Oculus Rift

Finales Modell, Microsoft und zu viele offene Fragen

11. Juni 2015 • 21:32 Uhr

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Was bleibt? (Foto: Oculus VR)

Nach über drei Jahren Entwicklungszeit stellte Oculus VR die finale Oculus Rift vor – so, wie wir sie kaufen können, wenn sie im 1. Quartal 2016 erscheint. Doch das allein genügt nicht: Microsoft unterstützt die VR-Brille. Und mit Oculus Touch gibt’s sogar spzielle VR-Eingabegeräte.

Überarbeitetes Modell

Das Modell für uns Endkunden soll deutlich besser sitzen, komfortabel und für Brillenträger geeignet sein. Das integrierte VR-Audiosystem ermöglicht 360-Grad-Akustik – passend zum Dargestellten. Ein separater Infrarotsensor wird im Raum platziert, er nimmt Bewegungen wahr und überträgt diese an die jeweilige VR-Software bzw. den Rechner. Auch erkennt das Gerät, ob man sitzt oder steht.

Ansonsten nennt Oculus VR aktuell noch immer keine präzisen technischen Details. Welche Auflösungen besitzt das verwendete Display? Wie sieht’s mit der Latenz aus? Wie erfolgt die Übertragung zum PC? Hat sich etwas gegenüber den vorherigen Entwickler-Kits getan?

Microsoft mit an Bord

Die in meinen Augen größte Überraschung: Microsoft unterstützt Oculus Rift intensiv. Die VR-Peripherie wird mit einem Xbox One-Controller mitsamt Wireless-Adapter für PCs ausgeliefert. Nur was, wenn man bereits einen solchen Controller besitzt? Windows 10 wird übrigens optimal mit Rift funktionieren, so versprechen es die Verantwortlichen.

Microsoft steuert den Xbox One-Controller bei. (Foto: Oculus VR)
Microsoft steuert den Xbox One-Controller bei. (Foto: Oculus VR)

Außerdem könnt ihr Xbox One-Spiele virtuell auf einen fiktiven, riesigen Fernseher streamen und diesen mit der Brille auf dem Kopf betrachten. Das klingt zugegeben etwas schräg, was auch einen Grund besitzt: Im Gegensatz zu Project Morpheus, das explizit für die PS4 ausgelegt ist, ist Oculus Rift für Desktop-Rechner gedacht, nicht aber für die Xbox One. Somit gehen Oculus VR und Microsoft diesen Umweg über das Oculus Cinema, die Videoplattform der Brille. Das dürfte nicht zu dem gleichen Erlebnis wie bei Sonys Gegenstück oder Windows 10-Spielen mit VR-Support führen, ist aber immerhin eine akzeptable „Notlösung“. Gegenwärtig ist eh noch nicht 100%ig sicher, ob Spiele ohne Umweg von der Xbox One zur Rift gestreamt werden oder ein Windows 10-PC nötig ist. Ich tippe auf zweitgenannte Variante, denn sonst könnten ja gleich VR-Games dargestellt werden – und nicht der virtuelle Fernseher.  Micrsosoft selbst drückt sich da schwammig aus.

Oculus Touch

Ohnehin habe ich das Gefühl, als führe der Xbox One-Controller nicht zur perfekten Spielerfahrung. Nicht ohne Grund kündigte Oculus VR noch Oculus Touch an. Das ist ein zweigeteiltes Eingabegerät – für jede Hand eine Controller-Hälfte. Ihr haltet die Komponenten an den extra vorgesehenen Bestigungen und könnt so die zwei Analogsticks und Buttons erreichen. Es ist von einer natürlichen Orientierung in VR-Szenarien die Rede, Bewegungssensoren und haptisches Feedback (Vibrationen) fehlen nicht.

Oculus Touch für eingängige Steuerung in VR-Welten. (Foto: Oculus VR)
Oculus Touch für eingängige Steuerung in VR-Welten. (Foto: Oculus VR)

Wahrscheinlich wird Oculus Touch separat verkauft. Zu welchem Preis? Noch nicht bekannt. Sowieso verrät der zu Facebook gehörende Hersteller noch keine Zahlen. Vielleicht gibt’s auf der E3 weitere Details?

Was soll das?

Die Präsentation vor dem Start der weltgrößten Spielemesse in einigen Tage konnte mich irgendwie nicht packen. Wir haben jetzt das endgültige Modell der Oculus Rift, ohne dass technische Details vorgestellt wurden. Toll. Und Oculus Touch sieht mir eher nach einem Schnellschuss aus, der von einem „stylisch“ sowieso sehr weit entfernt ist. Letztlich wird die Brille mit einem Xbox One-Controller im Bundle angeboten – steht man also nicht zum eigenen Gamepad? Die Integration der Xbox One kann man doch nicht wirklich ernst nehmen, oder? Ich meine: Ich starre auf einen virtuellen HDTV, um Konsolenspiele mit der Oculus Rift zu zocken? Ich verstehe wie gesagt den Ansatz, nur möchte ich das als Gamer wirklich? Warum sollte ich das tun?

