iPhone 5 & iPod Touch G5

Neue mobile Äpfel. Aber auch bessere?

12. September 2012 • 23:42 Uhr

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Neues Design, neue CPU und iOS 6. (Foto: Apple)

Es war schon ziemlich lächerlich, wie sich manche Technologie-Portale und Blogs auf die dämlichsten iPhone 5-Gerüchte einließen und mit Halbwahrheiten sowie Spekulationen für Aufmerksamkeit und gute Google-Platzierungen sorgen wollten. Und welch Überraschung: Apple kündigte jetzt das neueste iPhone an. Natürlich besitzt es einen neuen Prozessor. Freilich ist es schlanker, Selbstverständlich ist es besser, toller, schöner. Also alle ohnehin naheliegenden Spekulationen bestätigt. Aber gut – der Reihe nach.

Apple spendierte dem iPhone 5 ein neues Design, sprich: es ist nur noch 7,6mm dünn, wiegt 112 Gramm und ist somit 18% flacher sowie 20% leichter als das iPhone 4S. Möglich wird dies unter anderem durch die jetzt nötige Nano-SIM, die die Micro-SIM-Karte des Vorläufers ersetzt. Ich als potentieller Kunde finde das nur ärgerlich, benötige ich schließlich eine neue SIM von meinem Mobilfunkanbieter. Ob der mir die kostenlos zur Verfügung stellt? Ich bin gespannt. Weiterhin erwarten euch allerlei Verbesserungen, die zu den Ausmaßen und dem Gewicht führen: Der Retina-Display wurde mit dem Touchscreen vereint, das Aluminium-Gehäuse verfeinert und die Oberfläche der iSight Kamera besteht aus Kristall – und nicht aus Glas. Apple spricht beim iPhone 5 ferner von einer Fertigungsqualität, die man sonst eher von einer Schweizer Uhr erwarten würde. Typisch selbstbewusst also. Und was ist sonst noch neu?

Größerer Display. A6? Was steckt drin?

Offensichtlich ist sicher der um 0,5 Zoll gewachsene Display. Ich schätze das iPhone 4 sehr aufgrund der nicht im Ansatz so riesigen Bildschirme – 5 Zoll und mehr halte ich für unpraktisch. Mit 4 Zoll (1136 x 640 Bildpunkte, 44% höhere Farbsättigung) kann ich gut leben. Und mit dem neuen A6 in der Theorie auch. Der Prozessor, der CPU und Grafikeinheit vereint, soll doppelt so schnell als der Vorgänger sein. Nur ist das jetzt ein Quadcore-Chip? Wie hoch ist die Taktung?  Welche reelle Leistung wird geboten? Das verrät Apple natürlich nicht. Wie sieht es im Vergleich zum Tegra 3 von Nvidia aus? Das würde mich schon sehr interessieren.

Immerhin soll sich die Akkulaufzeit nicht verschlechtert haben. Bis zu 8 Stunden 3G-Internet oder 8 Stunden ununterbrochene Telefonie soll die integrierte Batterie schaffen. Die Standby-Zeit gibt man 225 Stunden an. Neun Tage.

Ansonsten gibt’s andere Kopfhörer und die gleiche 8 Megapixel-Kamera aus dem iPhone 4S, aber mit neuen Funktionen. Panorama-Bilder, ein schnelleres Schießen von Fotos (bis zu 40%) und bessere HD-Video-Aufnahme sind Funktionen, die man dem 4S offenbar nicht vollständig via Update spendieren konnte. Dank iOS6 bekommt der Vorgänger zumindest die Panorama-Funktion. Ach, und da ist noch der sogenannte Lightning Connector. Der ersetzt den alten 30-poligen Dock-Anschluss, was bedeutet: Möchtet ihr altes Zubehör am iPhone 5 benutzen, braucht ihr einen separat erhältlichen Adapter. Finde ich schon etwas frech, aber mit Zubehör verdient Apple halt auch eine Menge Geld. In dem Fall zirka 40 Euro.

Für den einen oder anderen Deutschen ganz praktisch: LTE am iPhone 5. Hierzulande werden wohl vorerst nur Telekom-Kunden den neuen Datentransfer-Standard erleben können. Bei WIFI unterstützt das neue Apfel-Smartphone jetzt 802.11 a/b/g/n mit 2,4GHz und 802.11n mit 5GHz.

Ab 21. September für 679 Euro. Neuer iPod Touch ab Oktober.

