MOGA Ace Power

Das iOS7-Gamepad für iPhone und iPod Touch im Praxistest

10. Mai 2014 • 12:04 Uhr

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Gute Peripherie. (Foto: GamingGadgets.de)

Der MOGA Ace Power verwandelt euer iPhone 5(S) bzw. euren iPod Touch (5G) in eine tragbare Spielkonsole. Die auf den ersten Blick ungewöhnlich aussehende Peripherie taugt in der Tat prima zum Spielen. Weitere Details verrät der Praxistest.

Ein paar Besonderheiten

Ein Controller für iPhone und iPod Touch? Moment, da klingelt was?! Richtig, vor einigen Wochen hatte ich bereits den Logitech Powershell, ein sehr ähnliches Gerät, unter die Lupe genommen. Der MOGA Ace Power besitzt einige Besonderheiten, die schnell auffallen. Denn ihr steckt euer Telefon bzw. euren Mediaplayer nicht einfach in die fest vorgegebene Mulde, sondern über einen Mechanismus schiebt ihr diese zwischen die linke und rechte Seite des Controllers. Durch eine stabile Feder, die ihr beim Einlegen kurz zieht, sowie einen Schalter zum Fixieren auf der Rückseite sitzt eure iOS-Maschine recht fest am Lighning-Anschluss des Controllers. Das Konzept ist zwar etwas ungewöhnlich, funktioniert allerdings gut. Möchtet ihr einen iPod Touch verwenden, benötigt ihr aufgrund anderer Ausmaße zwei Plastikteile, die zum Lieferumfang gehören. Das ist auch kein Aufwand. Der Vorteil insgesamt: Ihr könnt den Controller zusammenschieben und so besser verstauen oder transportieren. Was etwas Sorgen bereitet: Entfernt ihr euer Telefon, habt ihr das Gefühl, ihr würdet den Lightning-Port minimal verbiegen. Hier ist Vorsicht geboten!

Der nächste Unterschied zum Logitech Powershell: Ihr erhaltet zwei vollwertige Analogsticks – einen links, einen rechts. Hinzu gesellen sich vier Schultertasten, ein Steuerkreuz, Funktionsknöpfe (Power, Pause, Bildschirm sperren) und vier typische Aktions-Buttons, die denen des Xbox-Controllers entsprechen (A,B,X,Y). Gerade die Tatsache, dass ihr einen zweiten Analogstick bekommt, ist löblich. Bei Egoshootern wie zum Beispiel „Dead Trigger 2“ verbessert sich der Spielkomfort gravierend.

Der Hersteller spendierte dem MOGA Ace Power außerdem – genauso wie dem Powershell – einen separaten Akku mit 1800 mAh (Powershell: 1500 mAh). Damit könnt ihr im besten Fall euer iPhone einmalig komplett aufladen. In der Theorie. In der Praxis genügt dieser, um euer Smartphone beim Spielen nicht komplett zu leeren. Aber: Ist der Akku aufgebraucht, funktioniert der Controller selbst nicht mehr, er zwackt sich also immer selbst etwas Energie ab. Mittels eines Schalters aktiviert ihr das Aufladen des iPhone oder iPod Touch. Wenn es nicht nötig ist, lasst ihr es und spart somit Strom. Aufgeladen wird die Batterie über einen Micro USB-Kabel, das zum Lieferumfang gehört.

Start und Praxis!

Gut verarbeitet und attraktiv. (Foto: GamingGadgets.de)
Gut verarbeitet und attraktiv. (Foto: GamingGadgets.de)

Der MOGA Ace Power war der erste offiziell von Apple abgesegnete Controller, der explizit für iOS7-Geräte ausgelegt war. Das erklärt auch, wieso das Zubehör zuerst nur im Apple Store erhältlich war, mittlerweile könnt ihr den Controller auch in Shops wie Handyfun.de für nach wie vor knapp 100 Euro kaufen. Euch erwartet eine schicke Verpackung und eine Peripherie, die in jedem Fall wertig aussieht. Dennoch ist der Start eine kleine Enttäuschung. Der beiliegende QR-Code führt zu einer Webseite, die nicht mehr existiert. Was also tun? Welche Spiele unterstützen den Controller überhaupt? Hier dürft ihr fleißig im AppStore suchen oder auf die hilfreiche Software Game Controller Apps zurückgreifen. MOGA selbst hat hier nichts, aber auch gar nichts im Angebot. Ernüchternd und in Anbetracht des besagten Preises nicht in Ordnung.

