Maptac QCAR SpyCar

Altes Kinderzimmer meets moderne Technik! Der Praxistest!

21. Januar 2013 • 16:12 Uhr

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Zu meinen nie wirklich erfüllten Kindheitsträumen gehören ferngesteuerte Fahr- und Flugspielzeuge. Ja, ich hatte so ein Auto, noch ganz klassisch mit weit herausragender Antenne. Aber die Funktionalität und damit der Spaß hielten sich in Grenzen. Inzwischen hat sich die Welt gedreht, und die Kinderzimmer werden von Computern sowie Luxushandys bevölkert. Gleichwohl der Reiz der Videospiele ungebrochen ist, möchte man gerade in dieser Zeit mal wieder etwas “handfestes“ haben. Und hier kommt der SpyCar von Maptaq ins Spiel: Ein kleines, futuristisch aussehendes Mini-Auto inklusive Kamera, welches ihr mit eurem Smartphone lenkt.

Wenig in der Packung

Die Ausstattung mutet erstaunlich spartanisch an: Neben dem Fahrzeug selbst liegen nur eine sehr knappe Anleitung sowie ein USB-Kabel bei. Mit diesem könnt/müsst ihr den eingebauten Akku regelmäßig aufladen, die Nutzzeit liegt dann bei zirka einer halben Stunde. Die Anleitung beschreibt vorrangig, wie beziehungsweise wo ihr die Steuerungs-App für iPhone oder Android-Gerät herunterladet. Anschließend müsst ihr noch euer Smartphone via WLAN-Funktion mit dem Fahrzeug koppeln. Rumdüsen und gleichzeitig im Internet surfen ist demnach nicht möglich.

Und danach geht es tatsächlich los, was schon einmal sehr sympathisch stimmt. Die Vorbereitungshürden sind demnach äußerst gering, weshalb dem Fahrspaß nichts im Wege steht… eigentlich. Denn schnell stelle ich ernüchternd fest, dass sich im Vergleich zu damals eigentlich nicht wirklich etwas geändert hat – zumindest bezogen auf den SpyCar.

Schneller Einstieg

Viel ist nicht drin. Aber nicht schlimm. (Foto: GamingGadgets.de)
Viel ist nicht drin. Aber nicht schlimm. (Foto: GamingGadgets.de)

Die Steuerung des Autos via Touchscreen ist kinderleicht, wobei es leider keine spezifische iPad-Version der betreffenden Application gibt und ihr mit der gezoomten iPhone-Variante auskommen müsst. Gleichwohl düst ihr ohne Umschweife vorwärts sowie rückwärts und könnt dabei zusätzlich zur Seite lenken – genau wie in einem “gewöhnlichen“ Rennspiel am Computer. Die Endgeschwindigkeit ist recht ordentlich, auch wenn ihr keine Wunder erwarten solltet. Bereits bei holprig gepflasterten Wegen oder ansatzweise Gras im Boden bleibt das Auto hängen. Doch das will ich nicht spezifisch ankreiden, schließlich wird das Produkt als “SpyCam“ beworben und sollte somit seinen Dienst eher in geschlossenen Räumlichkeiten verrichten.

Bedeutend problematischer ist die Handhabung aufgrund der mangelhaften Feinfühligkeit. Das Auto flitzt entweder schleichend langsam, in einem Affenzahn oder gar nicht. Immerhin zeugt es von Robustheit, dass dem mir vorliegenden Modell bei den vielen Wanddotzern nichts passiert ist. Darüber hinaus könnt ihr es komplett vergessen, dieses Auto rein mithilfe der eingebauten Kamera quasi aus der „Ego-Perspektive“ zu steuern. Denn die Qualität des übertragenen Bildmaterials ist nahe an der Grenze der Unbrauchbarkeit.

Natürlich erwarte ich keine Wunder von so einer Kamera, die mickrig klein in einem Spielzeug integriert steckt. Jedoch ist das gegebene Bild von der Qualität her wirklich grenzwertig. Abseits der sichtlich störenden Komprimierungsrate, weshalb die Probevideos auf meinem iPad an alte 90er Jahre-Rendervideos erinnern, kommt die Kamera absolut nicht mit schnellen Bewegungen zurecht. Dies jedoch beißt sich mit der beschriebenen Steuerungsproblematik: Bereits simple Vorwärtsbewegungen führen zu bösem Ruckeln und sofortiger Orientierungslosigkeit, wenn ihr euch eben rein am Bild eures Smartphones richtet. Bei Leinkeinschlag ist es dann endgültig vorbei mit der Übersicht.

Fazit

Mir fällt es ehrlich gesagt schwer zu akzeptieren, dass die verbaute Technik dem Preis gerecht wird. Es muss doch besser gehen – für die 115 Euro, die das gute Stück bei Amazon kostet! Oder? Aber mein Problem ist mehr der Nutzen: Wer braucht den SpyCar? Für Kinder ist der ganze Aufwand von wegen Smartphone, App-Installation & Co. dezent zu hoch. Anders ausgedrückt könnten die gleich bei einem funkgesteuerten Klassiker ohne Kamera bleiben, der zudem bedeutend billiger sein dürfte. Hinzu kommt die Gefahr der Ungeduld, denn das Aufladen des SpyCar, egal ob über PC-USB oder per Netzadapter, dauert eine halbe Ewigkeit, nur damit man danach wieder ein paar Minuten rumfahren darf.

Jugendliche oder gar Erwachsene werden sich wiederum mehr Anspruch wünschen. Für mich ist jedenfalls die mäßige Feinfühligkeit und das schwache Kamerabild unzureichend, weshalb ich den SpyCar auch nicht als nette Spielerei abtun mag.

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Über Andy

Andreas “Andy“ Altenheimer wurde 1977 geboren und entdeckte in frühen Jahren seine Leidenschaft, die ihn bis in die Gegenwart begleitet. Video- und Computerspiele sind sein Leben – auch bezogen auf die dazugehörige Musik. Doch er ist natürlich aufgeschlossen und spielt auch gerne mit Gadgets. Hauptsache, es spielt irgendwie.

Andy haut nicht nur hier auf GamingGadgets.de in die Tasten, sondern unter anderem auch auf Polygamia.de. Davon ab – sein Hobby hat er längst zum Beruf gemacht….


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Zuletzt aktualisiert: 16:12 Uhr

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