Nintendo NX

Ist das die Konsole, die wir wollen? Wirklich?

27. Juli 2016 • 0:15 Uhr

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Wieso kommt NX erst nächstes Jahr? (Foto: Nintendo)

Es wäre wohl leichter, würde Nintendo endlich die NX-Konsole der Öffentlichkeit vorstellen. Bis dahin bleiben uns Gerüchte, die durch neue Meldungen befeuert werden. Nur richtig gut klingen die aktuellen Infos nicht. Oder?

Eurogamer möchte erfahren haben, was die für den März 2017 geplante Nintendo NX wird: eine Handheld-Konsole mit eigenem Display. Am linken und rechten Bildschirmrand befinden sich Controller-Einheiten, die sich bei Bedarf entfernen lassen. Das Gerät selbst kann unterwegs genutzt werden. Daheim wird es in eine Art Dockingstation gesteckt, um Games nicht mehr nur mobil, sondern am großen Fernseher zu genießen. Die abnehmbaren Gamepads, bei der Skizze von Eurogamer mit Analogsticks und Tasten bzw. Steuerkreuz dargestellt, werden weiter verwendet. Yves Guillemot, CEO von Ubisoft, meinte kürzlich, NX wäre großartig und könnte wieder (wie die Wii damals) Gelegenheitsspieler begeistern. Bei einem solch Plug&Play-Konzept und einfachen Controllern mit wenigen Tasten kann ich mir das auch vorstellen.

Eine Skizze von Eurogamer. (Foto: Eurogamer)
Eine Skizze von Eurogamer. (Foto: Eurogamer)

Wirklich? Echt jetzt?

Sehr skeptisch machen mich weitere „Fakten“. So setze Nintendo wohl nicht nur auf Downloads von Spielen, sondern wieder auf gute, alte Spielmodule. Vermutlich könnten (SD-)Speicherkarten zum Einsatz kommen, was gegenüber optischen Datenträgern zu deutlich höheren Herstellungskosten führen dürfte. Die Japaner empfehlen Spieleherstellern wohl 32GB-Cartridges, die bei potentiellen Top-Titeln knapp werden können. Und wie viel internen Speicher wird NX wohl besitzen?

Und da ist noch ein weiterer Punkt: Nintendo könnte einen aktuellen oder kommenden Tegra-Chip von Nvidia als Herz der Plattform einsetzen. Bisher werden diese SoC-Lösungen in erster Linie in Nvidia-eigenen Devices verwendet, darunter im Shield Android TV der aktuelle Spitzenchip X1. Der werkelt ebenso im Google Pixel C-Tablet, für den Smartphone-Sektor ist er aufgrund recht hoher Hitzeentwicklung und Leistungsaufnahme nicht geeignet.

Es ist gut möglich, dass ein Ableger des X1, der schwächere K1 oder gar ein optimierter X2 bei NX genutzt wird, Digital Foundry geht auch davon aus. In Entwickler-Kits werkelt der X1 allen Anschein nach. Dennoch reden wir am Schluss zwangsläufig über eine CPU/GPU-Lösung, die zwar einer Wii (U), einer Xbox 360 oder einer PS3 überlegen ist, nicht aber einer PS4 oder Xbox One. Ich kann mir kaum vorstellen, dass der Tegra Next, welcher im August 2016 enthüllt werden soll und vielleicht für NX geeignet ist, viel mehr Performance bieten wird als der X1, auch wenn mit 16nm-Fertigungsprozess und Grafikeinheit basierend auf der Nvidia Pascal-Architektur noch eine Menge herauszuholen ist. Am Schluss muss der Chip für den mobilen Einsatz geeignet sein, also stromsparend und möglichst passiv gekühlt werden.

Tegra für NX. (Foto: Nvidia)
Tegra für NX. (Foto: Nvidia)

Wenn schon ein Nvidia-Chip der Tegra-Reihe im NX steckt, läge die Vermutung nahe, als Betriebssystem Android zu verwenden. Allerdings entwirft Nintendo ein eigenes OS, das hoffentlich Entwicklern eine hardwarenahe Programmierung ermöglicht und somit das Potential ausschöpft (Die Vulkan-API dürfte unterstützt werden). Trotzdem: Auf der Höhe der aktuellen Konsolen, die mit PS4 Neo und Xbox One Scorpio 2017 einen weiteren Sprung nach vorne machen, wird NX auf keinen Fall sein. Und abwärtskompatibel auch nicht, höchstens via Software bzw. Emulator.

Neugierde vs. Enttäuschung

Ich weiß aktuell nicht so genau, was ich von den Spekulationen halten soll. Die Berichte bei Eurogamer lesen sich nicht so, als wären das nur vage Vermutungen. Und sollten diese „Fakten“ stimmen, kommt am Schluss offenbar eine Art Gaming-Tablet heraus, das einfach an den HDTV angeschlossen werden kann. Simples, eingängiges Zocken – sowohl unterwegs als auch in den eigenen vier Wänden. Das klingt eigentlich schön. Andererseits fühlt sich das so nostalgisch an. Spielmodule? Technisch bedingt kein 4K-Gaming? Und VR ist sowieso (noch) kein Thema? Als Launch-Titel gibt’s „Zelda: Breath oft he Wild“, das eventuell genauso wie auf der Wii U aussehen wird, weil der neue Nvidia-Chip gar nicht so viel mehr schafft?

Mich kickt das gegenwärtig echt nicht, weil NX das Gefühl vermittelt, als reden wir über eine Weiterentwicklung der aktuellen und wenig erfolgreichen Wii U. Mobiler und vielleicht flexibler – nur genügt das, um wieder 100 Millionen Konsolen abzusetzen, wie damals bei der Wii? Dennoch: Ich bleibe neugierig und freue mich natürlich auf das, was da kommt. Und sei es, um darüber meckern zu können…

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