumindest einen Hinweis auf eine womöglich nötige App. Die gibt’s nämlich – für iOS und Android und heißt iMpulsify. Viel wichtiger ist die grundlegende Aktivierung der Hardware, über die die Macher nur etwas auf der offiziellen Webseite versteckt im Support-Bereich verraten. Immerhin gibt’s online noch etliche Tutorial-Videos und ein Forum für Fragen. Aber: Kauft ihr euch ein neues „Spielzeug“, möchtet ihr nicht erst aufwändig im Netz recherchieren müssen. Bei einem Preis von über 40 Euro, die der iMpulse Controller zum Beispiel bei Mobilefun.de kostet, ist es nicht zu viel verlangt, wenigstens einen Beipackzettel zu erwarten.

Gehversuche!

Gut sieht der Kleine schon aus. (Foto: GamingGadgets.de)
Gut sieht der Kleine schon aus. (Foto: GamingGadgets.de)

Es sei dazu gesagt: Im Gegensatz zu den offiziellen iOS7-Controllern für iPhone und iPod Touch, beispielsweise der MOGA ACE Power oder der Logitech PowerShell, eignet sich der iMpulse nur für Spiele-Apps, die den iCade-Standard von Ion Arcade verwenden. Das sind mittlerweile auch hunderte Titel, viele müssen aber relativ umständlich konfiguriert werden – ganz im Unterschied zu PowerShell und Co. Nach der Kopplung mit dem iOS-Gerät stellt ihr eh fest, dass iMpulse als Tastatur erkannt wird, mit der ihr auch die Lautstärke ändert oder ein Video bzw. Musik abspielt, pausiert, vor- und zurückspult. Von Haus aus klappt ebenfalls problemlos das Knipsen von Fotos mit dem Smartphone aus der Ferne. iMpulse wird somit zum Fernauslöser. Ein Feature, das ihr durchaus häufig benutzen könntet. Spätestens hier braucht ihr die beiliegende Plastikhülle, die zugleich als Smartphone-Ständer dienen kann. Sinnvoll!

Unter Android sieht die Controller-Situation besser aus: Ihr könnt iMpulse entweder auch als Tastatur ohne Eintipp-Funktion aktivieren, besser ist allerdings das Einschalten des regulären und vom Google-OS unterstützten Controller-Modus. Dann spielt ihr mit dem Gamepad so, wie mit jedem x-beliebigen anderen Bluetooth-Controller. Gerade unter Android existieren unzählige Spiele und Apps, die Gebrauch davon machen. Besonders Retro-Emulatoren machen zusammen mit iMpulse Sinn, ist das Gerät doch „nur“ mit einem Steuerkreuz, vier Aktions-Buttons, einem Funktionsknopf (z.B. zum Koppeln) und zwei Schultertasten ausgestattet. Letztere befinden sich auf der Gehäuse-Rückseite, was den winzigen Ausmaßen geschuldet ist. Sie sind jedoch prima erreichbar.

Via USB wird der integrierte Akku geladen: Drei Stunden aufladen bringen bis zu 9 Stunden Entertainment am Stück. (Foto: GamingGadgets.de)
Via USB wird der integrierte Akku geladen: Drei Stunden aufladen bringen bis zu 9 Stunden Entertainment am Stück. (Foto: GamingGadgets.de)

Ausprobiert habe ich den iMpulse Controller ferner unter Windows 8. Auf einem Surface 2 und einem ASUS-Netbook fielen mir bei diversen Spielen auf, dass die Eingaben stark verzögert wahrgenommen werden, zum Spielen ist das Gadget damit nicht geeignet. Auch hier wird iMpulse als Tastatur erkannt, was beim Drücken der Buttons dazu führt, dass willkürlich irgendwelche Buchstaben betätigt werden. Sinnlos. Ich denke, in erster Linie ist das Zubehör für iOS und Android gedacht. Die versprochene Remote-Alternative für Apple TV konnte mich nicht überzeugen. Es klappte zwar mit dem Koppeln, nicht aber mit einer Navigation durch die Menüs.