Wirklich beeindruckt bin ich persönlich zwar nicht vom iPhone, auch aufgrund der neuen Zwänge. Nano-SIM und Lightning Connector sind Aspekte, die in meinen Augen eher unnötig sind und Käufern beziehungsweise Umsteigern wieder etwas aufzwängen, was mit Aufwand und Kosten verbunden ist. Unabhängig davon freue ich mich auf den dezent größeren Display und den hoffentlich leistungsfähigen A6 – beides ist fürs Spielen schließlich von großer Relevanz. Der 4-Zoll-Touchscreen könnte das Spielen verbessern, genauso wird von Anfang an schon mehr auf dem Bildschirm dargestellt. So oder so bin ich guter Dinge, dass das iPhone 5 prima zum Zocken geeignet ist. Allen Anschein nach wird sich bei den Preisen ein wenig ändern: Ab 21. September wird das Telefon in den bekannten Modellen mit 16, 32 und 64GB erhältlich sein – die kleinste Variante soll stolze 679 Euro kosten – also 90 Euro mehr als der Startpreis des iPhone 4S. Happig! Als „Farben“ werden Weiß und Silber sowie Schwarz und Graphit bereit stehen.

Alte Technik, iOS6 und neuer Preis - der nächste iPod Touch. (Foto: Apple)
Alte Technik, iOS6 und neuer Preis – der nächste iPod Touch. (Foto: Apple)

Die günstigere Alternative wäre der neue iPod Touch der fünften Generation. Der bekommt den A5-Chip aus dem iPhone 4S spendiert, erhält aber den 4 Zoll-Retina-Display des iPhone 5. Hinzu gesellen sich eine 5 Megapixel-Kamera, LED-Blitz, HD-Videoaufnahme und sämtliche Features von iOS 6, das übrigens am 19. September für alle aktuellen iOS-Geräte (außer iPad 1) angeboten wird. Schön klingt das eloxierte Aluminium-Design. Erstmals ist der iPod Touch in fünf Farbvarianten erhältlich. 88 Gramm leicht und 6 Millimeter dünn? Handlich würde ich das nennen. Aber 319 Euro für den kleinsten Touch mit 32GB? Nicht gerade günstig. Der mit 64GB soll 100 Euro mehr kosten? Für einen MP3/Multimedia-Player? Puh. Bis zum Oktober, wenn das Teil in den Handel kommt, habt ihr noch Zeit, euch den Kauf zu überlegen.

Persönliche Einschätzung

Der neue iPod Touch - könnte schon ein Flop werden. Für Apple-Verhältnisse. (Foto: Apple)
Der neue iPod Touch – könnte schon ein Flop werden. Für Apple-Verhältnisse. (Foto: Apple)

Wozu wurde eigentlich so intensiv im Vorfeld über das iPhone 5 spekuliert? Es ist doch alles so gekommen, wie es sich jeder halbwegs nachdenkende Technik-Freak hätte denken können. Schneller, größer….ach, wie eingangs eben gesagt. Insgesamt gefällt mir das neue Apfel-Phone gut, aber sonst? Viele Neuerungen bringt iOS6 automatisch auch dem iPhone 4/4S bei, über den A6-Chip ist noch viel zu wenig bekannt, der Preis ist sehr hoch. Aber Apple kann es sich ja leisten, solche Summen zu verlangen und Käufer mit Nano-SIMs und Adapterkauf-Zwang zu gängeln. Dennoch…auf irrationale Weise reizt das iPhone 5 schon. Vorerst jedenfalls. Der iPod Touch der 5. Generation wiederum klingt gar nicht mehr aufregend: Der Preis ist gegenüber dem Vorgänger gravierend gestiegen, auch wenn ich jetzt mindestens 32GB Flash-Speicher erhalte. Für Leute, die Mobile Games unabhängig vom Betriebssystems genießen wollen, ist dann wohl ein Nexus 7, Kindle Fire HD oder anderes Tablet in der 200-Euro-Preisklasse mit moderner Ausstattung (Tegra 3 z.B.) die viel bessere Wahl….

(via Apple.com & Apple-Pressemeldungen)

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2 Kommentare

  1. Typisch Apple, ist das neue iPhone (das zum Glück iPhone5 und nicht „Das neue iPhone“ heißt) eine Evolution statt Revolution. Viele kleine Verbesserungen, die das Smartphone besser machen.

    Da die Käufer von Apple-Produkten eh gläubig und treu wie Lemminge sind, wird sich auch das iPhone 5 wieder wie geschnittenes Brot verkaufen – Mängel (keine Flash-Unterstützung, kein USB-Anschluss, kein SD-Slot etc.) und „Enttäuschungen“ (keine besonderen Innovationen) hin oder her.

    Weiterentwickelte Apple-Produkte sind wie jede Generation des VW Golf: Irgenwie langweilig, aber damit trifft es die Massen!

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  2. Für mich persönlich eine Entäuschung, momentan kann/will Apple nur hardwaretechnisch aufholen, brilliert aber nicht wie so oft mit Innovationen. Apple braucht einen neuen Steve Jobs!

    Also diesmal kein „It’s amazing“, sondern ein „It’s alright“.

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