Intel Project Alloy

Was zum Teufel ist Merged Reality?

18. August 2016 • 12:30 Uhr

Teilen:
VR? AR? Beides. (Foto: Intel)

Augmented Reality, Virtual Reality, Mixed Reality und jetzt auch noch Merged Reality. Was ist das und wie funktioniert dies dank der Brille Project Alloy von Intel?

Das von Intel vorgestellte Project Alloy soll ein Head-Mounted-Display werden, das im Gegensatz zu Oculus Rift und HTC Vive auf Kabel verzichtet, aber trotzdem in der Lage ist, Objekte und sogar die eigenen Hände zu erfassen. Möglich wird dies durch mehrere Intel RealSense-Kameras, die ebenfalls dazu fähig sind, Gesichter von Menschen zu erkennen. Und das wird auch ausgenutzt.

Eine recht klobige Brille. In ihr steckt aber auch ein Rechner. (Foto: Intel)
Eine recht klobige Brille. In ihr steckt aber auch ein Rechner. (Foto: Intel)

Echte Objekte in virtueller Realität

Echte Personen, die Hände und Gegenstände im Raum können durch die Tiefenkameras von Intel in virtuellen Szenarien dargestellt werden. Die Integration realer Objekte bzw. Menschen in fiktive Landschaften nennt der Erfinder Merged Reality. Und das ist wohl auch der Unterschied zu den bisherigen Lösungen: Microsofts Hololens setzt die Realität in den Fokus und erweitert diese durch computergenerierte Elemente – das ist unter den Begriffen Augmented Reality und Mixed Reality bekannt. Wie das praktisch aussieht? „Pokémon Go“ ist wahrscheinlich ein aktuelles Paradebeispiel der simpelsten Art. Virtual Reality dagegen schottet euch ab und bringt Hände, Kopfbewegungen etc. durch Sensoren in digitale Schauplätze. Gliedmaßen sind dabei allerdings nie die echten, sondern vom Computer generierte.

Auf der Keynote zu sehen: Echte Menschen werden von der Brille wahrgenommen. Das Drumherum kann dagegen komplett virtuell sein. (Foto: Intel)
Auf der Keynote zu sehen: Echte Menschen werden von der Brille wahrgenommen. Das Drumherum kann dagegen komplett virtuell sein. (Foto: Intel)

Jeder Ansatz besitzt seine Daseinsberechtigung und seine Vor- sowie Nachteile. So auch Project Alloy, bei dem ihr mit der extra entwickelten Brille nicht nur Hände seht. Sogar Dinge, die ihr haltet, werden wahrgenommen und gezeigt. Beispielsweise einen Tennis- oder Baseball-Schläger. Zudem könnt ihr mit diesen Objekten in der virtuellen Welt interagieren. Eine Berücksichtigung der Raumgröße mit Positional Tracking dürfte hierbei ebenfalls erfolgen.

Was wird daraus?

Und was bringt uns das alles? Project Alloy soll 2017 eine offene Plattform werden, dank der andere Hersteller ihr eigenen Brillen entwerfen und produzieren können – mit RealSense-Kameras und weiterer Hardware. Auf dem Intel Developer Forum 2016 wurde ein Prototyp mit einem Skylake-Prozessor und der neuesten Generation der Realsense-Kameras präsentiert. Intel konnte Microsoft als Partner gewinnen, der mit Windows Holographic schon eine reizvolle Software-Lösung parat hat, die nächstes Jahr als Update für Windows 10 geplant ist und somit auf Millionen Geräten verfügbar wird. Hier könnte Alloy also recht schnell Fuß fassen.

Persönlich sehe ich da einen direkten Konkurrenten zu Hololens, das ich mir erst vergangene Woche selbst mal live anschauen konnte – und ich war beeindruckt von dem Potential. Das Konzept ist an sich identisch. Auch Intels Gegenstück könnte gerade im mobilen Sektor für Aufsehen sorgen – entsprechende Inhalte vorausgesetzt. Zumindest verzichtet die Brille auf eine Anbindung zu Smartphones oder PCs, die Technik befindet sich in dem HMD. Das ist gewiss auch ein Nachteil, da vom Computer erstellte Szenen somit auf einem einfachen Niveau gehalten sind – kein Vergleich zum VR der Gegenwart auf Highend-PCs und Rift/Vive.

AR/Mixed Reality und Merged Reality dürften in den nächsten Jahren mehr und mehr VR den Rang ablaufen, ich jedenfalls sehe perspektivisch sehr viel mehr Möglichkeiten für den Alltag, für Spiele und für die Freizeit. Alloy, so abstrakt das vielleicht alles noch klingen mag, solltet ihr daher im Auge behalten.

Teilen:

Kommentar schreiben