Oculus Rift Santa Cruz

Die Zukunft der VR-Brille ist kabellos

7. Oktober 2016 • 12:55 Uhr

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Die Oculus Rift der Zukunft. (Foto: Oculus VR / Screenshot / YouTube)

VR steckt noch in den Kinderschuhen. Und niemand weiß so recht, ob aus dem aktuellen Hype ein echter Markt für die Zukunft wird. Egal, bei Oculus VR denkt man trotzdem weiter. Die VR-Brille Santa Cruz zeigt die Richtung. Ohne Kabelei.

Hersteller Oculus VR präsentierte auf der eigenen Entwicklerkonferenz Oculus Connect 3 aktuelle Entwicklungen rund um die VR-Brille Oculus Rift. Teure Oculus Touch-Controller (200 Euro) ab Dezember, ein weiterer Sensor für Room-Scale (endlich) und allerlei Techdemos wurden vorgestellt. Aber eine Ecke spannender waren doch die Blicke auf das, was viel später kommt. So wurde beispielsweise Santa Cruz gezeigt.

Santa Cruz Prototyp

Bei Santa Cruz handelt es sich um einen frühen Prototypen, der andeutet, wohin die Reise der Oculus Rift geht. Die Brille könnte künftig kleiner, stylischer und vor allem kabellos sein. Konzeptionell erinnert die Lösung an eine Mischung auf Samsung Gear VR und aktuellen VR-Brillen wie eben der Oculus Rift. Auf der Rückseite befindet sich vermutlich der komplette Rechner, der das Geschehen darstellt. On-Ear-Kopfhörer sind sofort ersichtlich, zusätzlich werden diverse Tracking-Elemente angedeutet. Zwei Tiefenkameras auf der Frontseite, Beschleunigungssensoren und dergleichen stecken ebenfalls im Inneren.

Unklar ist aktuell noch, ob Santa Cruz eine Standalone-VR-Brille wird, die ihr nur aufsetzen müsst, um in VR-Welten einzutauchen. Denkbar ist nämlich genauso, dass die verwendete Hardware nur dazu dient, ausgewählte Berechnungen durchzuführen und Inhalte von einem weiteren Rechner zu streamen. Quasi Cloudgaming für VR. Wäre sicherlich auch nicht uninteressant. Es heißt jedenfalls, dass kein externes Tracking mehr nötig sei, ihr also keine Sensoren aufstellen müsstet – für Room-Scale-Funktionen (Orientierung im Raum).

Wie lange es noch dauert, bis so etwas wie Santa Cruz in den Handel kommen könnte? Völlig unklar. Vor allem, weil  Oculus VR noch andere Baustellen sieht.

VR in den kommenden Jahren

Michael Abrash, Chef der Forschungsabteilung von Oculus VR, wagte einen Blick in die Glaskugel auf der Oculus Connect. Dass alles in den nächsten fünf Jahren besser wird – völlig logisch. So sollen sich die Bildauflösungen der in Brillen verbauten Displays deutlich erhöhen – von derzeit durchschnittlich 1200 x 1080 Pixeln pro Auge bis hin zu 4k x 4k. Der Betrachtungswinkel steigt von üblichen 90 Grad auf bis zu 140 Grad – und das bei niedrigeren Verzerrungen. Präziseres Tracking der Augenbewegungen, detailliertere VR-Szenarien und allerlei Optimierungen erscheinen realistisch. Leichtere VR-Brillen und hoffentlich auch ein WIFI-Standard zur schnellen Übertragung von Daten zwischen Rechner und Headset stehen auf der Wunschliste. Gerade letztgenannter Aspekt führt im besten Fall zu einem Verzicht auf Kabel, einem der ganz großen Ziele der Hersteller – nicht nur bei Oculus VR.

Und da ist noch der gesamte Sektor Software, bei dem gravierende Fortschritte zu erwarten sind. Augmented VR ist ein reizvolles Thema. Beim sogenannten maschinellen Sehen nehmen Computer die realen Umgebungen wahr (durch Sensoren und Kameras) und lassen die gesammelten Informationen in virtuelle Welten mit einfließen. Echte Hindernisse und Objekte werden als solche erkannt und können zum Beispiel vom Spieler verwendet werden. In diese Richtung schielt vor allem Microsoft schon sehr intensiv bei Hololens.

Letztlich reden wir nicht über überraschende Visionen, denn die Wünsche von Oculus VR dürften mit denen anderer Unternehmen in dem Bereich übereinstimmen und nachvollziehbar sein. Bessere Immersion, keine „Strippen“, eine ausgefeiltere Software für mehr Flexibilität. Dass uns potentiell eine KI (Augmented VR) behilflich sein kann, VR intensiver zu erleben – ich denke, genau das wird noch ziemlich spannend und vielleicht auch etwas beängstigend.

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