Mad Catz S.T.R.I.K.E 7

Nobel-Keyboard für Profis? Im Praxistest!

27. Juli 2013 • 10:04 Uhr

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Viel ungenutztes Potenzial: Der V.E.N.O.M.- TFT-Touchscreen. (Bild: Mad Catz)

Was habe ich auf dieses Keyboard-Monster gewartet! Seit der Gamescom 2012 lief mir das Wasser im Mund zusammen, wenn ich an die Cyborg S.T.R.I.K.E 7 von Mad Catz dachte. Für rund 270 Euro soll sie das Nonplusultra in Sachen Gaming Devices für Pro-Gamer darstellen. Der Praxistest offenbart aber ein paar Macken.

Kabelsalat für fast 270 €

Viel ungenutztes Potenzial: Der V.E.N.O.M.- TFT-Touchscreen. (Bild: Mad Catz)
Viel ungenutztes Potenzial: Der V.E.N.O.M.- TFT-Touchscreen. (Bild: Mad Catz)

Gleich nach dem Auspacken steht ihr erst einmal vor einem Haufen Kabelsalat. Die S.T.R.I.K.E 7 ist eine modulare USB-Tastatur, und das hat seinen Preis. Die einzelnen Teile müssen nämlich erst umständlich per Kabel miteinander verbunden werden. Theoretisch lässt euch das für Tastaturlayout viele Möglichkeiten – sofern die knapp bemessenen Kabel reichen. Praktisch werdet ihr aber nur ein Layout wählen, um euch das Kabelgefummel zu sparen.

Sei’s drum. Es sollen ja die inneren Werte zählen. Und von denen fährt Mad Catz eine ganze Menge auf: Eigene Software zum Programmieren der Tasten, Anti-Ghosting, beleuchtete Tasten und natürlich der Touchscreen als Prunkstück. Ähnlich wie bei der DeathStalker Ultimate von Razer sollen euch Applets beim Spielen und der täglichen Arbeit unterstützen. So steuert ihr die Multimedia-Funktionen oder startet eure Lieblingsspiele. Das birgt viel Potenzial, krankt am gleichen Problem wie beim Konkurrenten von Razer: Es gibt viel zu wenige Applets, da diese spezielle Entwicklungsplattform nur von wenigen Herstellern unterstützt wird. Ein skurriles Detail am Rande: Damit bis zu sechs gleichzeitige Tatstaturanschläge möglich sind, meldet sich die S.T.R.I.K.E 7 gleich mehrfach auf eurem PC als USB-Device an.

Gummitastatur für Pro-Gamer?

Das Zubehör ist edel und sicher verpackt. (Bild: mad Catz)
Das Zubehör ist edel und sicher verpackt. (Bild: mad Catz)

Für die Kernkompetenz einer Tastatur hat sich Mad Catz etwas besonderes einfallen lassen. Statt auf die in dieser Preisklasse üblichen mechanischen Tasten zu setzen, kommen bei der S.T.R.I.K.E 7 konventionelle Gummitasten, sogenannte Rubberdomes, zum Einsatz. Bevor jetzt aber die Pro-Gamer aufschreien: Die Dinger sind verflucht schnell und reagieren prompt auf die Eingabe. Sicherlich gibt es im Vergleich zu einer mechanischen Tastatur noch Luft nach oben, aber die dürften wirklich nur in der höchsten „Spielklasse“ bemerkbar sein. Für Vielspieler reichen die Rubberdomes völlig aus.

Die Rubberdomes haben einen großen Vorteil gegenüber mechanischen Tasten: Das Schreibgefühl ist hervorragend. Im Gegensatz zu anderen Gaming-Tastaturen wie die MK-85 von QPad ist die S.T.R.I.K.E 7 auch gut für die tägliche „Büroarbeit“ zu nutzen.

Wie nicht anders zu erwarten ist die Verarbeitung der Tastatur sehr stabil. Einmal richtig aufgebaut, wackelt hier nur wenig – wenn man vom typischen Tastaturanschlag der Rubberdomes absieht. Über das martialische Design könnt ihr streiten. Im Gegensatz zur eleganten DeathStalker wirkt die S.T.R.I.K.E 7 sehr kantig und, nun ja, nerdig. Eine typische Gamer-Tastatur eben.

Das Zusatzmaterial kann sich sehen lassen. Zwei USB 2.0-Hubs, WASD-Tasten zum Austausch inklusive Werkzeug – es darf gebastelt werden. Der Touchscreen verbraucht allerdings ordentlich Strom und kann nur mit einem externen Netzteil betrieben werden. Für rund 270 Euro kann die S.T.R.I.K.E 7 im Fachhandel bezogen werden. Die S.T.R.I.K.E 5, eine abgespeckte Variante ohne Touchscreen, ist rund 100 € günstiger.

Fazit: Viel Geld für ein teures Spielzeug

Teuer, eigenwillig und hochwertig. Für den hohen Preis bekommt ihr eine gut verarbeitete Gamer-Tastatur mit gutem Schreibgefühl und modularer Bauweise. Allerdings stört der Kabelsalat beim Zusammenbau, die fehlenden Applets machen den Touchscreen zu einem unnötigen Gadget. Außerdem nimmt sie auf dem Schreibtisch enorm viel Platz ein. Absolute Pro-Gamer werden zudem die fehlenden mechanischen Tastaturen bemängeln. Persönlich konnte ich mit der S.T.R.I.K.E 7 prima arbeiten und spielen. Den hohen Preis hätte ich aber nicht bezahlt. In meinen Augen bildet die abgespeckte S.T.R.I.K.E 5 das bessere Preis/Leistungsverhältnis. Ähnlich wie die DeathStalker von Razer ist die S.T.R.I.K.E 7 ein Luxusobjekt für finanzkräftige Spieler.

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