Zufriedenstellend und dank Controller-Unterstützung durch das Betriebssystem ist dagegen der eigentliche Start. Habt ihr euer iPhone in eine tragbare Spielkonsole verwandelt, startet ihr einfach ein geeignetes Spiel, konfiguriert in den Optionen ggf. den Controller und legt los. Das geht so flott wie bei einem regulären Konsolen- oder PC- Spiel. So muss das sein! Positiv fällt bei einem längeren Spielen auf, dass der MOGA Ace Power wirklich sehr gut in der Hand liegt, obwohl die komplette Apparatur etwas länger als eine PlayStation Vita ist. Einzig die dezenten Klacker-Geräusche beim Betätigen der Haupt-Buttons nervt mich etwas, hier sind die Knöpfe eines Xbox 360-Controllers deutlich leiser.

Beim Spielen probierte ich unter anderem „Asphalt 8“, „Knights of the Old Republic“, „LEGO Star Wars“, „Muffin Knight“, „Tomb Raider“, „GTA: San Andreas“, „Dead Trigger 2“, „Babylon Twins“, „Leo’s Fortune“ und noch ein paar andere Apps aus. Immer dann, wenn ihr einen zweiten Analogstick (gerade bei 3D-Spielen) nutzen dürft, wird deutlich, wie wichtig diese beiden heutzutage sind. Es ist ein Grund, wieso mir der Ace Power besser gefällt als Logitechs Gegenstück. Ansonsten nehmen sie sich aber nicht allzu viel, wieso auch?

Erwähnenswert ist , dass ihr tatsächlich eine fast vollwertige Konsolen-Atmosphäre herstellen könnt, spielt ihr beispielsweise über Apple TV und Airplay Mirroring an eurem HDTV. Sicherlich müsst ihr dann eine gewisse Latenz in Kauf nehmen, bei weniger zeitkritischen Apps klappt das allerdings sehr gut – bei „Leo’s Fortune“ zum Beispiel. Einen HDMI-Adapter dürft ihr auch beim Ace Power nicht benutzen, wird der Lighning-Anschluss doch für das Gamepad benötigt.

Fazit: Gut, aber…

Gute Peripherie. (Foto: GamingGadgets.de)
Gute Peripherie. (Foto: GamingGadgets.de)

Was soll ich sonst noch zu einem iOS7-Controller sagen? Ähnlich wie zuletzt beim Logitech Powershell muss ich den hohen Preis kritisieren, den MOGA noch immer nicht angepasst hat (Logitech allerdings schon). Ist das für euch kein Argument gegen den Ace Power, dann erhaltet ihr hier eine wirklich gut funktionierende Peripherie, die nur ganz selten einen etwas wackeligen Eindruck hinterlässt. Sonst funktioniert das Zubehör ausgesprochen gut und hinterlässt eine prächtige Handheld-Atmosphäre. Mittlerweile gibt’s auch weit über 200 Spiele, die Gebrauch vom Ace Power machen, an Nachschub mangelt es also nicht. Ärgerlich ist nur, dass MOGA nicht in der Lage war, offizielle Apps bereit zu stellen, um so das Finden geeigneter Spieler zu erleichtern. Wieso eigentlich nicht?

Ansonsten gibt’s hier zwei feine Analogsticks, alle nötigen Tasten und eine gute Verarbeitung. Wäre da nicht der happige Preis – hier sollte der Hersteller noch einmal nach unten korrigieren. Für an die 50 Euro könnte ich diesen Controller ohne zu zögern empfehlen.

Weitere Details erhaltet ihr auf der offiziellen Webseite.

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