Mad Catz C.T.R.L.i & Micro C.T.R.L.i

Die iOS-Controller im Praxistest

29. Januar 2015 • 14:14 Uhr

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Micro C.T.R.L.i (Foto: GamingGadgets.de)

Groß und klein. Mad Catz hat für jede Hand den passenden Controller parat, wie C.T.R.L.i und Micro C.T.R.L.i beweisen. Die zwei Gamepads sind speziell für aktuelle iOS-Geräte gedacht und versprechen zudem Gaming-Spaß wie mit einer Handheld-Konsole. Taugen die beiden etwas? Der Praxistest!

Gemacht für iOS

Seit iOS7 unterstützt Apple softwareseitig offiziell Controller, was für Entwickler und Zubehörhersteller praktisch ist. Die einen können ihre Apps leicht für Gamepads anpassen, die anderen orientieren sich an den vorgegebenen Konventionen für ihre Hardware-Lösungen. Auch die beiden C.T.R.L.i-Controller halten sich an den MFi-Standard (Made For iOS), was bedeutet, dass ihr ein typisches Layout erhaltet, das sich – grob gesagt – an dem Xbox 360-Controller anlehnt. A, B, X, Y-Buttons sind sogar farblich identisch, sonst bekommt ihr ein Steuerkreuz, zwei Analogsticks und vier Schultertasten. Eine Start/Pause-Taste, ein Knopf zum Einschalten und eine Bluetooth-Koppel-Taste fehlen nicht.

Weder C.T.R.L.i noch Micro C.T.R.L.i verfügen über integrierte Vibrationsmotoren und Buttons, die beim Eindrücken der Analogsticks ausgelöst werden. Die Schuld müsst ihr nicht auf Mad Catz schieben, denn diese Elemente sind nicht Bestandteil der iOS7-Konventionen, sie werden ohnehin nicht unterstützt. Hier hat es Apple versäumt, mit der Zeit zu gehen. Sei’s drum. Allgemein sei gesagt: ein iOS-Gerät mit mindestens iO7 wird für die Controller benötigt.

Ausgepackt und erster Eindruck

Mad Catz ist wirklich konsequent: Die Verpackungen beider Controller sind nahezu identisch, nach dem Auspacken fallen auf den ersten Blick auch keine Unterschied zwischen der normalen und der Micro-Fassung auf – abgesehen natürlich von der Größe. Das kleine Pad sieht ein wenig wie Spielzeug aus, die normale Fassung dagegen ist beim Halten tatsächlich dem Xbox 360-Controller sehr ähnlich. Das glänzende Plastik wirkt in beiden Fällen dezent billig, auf der Rückseite vermisst ihr eine rutschfeste Fläche. Gerade bei hitzigen Gefechten könnte euch so der Controller mit etwas Pech aus den Händen gleiten. Im Großen und Ganzen aber fühlen sich die C.T.R.L. nicht wertlos an, alle Tasten sind sehr gut zu erreichen.

Nein, kein Spielzeug. Ein echter Controller. (Foto: GamingGadgets.de)
Nein, kein Spielzeug. Ein echter Controller. (Foto: GamingGadgets.de)

Beim Micro C.T.R.L.i benötigt ihr eine kleine Eingewöhnung, schließlich ist er wirklich eine ganze Ecke winziger, als ihr es von einem Controller gewohnt seid. Besitzt ihr sowieso recht kleine Hände bzw. vor allem kürzere Finger, seid ihr mit dem Schrumpf-Controller gut beraten. Für Langfinger ist er dagegen ungeeignet, so praktisch er auch zu verstauen ist. Hier seid ihr mit dem großen Bruder besser, viel besser beraten.

Koppeln und Handheld-Funktion

Schnell könnt ihr loslegen. (Foto: GamingGadgets.de)
Schnell könnt ihr loslegen. (Foto: GamingGadgets.de)

Es ist mir ein Rätsel, wieso Mad Catz sowohl eine Taste zum Koppeln, als auch einen Ein/Ausschalter integrierte. Hätte nicht ein Button für beides genügt? Letztlich ist es auch egal, denn so oder so ist die Einrichtung schnell erledigt: Die zwei AAA-Batterien einlegen, einschalten und Kopplung mit dem iPhone, iPod Touch oder iPad starten. Kurze Zeit später kann es losgehen. Euch wird empfohlen, eine App aus dem AppStore herunterzuladen, was ihr tun solltet. Diese Software kann die Firmware aktualisieren, sämtliche Tasten prüfen und euch einige Spiele-Empfehlungen geben. Das ist für den Anfang ausreichend.

Schön ebenfalls: Nach der erfolgreichen Kopplung müsst ihr künftig nur noch Bluetooth am iOS-Device aktivieren und den Controller anschalten, ein paar Sekunden später signalisiert eine rote LED die erfolgreiche Verbindung. Bis zu vier Controller könnt ihr gleichzeitig einsetzen –für Multiplayer-Titel zum Beispiel.

