Nintendo Classic Mini: Super Nintendo Entertainment System

Typisch Nintendo! Der Praxistest!

8. Oktober 2017 • 13:37 Uhr

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Same procedure as every year. Nach dem phänomenalen Erfolg der Mini NES-Ausgabe im letzten Jahr, schiebt Big N die nächste Retro-Konsole im Kleinformat nach. Das Mini SNES bietet mit rund 20 vorinstallierten Spielen fast die gleichen Vor- und Nachteile des Vorgängers. Im Praxistest.

Geschichte wiederholt sich. Kaum war das Mini SNES im Vorverkauf, schon war es wieder weg. Nintendo hat zwar inzwischen für Nachschub gesorgt, aber ob damit alle Retro-Fans bedient werden können, ist zweifelhaft. Ist ja auch kein Wunder, denn wie kaum eine andere Konsole steht das SNES mit rund 50 Millionen verkauften Exemplaren für den Triumphzug der Videospiele. Spiele wie „Super Mario World“, „Super Mario Kart“ oder „Star Fox“ zählen zu den Meilensteinen der Videospielgeschichte. Sie alle sind beim Mini SNES dabei. Also kein Grund zur Sorge?

Klein ist nur die Konsole. Die Controller besitzen die Größe des Originals. (Foto: Andreas Müller)
Klein ist nur die Konsole. Die Controller besitzen die Größe des Originals. (Foto: Andreas Müller)

Das ist drin

Neben der Konsole sind zwei Controller sowie ein HDMI- und ein USB-Ladekabel dabei. Leider verzichtet Nintendo wieder einmal auf einen Kopfhörerausgang und ein Netzteil. Letzteres könnt ihr aber nachkaufen. Auch diesmal ist die Kabellänge zu kurz. Während die Controller gegenüber dem Mini NES-Gamepad deutlich mehr Spielraum haben, ist das HDMI-Kabel kaum einen Meter lang. Das hat Vor- und Nachteile. Einerseits müsst ihr euch deswegen relativ dicht an den Fernseher setzen, aber andererseits könnt ihr den Resetknopf sowieso nur manuell betätigen.

Echte Module schluckt das Gerät nicht. Der Reset-Knopf funktioniert aber. (Foto: Andreas Müller)
Echte Module schluckt das Gerät nicht. Der Reset-Knopf funktioniert aber. (Foto: Andreas Müller)

Die Videoausgabe wird über HDMI in einer Auflösung von 1.280 x 720 Pixeln auf eurem Flatscreen dargestellt. Drei Darstellungsoptionen stehen zur Auswahl: Original, 4:3 und ein CRT-Modus, der euch einen alten Röhrenfernseher vorgaukelt. Subjektiv betrachtet habe ich mit der Originalauflösung die besten Erfahrungen gemacht. Gerade bei der 4:3-Auflösung wird die Grafik doch arg pixelig und unübersichtlich.

Hinter der Fassade. (Foto: Andreas Müller)
Hinter der Fassade. (Foto: Andreas Müller)

Verständlicherweise verzichtet Nintendo aus Platzgründen auf Originalhardware, denn schließlich ist das Mini SNES nicht mal halb so groß wie das Original. Im Grunde ist es nur eine Hardwareemulation wie RetroPie, nur eben mit stark eingeschränkten Funktionen. Die Controller lassen dagegen echtes Retrofeeling aufkommen. Sie sind genauso groß, doch leichter als das Original.

Diese Spiele sind dabei

21 Spiele aus unterschiedlichen Genres sind vorinstalliert. Um es aber gleich vorweg zu sagen: Das ist viel zu wenig! Wie schon beim Vorgänger hätte Nintendo locker noch ein paar Spiele draufpacken können. Da ihr zum Beispiel online keine weiteren Spiele dazukaufen könnt, müsst ihr wohl demnächst auf Hardware-Hacks wie beim Mini NES zurückgreifen. Muss das sein, Nintendo?

Super Mario World fehlt nicht. (Foto: Screenshot / Andreas Müller)
Super Mario World fehlt nicht. (Foto: Screenshot / Andreas Müller)

Zumindest kann sich die Spielauswahl qualitativ sehen lassen. „Super Mario World“ ist genauso dabei wie „Secret of Mana“, „Legend of Zelda: A Link to the Past“ oder „Contra 3“. Richtige Gurken findet ihr kaum. Lediglich die Minigolf-Variante „Kirby’s  Dream Course“ fällt spielerisch deutlich ab. Persönlich hätte ich mich noch auf „Chronotrigger“ oder „Fire Emblem“ gefreut. Letzteres ist sogar bei der japanischen Version des Mini SNES dabei.

Wenige Anschlüsse. Aber Hacker werden sie schon zu verwenden wissen. (Foto: Andreas Müller)
Wenige Anschlüsse. Aber Hacker werden sie schon zu verwenden wissen. (Foto: Andreas Müller)

Nicht alle Spiele haben sich gut gehalten. Besonders Titel wie „F-Zero“, „Super Mario Kart“ oder “Star Fox“, die damals durch Technik und Tempo glänzten, besitzen heute nur noch nostalgischen Wert. Nur aus spielhistorischer Sicht ist das bisher unveröffentlichte „Star Fox 2“ interessant. Im Gegensatz zum Vorgänger fliegt ihr keinen vorgegebenen Weg ab, sondern messt euch mit den Gegnern in einer Art Dogfight. Das ist spielerisch öde und ruckelt teilweise furchtbar. Ob es an der Emulation oder an der Originalprogrammierung liegt, wird wohl niemand 100 % sagen können. Dagegen überzeugen „Super Mario World“, „Super Metroid“ oder besonders „Contra 3“ auch jetzt noch mit Spielwitz und gekonntem Leveldesign. Wenn es zu schwer wird, dürft ihr sogar abspeichern oder bis zu einer Minute zurückspulen. Bedauerlich: Alle Spiele sind in Englisch. Besonders Kinder dürften an dieser Sprachbarriere scheitern.

Liste der Spiele auf dem Mini SNES:

  • Contra 3
  • Donkey Kong Country
  • Earthbound
  • Final Fantasy III
  • F-Zero
  • Kirby Superstar
  • Kirby’s Dream Course
  • The Legend of Zelda: A Link to the Past
  • Mega Man X
  • Secret of Mana
  • Star Fox
  • Star Fox 2
  • Street Fight II: Super Turbo
  • Super Castlevania IV
  • Super Ghouls ’n Ghosts
  • Super Mario Kart
  • Super Mario RPG: Legend of the Seven Stars
  • Super Mario World
  • Super Metroid
  • Super Punch-Out
  • Yoshi’s Island

Fazit: Da wäre mehr drin gewesen

Ich kann mich eigentlich nur wiederholen. Das Nintendo Classic Mini SNES bietet wie der Vorgänger unkomplizierten Retrospaß. Zwei Kabel einstöpseln, zack, fertisch. Unter den vorinstallierten Spielen finden sich zahlreiche Klassiker, die ihr einfach gespielt haben müsst. Punkt.

Allerdings ist die Spielauswahl wieder einmal viel zu mickrig, die Kabel sind zu kurz und weitere Spiele dazukaufen geht  nicht. Typisch Nintendo halt. Wer sich davon nicht abschrecken lässt oder geduldig auf Hardware-Hacks wartet, kann mit dem Nintendo Classic Mini SNES nicht viel falsch machen.

Bei Amazon ist das Mini SNES immer mal wieder erhältlich – für knapp 100 Euro.

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Nintendo Classic Mini: Super Nintendo Entertainment System
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