Nintendo Gameboy

So macht ihr den Handheld-Klassiker fit für die Zukunft!

25. Januar 2015 • 13:45 Uhr

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Was könnt ihr mit einem alten Gameboy noch anstellen? Dank einer nach wie vor großen Fangemeinde und cleveren Tüftlern eine ganze Menge. Wie ihr eure betagte Handheld-Konsole fit für die Gegendwart und Zukunft macht?

Aus ALT mach….

Er war ein tolles Geschenk – der doch recht vergilbte Gameboy. Obwohl das originale Modell mittlerweile bis zu 25 Jahre alt sein kann, verrichtet es im besten Fall noch seinen Dienst. Sofern er gut behandelt wurde. In meinem Fall gab’s kaum Grund zum Nörgeln: Der Displayschutz war neuwertig, die Tasten zum Spielen funktionierten tadellos und Schwierigkeiten bei der Verwendung (Modulslot etc.) existierten auch nicht.

Aber wie das so ist: Man gibt sich nie so recht zufrieden mit dem, was man hat. Schon nach etwas Recherche fanden sich etliche spannende Modifikationen. Neben Veränderungen am Gehäuse fielen vor allem die Hintergrundbeleuchtungen ins Auge. Ihr erinnert euch? Der ursprüngliche Gameboy verfügt über keine solche, was zur Folge hat, dass ihr nur bei guten Lichtverhältnissen etwas erkennen könnt. Zwar boten Nintendo und andere Hersteller Zubehör an, perfekt zufriedenstellend waren diese Licht-Aufsätze nie.

So sah er vorher aus: Ohne HIntergrundbeleuchtung und leider auch vergilbt. (Foto: GamingGadgets.de)
So sah er vorher aus: Ohne HIntergrundbeleuchtung und leider auch vergilbt. (Foto: GamingGadgets.de)

Jedenfalls war plötzlich das große Interesse geweckt. Ich wollte unbedingt eine Hintergrundbeleuchtung für die olle Daddelkiste. Diverse Lösungen fanden sich im Netz, die meisten besaßen ein ähnliches „Problem“: Eine vollständige, gleichmäßige Ausleuchtung des Displays kann nicht gewährleistet werden. Unter anderem, weil die am Bildschirmrand platzierten LEDs die gesamte Fläche nicht vollständig illuminieren können. Und dann entdeckte ich backlight4you.

Ausleuchtung komplett, aber nichts für Laien!

Für Experten: Nachrüsten ist mit etwas Aufwand möglich. (Foto: backlight4you)
Für Experten: Nachrüsten ist mit etwas Aufwand möglich. (Foto: backlight4you)

Seit noch nicht allzu langer Zeit verkauft backlight4you die eigens entwickelte Hintergrundbeleuchtung. Diese bietet genau das, was ich mir wünschte. Möglich wurde dies wohl durch eine homogene Flächenlichtverteilung. Vier aufwändig entworfene LEDs (statt sonst drei) mitsamt Polarisationsfolie erzeugen das gewünschte Resultat. Hinzu kommt noch ein sogenannter Bivert-Chip, der das Kontrastverhältnis verbessert. Den möchte ich dringend empfehlen.

Problematisch für die meisten Gamer ist, dass ihr die Lösung von backlight4you selbst einbauen müsst. Für 20 Euro erhaltet ihr die Hintergrundbeleuchtung mit Polarisierungsfolie und Bivert-Chip, für die Modifikation sind allerlei Schritte nötig, die nicht ganz ohne sind. Besonders für Laien. Stichwort: Lötkolben, Schleifpapier, Bohrer. Schreckt euch das nicht ab, bekommt ihr praktische Schritt-für-Schritt-Anleitungen im Netz, zum Beispiel im circuit-board.

Die Mod ist für den ersten Gameboy (DMG) gedacht. (Foto: GamingGadgets.de)
Die Mod ist für den ersten Gameboy (DMG) gedacht. (Foto: GamingGadgets.de)

Bedenken solltet ihr, dass solche Veränderungen in erster Linie für den Gameboy DMG, also das erste Modell, gelten. Der Gameboy Color kann technisch bedingt nicht mit einer solchen Hintergrundbeleuchtung gepimpt werden. Hier existieren andere Ansätze, genauer Vordergrundbeleuchtungen.

Hilfe für Noobs

Ich geb’s zu: Ich traute mich nicht an diese Bastelei heran und überließ die Arbeit dem aktuell ausgebuchten Profi-Bastler Andreas König von Don King’s Konsolenservice. Sicherlich möchte er auch Geld verdienen, rechnet also mit einem entsprechenden Aufschlag. Ich persönlich finde diesen absolut in Ordnung und vertretbar, vor allem weil Andreas sehr gute Arbeit leistet und individuelle Wünsche berücksichtigt. Er reinigte meinen Gameboy, säuberte das Batteriefach (leicht angerostete Kontakte) und bog sogar den Kontakt zur Start-Taste wieder zurecht. Diese verweigte sporadisch ihren Dienst. Und er bot mir ebenfalls gegen einen fairen Aufpreis ein gebleichtes Alternativ-Gehäuse an, mit dem die Vergilbung meines Gameboys verschwand. Vor den Retrobright-Experimenten mit dem Mischen von Chemikalien, um beispielsweise Nikotin-Verfärbungen zu beseitigen, hatte ich ohnehin Angst.

Das klappte alles tadellos und ohne Schwierigkeiten. Seitdem besitze ich einen tollen, sauberen Gameboy, der erstklassig funktioniert und mit seiner blau leuchtenden LED-Hintergrundbeleuchtung auch schick aussieht. Ich will kein Geheimnis daraus machen, dass ich dafür etwas über 70 Euro bezahlt habe. Und ich habe keinen Cent bereut, wirklich nicht.

Meine nächste Anschaffung wird vermutlich noch einmal so viel Geld verschlingen. Ich liebäugle mit dem Everdrive GB. Danach – ja, dann bin ich wunschlos glücklich. Hm, wobei. Etwas mehr Farbe am Gehäuse könnte mein Gameboy schon noch vertragen, oder?

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Über Sven

Sven fasziniert seit über 20 Jahren das Spielen in jeder Form. Egal ob Videospiel oder die dazugehörige Konsole – Hauptsache, es blinkt, macht Geräusche und unterhält. Und vor allem sind es Gadgets, die ihn in den Bann gezogen haben. Vom asiatischen Handheld-Klon bis hin zum lebendig anmutenden Roboter – es gibt halt so viele tolle Sachen. Ihr findet den Autor unter anderem auch bei Google+ oder Facebook.


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Zuletzt aktualisiert: 14:24 Uhr

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