Orbotix Sphero 2.0

Der Robotic Ball im Langzeittest! Wie lange bleibt der Spaß?

28. Mai 2014 • 10:00 Uhr

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Zwei Sphero. (Foto: GamingGadgets.de)

Vor zirka einem halben Jahr legte ich mir ein Spielzeug zu, bei dem mir relativ schnell klar war, dass ich es eigentlich nicht brauche: den Sphero 2.0 von Orbotix. Dabei handelt es sich um eine etwa Tennisball-große Kugel aus Polycarbonat (einem sehr stabilen Plastik), in deren Inneren sich ein Roboter mit diversen Sensoren befindet. Ihr könnt ihn über das Smartphone oder Tablet steuern, es gibt insgesamt über 30 Apps mit verschiedenen Anwendungsbereichen. Aber wie viel Spaß bereitet der Sphero noch nach sechs Monaten?

Packt ihr den Sphero aus, findet ihr neben der kleinen Kugel eine Aufbewahrungsschale, zwei Rampen, die Anleitung und die Ladestation vor. Da der Sphero selbst keine Anschlüsse besitzt, wird er über Induktion – also rein über die Berührung mit der Ladestation – geladen. Sehr positiv: Orbotix liefert gleich Adapter für verschiedene Steckdosen mit. Eine Aufladung über USB ist leider nicht möglich.

Erste Eindrücke

Nachdem der Sphero aufgeladen war, musste ich ihn natürlich gleich ausprobieren. Mit einem kleinen Klaps wird der Robotic Ball zum Leben erweckt. Er blinkt dann regelmäßig in drei Farben, die bei jedem Sphero anders sind und ihn eindeutig identifizieren. Dann wird er über Bluetooth mit dem Gerät gekoppelt. Erst danach könnt ihr die gewünschte Apps starten. Das ist leider etwas kompliziert, da die Schritte immer wiederholt werden müssen, wenn ihr den Sphero aktiviert.

Packungsinhalt. (Foto: GamingGadgets.de)
Packungsinhalt. (Foto: GamingGadgets.de)

Die erste Fahrt klappte problemlos und machte Spaß. Die Steuerung erinnert ein wenig an ferngesteuerte Autos. Auf Laminat ist die Geräuchkulisse aber extrem laut, glücklicherweise hatte ich mir gleich das Nubby Cover dazugekauft. Es handelt sich dabei um einen „Gummianzug“, der den Sphero fest umschließt und neben der Geräuschdämmung den Grip auf glatten Oberflächen erhöht. Leider wird das Nubby Cover nicht mitgeliefert, ihr müsst es für knapp 17 Euro extra erwerben. In Anbetracht der Tatsache, dass der Sphero 2.0 alleine schon recht happig ist, beispielsweise bei Mobilefun.de an die 120 Euro, hätte so ein Schutz ruhig dabei sein können.

Sphero wird auch als Spielzeug für Haustiere beworben, es gibt mit „Sphero Pet“ eine eigene App für Hunde und Katzen. Meine Erfahrung war da aber leider ernüchternd. Die Katzen in meiner alten WG saßen ganz schnell am höchsten Punkt im Wohnzimmer und beäugten die Leuchtkugel kritisch. Auch der Hund von Sven war nicht wirklich zu begeistern. Vielleicht braucht es da ein Haustier, dessen Spieltrieb eh schon erhöht ist.

Ball als Controller

Der Sphero bei Spielen. (Foto: GamingGadgets.de)
Der Sphero bei Spielen. (Foto: GamingGadgets.de)

Als Controller ist der Sphero wirklich klasse, jedenfalls in den meisten Spielen. Es gibt von Orbotix etwa einen Weltraumshooter, bei dem das Raumschiff durch Neigung der Kugel gesteuert wird. Mit „Flappy Ball“ ist sogar ein „Flappy Bird“-Klon erhältlich, bei dem der Vogel (bzw. hier ein Ball mit Flügeln) durch leichtes Schütteln des Balls angetrieben wird. Das hat mir sehr gut gefallen. Auch andere Anbieter unterstützen den Sphero als Eingabegerät. Ein Klassiker unter den Mobilegames dürfte „Dark Orbit“ sein. Hier müsst ihr eine Disk durch ein Labyrinth geleiten, indem ihr euer Tablet oder Smartphone neigt. Oder ihr haltet den Sphero in der anderen Hand und steuert die Disk damit. Das empfand ich aber gerade in engen Passagen als zu wackelig.

Für die Langzeitmotivation sorgt ein umfangreiches Rollenspiel. Die Geschichte ist schnell erzählt. Die Heimatwelt der Spheros wurde überfallen und ihr übernehmt den letzten freien Sphero, um die Invasion zurückzuschlagen. Dafür müsst ihr trainieren und Aufgaben erfüllen, um stärker und besser zu werden – und das ist durchaus wörtlich zu nehmen. Denn die kleine Kugel ist am Anfang sehr langsam und farblos. