Magnavox Odyssey

Wie die erste Konsole erfunden wurde und die Welt der Videospiele veränderte

26. September 2017 • 11:02 Uhr

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Ein Klassiker. (Foto: Von Evan-Amos - Eigenes Werk, Gemeinfrei, Wikipedia)

Der Markt der Konsolenspiele ist eine der populärsten und profitabelsten Industrien der Welt. Mit den technologischen Fortschritten bei Computern, mobilen Geräten und Videospielen sowie eines immer größer werdenden globalen Publikums aus allen Altersklassen und Kulturen wird die Videospielbranche dabei in der Zukunft nur noch weiter an Bedeutung zunehmen.

Heutzutage haben Spieler wirklich die Qual der Wahl. Längst stehen 4K und Virtual Reality auf extrem leistungsfähigen Konsolen wie der Sony PlayStation 4 Pro und der Xbox One X zur Verfügung. Zudem dringen die Spiele immer weiter in alle Aspekte unseres täglichen Lebens vor: von riesigen Sportereignissen wie der 2017 LoL Champions Korea oder Kartenspielen auf Seiten wie PartyCasino bis zu Social Media Spielen wie „Farmville“ oder „Minecraft“, die über Facebook und auch auf dem Smartphone erlebt werden können.

Auch ein schönes Design. (Foto: Evan-Amos - Eigenes Werk, Gemeinfrei, Wikipedia)
Auch ein schönes Design. (Foto: Evan-Amos – Eigenes Werk, Gemeinfrei, Wikipedia)

Die Geschichte von Ralph Baer

Um wirklich zu verstehen, wie weit sich die Videospielkonsolen entwickelt haben, muss man bis zurück ins Jahr 1951 gehen, als die erste Konsole der Welt von dem deutschen Erfinder und Ingenieur Ralph Baer erfunden wurde. Herr Baer war damals bei dem Unternehmen Loral Electronics beschäftigt, das ihn damit beauftragte, das „beste Fernsehgerät der Welt“ zu bauen. Während dieser Zeit dachte er zum ersten Mal darüber nach, wie Spiele mit dem TV verbunden werden könnten.

Trotzdem dauerte es bis 1966, bis das Konzept so weit fortgeschritten war, dass den Menschen klar wurde, dass allein in den USA ein unglaublicher Markt von über 40 Millionen Fernsehern und damit eine riesige kommerzielle Gelegenheit existierte. Ralph Baer war seinen Kollegen dabei einen ganzen Schritt voraus, da er bereits eine Reihe von Spielen für das TV-Gerät im Sinn hatte, darunter Sportspiele, Brettspiele und Actiontitel.

Der erste Prototyp

Ende 1966 war der erste Prototyp fertig. Und während der nächsten zwei Jahre wurde dieser immer weiterentwickelt. 1969 war es dann soweit und die sogenannte Brown Box konnte der Welt vorgestellt werden. Verschiedene Unternehmen wurden dazu eingeladen, sich die Rechte an der Konsole zu sichern. Interessanterweise waren nur wenige von ihnen interessiert, und am Schluss konnte die Firma Magnavox nur durch starke Bemühungen überzeugt werden, die Rechte zu erwerben und die Konsole zu produzieren, was dann Anfang 1971 endlich geschah.

Die sogenannte Brown Box. (Foto: Von George Hotelling - Flickr, CC BY-SA 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=2859746)
Die sogenannte Brown Box. (Foto: Von George Hotelling – Flickr, CC BY-SA 2.0, Wikipedia)

Daraufhin nahmen die Dinge rasant ihren Lauf, und nach einigen optischen und technischen Änderungen wurde die Box in Odyssey umbenannt. Die verfügbaren Spiele waren Gewehrschießen und ein Puzzlespiel, welche beide sehr erfolgreich aufgenommen wurden. Die Odyssey wurde damals für 99,99$ verkauft. Obwohl es damals noch niemals wusste, war dies der offizielle Beginn der Videospielindustrie.

Ein Erfolg

Als die Spielkonsole Odyssey 1975 eingestellt wurde, hatte sie beeindruckende 350.000 Exemplare auf der ganzen Welt verkauft.

Ralph Baer erhielt später eine offizielle Anerkennung für seinen Einfallsreichtum. Seine Voraussicht und wurde 2006 mit der Nationalen Medaille der Technologie ausgezeichnet. Am 6. Dezember 2014 verstarb der Erfinder in seinem Zuhause. Er kann ohne Zweifel als einer der einflussreichsten Personen im Hinblick auf die Entwicklung und den Erfolg der Videospielindustrie bezeichnet werden.

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