Indiego

Vielseitige Spielkonsole für Retro-Freaks

23. Dezember 2015 • 8:36 Uhr

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Eine Konsole, die alles kann? Na, fast. (Foto: Pascal Papara)

Mit Indiego möchten die Erfinder eine „ultimative All-in-One-Retro-Konsole“ für Liebhaber nostalgischer Spielemaschinen am Start haben. Wieder eine eierlegende Wollmilchsau?

Pascal Papara von ARES Computer hat sich ein großes Ziel gesetzt: Indiego soll eine facettenreiche Spielkonsole werden, die im Grunde alle Konsolen der Vergangenheit – bis zur PlayStation-Ära – emulieren kann. Möglich wird dies durch einen Raspberry Pi 2 oder einen Odroid C1 bzw. Odroid XU4. Jeder dieser Mini-Computer dürfte für dieses Vorhaben leistungsstark genug sein. Interessant sind zudem weitere Besonderheiten: Verbaut wird ein DVD-RW-Laufwerk, das Spiele von Amiga CD32, PlayStation, SegaCD, TurboGrafx, Sega Saturn und anderen CD-basierten Konsolen schluckt – eine praktische Sache. Ansonsten werden stets ROM-Dateien benötigt, die man via USB bzw. SD-Karte auf die Indiego bringt.

So wird die finale Konsole aussehen. (Foto: Pascal Papara)
So wird die finale Konsole aussehen. (Foto: Pascal Papara)

Offenes Betriebssystem mit Amiga-Wurzeln

Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal ist das verwendete Betriebssystem. AEROS basiert auf Linux und der Weiterentwicklung des ursprünglichen Commodore Amiga-OS. Die Plattform ist quelloffen und kompatibel mit Linux, Windows (i386, ARM) und AROS. Zahllose Emulatoren, es ist von über 40 Spielkonsolen die Rede, existieren für das OS, genauso aber auch Multimedia-Anwendungen wie KODI, Moonlight (Streaming vom PC zu Indiego) oder gar ein extra entworfener Appstore. Dort könnt ihr legal Retro-Games und Neuentwicklungen erwerben.

Ein eigener Store ist auch dabei. (Foto: Pascal Papara)
Ein eigener Store ist auch dabei. (Foto: Pascal Papara)

Wer sich eine Indiego zulegt, der erhält allerlei vorinstallierte Demos bzw. Shareware-Fassungen berühmter Spieleklassiker. Mit dabei sind außerdem die Vollversion von „Jim Power“ und eine extra für die Konsole arrangierte Piano-Version des Themes von Chris Hülsbeck. Ferner möchten die Verantwortlichen völlig neue Spiele auf CD bzw. DVD veröffentlichen, sofern hier Nachfrage besteht. Ach, und 25GB Cloud-Speicher gibt’s auch noch oben drauf.

Humane Ziele bei Kickstarter

Gar nicht mal größenwahnsinnig ist das Kickstarter-Projekt von Pascal Papara, der bereits seit 2009 an solchen Konzepten tüftelt. Schmale 7500 Euro sollen via Crowdfunding eingenommen werden, dann wird die Konsole realisiert. Es wird hier recht bescheiden kalkuliert, unter anderem weil die Geräte handgefertigt werden. Für 149 Euro könnt ihr euch eine komplette Spielekiste mit Raspberry Pi 2-Innenleben sichern, ab 25 Euro wiederum gibt’s ausschließlich das Betriebssystem, mit dem ihr einen Raspberry Pi 2 quasi ohne DVD-Laufwerk und Gehäuse in eine Indiego verwandelt – auch kein schlechter Ansatz.

Auf jeden Fall scheint Pascal aus Fehlern der Vergangenheit gelernt zu haben: Vor über zwei Jahren wollte er 700.000 US-Dollar bei Indiegogo für ein ähnliches Konzept einsammeln – und scheiterte. Damals wurde noch reguläre PC-Hardware verwendet, die Konsole sollte 350 Euro kosten. Der neue Ansatz gefällt mir persönlich deutlich besser, auch weil sich der Macher vom „Größenwahn“ verabschiedet hat. Besser ist das.

Ich bin guter Dinge, dass Pascal und seine Mitstreiter die Zielsumme bei Kickstarter mehr als erreichen. Sicher mag Indiego recht speziell sein, aber schon jetzt ist deutlich, dass das Interesse vorhanden ist. Gewiss auch von ehemaligen Amiga-Besitzern.

Unauffälliges Design. (Foto: Pascal Papara)
Unauffälliges Design. (Foto: Pascal Papara)

Weitere Details erhaltet ihr bei Kickstarter.

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