Nexus Player

Die Streaming-Konsole von Google! Was bietet das Gerät?

16. Oktober 2014 • 0:06 Uhr

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Eine Frisbee-Scheibe? Ein UFO? (Foto: Google)

Vor einiger Zeit noch ein seltsames Gerücht, nun offiziell: ASUS und Google bringen zusammen den Nexus Player in den Handel. Mit dieser kreisrunden Streamingmaschine haben beide Unternehmen Apple TV, Amazons Fire TV und durchaus auch ähnliche Geräte wie PlayStation TV im Visier. Set-Top-Box mit Gaming-Tauglichkeit für 100 US-Dollar – das klingt gut, oder?

Gute GPU, lahme CPU

Der Nexus Player ist fällt alleine schon aufgrund seines unkonventionellen Designs auf, doch entscheidend sind natürlich die inneren Werte. Hier verbaut Hersteller ASUS einen 1,8 GHz schnellen Quadcore-Prozessore von Intel – ein nicht näher spezifizierter Prozessor der Atom-Reihe. Geht von einem aus der Z3700er-Reihe aus, also einem Chip aus dem relativ leistungsschwachen Niedrigpreissegment. Interessant ist dagegen die die PowerVR Series 6-2D/3D-GPU, die nicht zu unterschätzen ist und zumindest OpenGL ES sowie DirectX 10 unterstützt. Abhängig von dem, was hier letztlich verwendet wird, könnte der Grafikchip auch DirectX 11.1 beherrschen. Er dürfte dem aus dem iPhone 5S oder gar aus den iPhone 6(+) ähneln. Zusätzlich gibt’s leider nur 1GB RAM und 8GB Flash-Speicher, der nicht erweitert werden kann.

Eine Frisbee-Scheibe? Ein UFO? (Foto: Google)
Eine Frisbee-Scheibe? Ein UFO? (Foto: Google)

Über HDMI schließt ihr den Nexus Player an einen HDTV an, Auflösungen bis 1080p (60Hz) werden unterstützt. Zusätzlich gibt’s einen Micro-USB 2.0-Port, Bluetooth 4.1 und WIFI 802.11 ac 2×2 (MIMO). Mehr nicht.

Wozu?

Was hat Google mit dem Nexus Player vor? Es sind zwei Einsatzgebiete vorgesehen. Zum einen streamt ihr beliebige Inhalte auf euren Fernseher. Zahlreiche Apps bringen Mediendienste wie zum Beispiel Netflix auf den HDTV. Google Play mit Video- und Musikangeboten nutzt ihr ebenfalls. Ihr dürft sogar sämtliche Chromecast-Apps verwenden, sprich: Ein Chromecast-Stick wird überflüssig. Den Nexus Player könnt ihr mit Smartphone oder Tablet steuern. Die Remote unterstützt dank Mikrofon auch Sprachsuche. Amazons Fire TV lässt grüßen. Sowieso ähneln sich beide Geräte sehr. Auch hier ist der Gaming-Aspekt ein wichtiger. Google bietet für 40 US-Dollar einen optionalen Controller an, der explizit zum Zocken anspruchsvollerer Titel gedacht ist. Verbunden wird dieser über Bluetooth.

Streaming ohne Ende. (Foto: Google)
Streaming ohne Ende. (Foto: Google)

Android TV

Als Betriebssystem verwendet der Nexus Player eine speziell angepasste und für HDTVs gedachte Version vom mobilen Betriebssystem Android, das auf den Namen Android TV hört. Das Gerät ist ohnehin ein Vorreiter für zahlreiche ähnlich geartete Player, die uns in den kommenden Monaten von anderen Herstellern erwarten. Und genau das lässt die Frage aufkommen, ob es sich nicht lohnt, noch einige Zeit zu warten. Aktuell sehe ich jedenfalls keinen Grund, diese Hardware ab dem 17. Oktober 2014 für 100 US-Dollar vorzubestellen. Abgesehen davon, dass diese Angaben nur für den US-Markt gelten und noch keine Daten für Europa respektive Deutschland kommuniziert wurden. Es ist damit zu rechnen, dass zeitnah weitere Anbieter mit sehr ähnlichen, vielleicht sogar leistungsfähigeren Lösungen den Markt erobern wollen. Von Nvidia und Razer gab es ja schon entsprechende Ankündigungen. Persönlich würde ich auch lieber einen Nvidia Tegra K1-Chip und 2GB RAM favorisieren.

So oder so: Der Nexus Player ist durchaus spannend. Angepasste Games werden sicher schnell erscheinen, dazu gesellen sich Multimedia-Fähigkeiten, kostenlose Multiplayer-Spiele über Google Play Games und potentiell unglaublich viele Apps – dank Android-Basis. Google könnte die aktuell bereits erhältlichen Mitbewerber schnell vom Markt fegen. Vielleicht wird Apple darauf auch mal reagieren? Ein Update des aktuellen Apple TV ist längst überfällig…

Weitere Details zum Nexus Player bekommt ihr auf der offiziellen Webseite.

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