In der Praxis

Attraktiv. (Foto: GamingGadgets.de)
Attraktiv. (Foto: GamingGadgets.de)

Habt ihr euch an das wirklich lästige Koppeln und Drücken von Tastenkombinationen zum Aktivieren der gewünschten Funktionen gewöhnt, verrichtet iMpulse seinen Dienst – mal mehr, mal weniger gut. Ihr müsst eben ständig probieren und gucken, ob eine App das Gamepad unterstützt. Und auch die zur Verfügung stehenden Programme, zum Beispiel für den Schlüsselfinder, sind nicht gerade komfortabel zu bedienen. Aber: Wenn ihr etwas gefunden habt, das optimal auf den Controller ausgelegt ist, seid ihr überrascht. Das Ding liegt trotz der Größe gut in der Hand, die Buttons besitzen einen prima Druckpunkt. Die gesamte Peripherie ist sehr stabil.

Während der Testphase verwendete ich iMpulse in erster Linie für Retrokonsolen-Emulatoren und einige klassische Plattform-Spiele, denn hier benötigt ihr nur ein Steuerkreuz und ein paar Buttons. Auch für Rennspiele ist der Controller brauchbar, bei 3D-Games kommt er jedoch aufgrund fehlender Analogsticks an seine Grenzen. Die ganzen anderen Elemente, eben Pointer, Remote und Schlüsselfinder, nutze ich dagegen praktisch gar nicht. Und als Anhänger für letztgenannten Einsatz ist mir iMpulse dann doch zu klobig.

Fazit: Schöner Ansatz, ernüchternde Umsetzung

Die Rückseite mit zwei Buttons. (Foto: GamingGadgets.de)
Die Rückseite mit zwei Buttons. (Foto: GamingGadgets.de)

Ein riesiger Erfolg bei Kickstarter – bei dem Ansatz kann ich das gut verstehen. Doch das finale Produkt ist auch Monate nach der Veröffentlichung noch weit entfernt davon, für den Massenmarkt tauglich zu sein. Die Möglichkeiten sind vielfältig, doch bis ihr diese nutzen könnt, ärgert ihr euch über die kaum vorhandenen Erläuterungen des Herstellers. Ein Produkt sollte in meinen Augen selbsterklärend sein – der iMpulse Controller ist es nicht. Habt ihr die Einrichtung auf eurer favorisierten Plattform hinbekommen, entsteht sicherlich Spaß – egal ob Spiel, Fernauslöser oder von mir aus Schlüsselfinder. Nur der Aufwand ist und bleibt zu hoch, was dazu führt, dass die Hardware vermutlich für die wenigsten in dieser Form ein täglicher Begleiter wird.

Ich hoffe sehr, dass die Erfinder mittels Firmware-Update einige Besserungen umsetzen können. In dieser Form kann ich euch den iMpulse Controller dann empfehlen, möchtet ihr gelegentlich mal was spielen oder eben euer Smartphone bzw. Tablet bei Medienwiedergabe steuern. Am geringsten sind die Probleme, setzt ihn auf einer Plattform ein. Gerade unter Android ist iMpulse am unkompliziertesten. Möchtet ihr mit ihm dagegen unter iOS, Android und Windows gleichermaßen spielen , wird es aufwändig und lästig. Dann besser nicht zugreifen.

Weitere Details zum iMpulse Controller erhaltet ihr auf der offiziellen Webseite.

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Über Sven

Sven fasziniert seit über 20 Jahren das Spielen in jeder Form. Egal ob Videospiel oder die dazugehörige Konsole – Hauptsache, es blinkt, macht Geräusche und unterhält. Und vor allem sind es Gadgets, die ihn in den Bann gezogen haben. Vom asiatischen Handheld-Klon bis hin zum lebendig anmutenden Roboter – es gibt halt so viele tolle Sachen. Ihr findet den Autor unter anderem auch bei Google+ oder Facebook.


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Zuletzt aktualisiert: 18:49 Uhr

Ein Kommentar

  1. Sieht sehr OldSchool aus. Die Simplizität gefällt mir unheimlich. Ich würde dem Controller auf jeden Fall eine Chance geben.

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