Ein wesentliches Element beider C.T.R.L.i ist der Smartphone-Clip. Ihr schreibt am großen Controller eine Halterung an, in der ihr euer iPhone bzw. den iPod Touch steckt. Da sich der Clip dezent bewegen kann, werden iPhone 4 und iPhone 6 gleichermaßen unterstützt – praktisch. Schade nur, dass sich der Betrachungswinkel nicht ändern lässt. Allerdings ist das nicht tragisch, da die Position ein sehr gutes Spielen gewährleistet – ähnlich wie bei einer Handheld-Konsole. Weniger schön dagegen ist die Lösung beim Micro C.T.R.L. geraten. Hier schiebt ihr die Halterung in einen vorgesehenen Slot und platziert das Smartphone. Allerdings rutscht dadurch das Telefon so weit nach hinten, dass ihr nur mit verbogenen Handgelenken ordentlich spielen könnt. Das ist sicherlich auch den Schultertasten geschuldet, die ihr bei einem anderen Winkel gar nicht betätigen könntet. Nur optimal ist das wirklich nicht, ganz im Gegenteil!

Weitere Einsatzmöglichkeiten und Spiele

Irrelevant sind die Clips, möchtet ihr mit dem C.T.R.L.i oder dem Micro C.T.R.L.i an eurem iPad oder iPhone zocken, das sich beispielsweise in einer separaten Halterung befindet oder an einen HDTV angeschlossen ist. Dann reden wir über ganz gewöhnliche Controller, die sehr gut ihren Dienst verrichten auch bei längeren Spielen nicht negativ auffallen.

Nur wie sieht es mit dem Spieleangebot aus? Hier kann ich euch beruhigen. Als ich noch vor zig Monaten die ersten iOS-Controller testete, existierten nur wenige Apps, die Gebrauch von diesen machten. Mittlerweile ist das Sortiment reichhaltig und überaus professionell. Als Beispiele seien hier „Grand Theft Auto: Chinatown Wars“, „GTA: San Andreas“, „BioShock“, „Tales from the Borderlands“, “Skylanders”, „Knights oft he Old Republic“ oder „Final Fantasy V“ erwähnt. Die hochpreisigen Spiele sind perfekt auf Controller wie (Micro) C.T.R.L.i zugeschnitten, genauso natürlich zahllose günstige und kostenlose Games. In der offiziellen App von Mad Catz werden einige Kandidaten gelistet, darunter die typischen Vertreter wie „Dead Trigger 2“, „Real Racing 3“, „Crazy Taxi“, „Tomb Raider“, „Muffin Knight“, „Mikey Shorts“ oder das großartige „Leo’s Fortune“.

Meine Empfehlung: Schnappt euch die Game Controller-App. So erhaltet ihr gratis den besten Überblick über die Spiele, die Controller nutzen. Übrigens: Im Gegensatz zu den Android-Gegenstücken ist die Verwendung mit iOS-Geräten sehr viel unkomplizierter und eingängiger. So, wie ihr es von Spielkonsolen gewohnt seid.

Fazit: Gute, nicht perfekte Controller

Mein persönlicher Favorit ist der große C.T.R.L.i. Er liegt prima in der Hand, besitzt einen weiterigen, stabilen Smartphone-Clip und ist super für ausgiebige Matches geeignet. Trotzdem vermisse ich auf der Rückseite Antirutsch-Flächen sowie die Möglichkeit, den Clip etwas individueller im Winkel anpassen zu können. Eine weitere Drehschraube hätte hier Wunder wirken können, ähnlich wie bei einem Stativ.

Der Micro C.T.R.L.i dagegen besitzt einen eher unpraktischen Clip, der dringend überarbeitet werden muss, wenn er einen Mehrwert darstellen soll. Ich empfinde ihn als etwas zu leicht, ihm fehlt ebenfalls eine rutschfeste Rückseite. In Anbetracht der Größe ist die Ergonomie allerdings voll okay und ideal für Gelegenheitsspieler geeignet, die ihn spontan in fast jede (Hosen-)Tasche stecken können. Das ist ein nicht zu unterschätzender Vorteil.

Alles in allem sind die zwei C.T.R.L.i für iOS solide und unkomplizierte Controller, mit denen ihr schnell zum Spaß beim Spielen kommt. Das bessere Produkt ist die Standard-Fassung, etwas Luft nach oben ist trotzdem für beide noch vorhanden. Empfehlen kann ich euch beide Modelle, die übrigens jeweils 30 Stunden Unterhaltung versprechen, bevor die zwei Batterien getauscht werden müssen. Das ist sehr ordentlich.

Weitere Details erhaltet ihr bei Mad Catz, kaufen könnt ihr die Controller unter anderem bei Amazon. Der C.T.R.L.i liegt bei rund 60 Euro, der Micro C.T.R.L.i bei 50 Euro.

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