Das könntet ihr in eurem Spielezimmer sein. Sexy? Haha. (Foto: Oculus VR)
Das könntet ihr in eurem Spielezimmer sein. Sexy? Haha. (Foto: Oculus VR)

Und schaue ich mir so manches aktuelle Pressebild von Oculus VR an, vergeht mir langsam die Lust auf Virtual-Reality. Ein Monstrum auf dem Kopf suggeriert mir spektakuläre Welten, seltsame Controller an den Händen ermöglichen eine Navigation. Und in meiner Wohnung steht noch dieser große Sensor rum. Meine Güte. Klar, das Erlebnis könnte sensationell sein. Könnte. Vielleicht aber wird VR auch nur ein Hype, von dem wir recht schnell genug haben? Genauso wie die Bewegungssteuerung der Wii, die mittlerweile niemand mehr will?

Wow? Oder was denkt das Model wohl? (Foto: Oculus VR)
Wow? Oder was denkt das Model wohl? (Foto: Oculus VR)

Sicher bin ich etwas zu misstrauisch und auch etwas genervt von dem VR-Überangebot derzeit. Eventuell muss sich die Spreu vom Weizen trennen. Vermutlich müssen sich die Technologien etablieren, verbessern, durchsetzen. Was mir Oculus VR jetzt als Produkt offenbarte, kickt mich noch nicht so recht. Mal gucken, ob ich das anders sehe, wenn die Peripherie in vielleicht einem 3/4 Jahr erhältlich ist. Außerdem gilt hier ebenfalls: „Software sells Hardware“. Und die soll mithilfe hoher Preisgelder von Indie-Entwicklern kommen. Hm…

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11 Kommentare

  1. TEST am

    Man braucht aber keinen PC für das Streamen von Xbox One spielen in die Rift. Es wird das Spiel innerhalb der Brille in einem „virtuellen“ Kinosaal projiziert …
    Echte VR Spiele für Xbox One kommen dann wohl aber in der Zukunft …

    Streaming der Spiele geht aber direkt von der Xbox One (mit Windows 10) in die Oculus Rift.

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        • Sven am

          Danke für den Link. Nur in dem ist nicht davon die Rede, dass die Xbox One direkt zu Rift streamt. Aber mal ehrlich: Würde das von Anfang an der Fall sein, hätte das Microsoft auch ganz genauso so mit Oculus VR beworben. Stattdessen ist nur von Streaming die Rede. Oculus Rift erscheint im 1. Quartal 2016 – bis dahin dürfte jede Xbox One Windows 10 besitzen. Also hätte man das bei einer solchen Präsentation auch entsprechend erwähnen können.

          Ich habe jetzt auch noch einige andere Seiten angesurft, da ist aktuell nur von Windows 10-Streaming (Xbox One zu PC und dann zu Rift) die Rede. So hieß es auch bei der Vorführung.

          Ich will ja gar nicht ausschließen, dass das nicht möglich sein wird. Aktuell ist davon aber eben nicht die Rede. Und das ist dann doch ein Unterschied zu Morpheus und PS4. Mal gucken, ob sich das in den nächsten Monaten noch ändert. Oder schon auf der E3…

  2. Test am

    Die schreiben das es nicht wie bei der PS4 funzt, wo es wohl das Spiel die gesamte Brille bedeckt, wenn es es PS4 vr Spiel ist.

    Bei Xbox One wäre es erstmal nur das streamen des Spiels in die Brille, wo es dann auf einer Art virtuellen Kino dargestellt wird, weil es ja kein reines Xbox VR Spiel gibt

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    • Sven am

      Das wäre eigentlich egal. Du kannst schon viele PC-Spiele so konfigurieren, dass sie mit VR-Brillen funktionieren. Es ist sogar recht einfach zu realisieren und könnte die Xbox One auch technisch schaffen (ist ähnlich wie ein Treiber). Letztlich müssen wir gucken, was die nächsten Monate bringen. Wenn man Xbox One-Spiele direkt auf Oculus Rift streamen kann, wäre das auf jeden Fall super. Diese Kino-Sache finde ich jedenfalls eine nicht wirklich schöne Lösung. :)

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  3. Test am

    Also er sagt ganz klar, Xbox One Spiele direkt zur Oculus, da beide Geräte mit Windows 10 laufen …

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  4. Test am

    News.Xbox.com

    da steht es auch nochmal

    Was die ganzen Reporter schreiben, verwechseln die wohl, weil es im Endeffekt nur die gleiche Funktion ist, wie von Xbox zum pc streamen

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    • Sven am

      Ah, jetzt. Es ist dennoch nach wie vor missverständlich – genauso die offizielle Aussage von Microsoft (http://news.xbox.com/2015/06/xbox-xbox-and-oculus-partner-to-change-the-face-of-virtual-reality). Und es macht wie gesagt keinen Sinn: Würde man Xbox One-Spiele direkt auf Rift streamen können (also von Anfang an, später kann es ja kommen), wieso dann im Cinema-Modus und nicht direkt in VR? Dann hätten sie dafür wenigstens eine Techdemo zeigen können – aber das ist nicht der Fall.

      Weil es aber ein IMO unklarer Aspekt ist, wie genau die Xbox-Spiele zur Rift kommen, ändere ich das mal etwas ab. Danke für den Hinweis auf jeden Fall! Das nächste Mal wäre ein richtiger NAme von dir schön. ;)

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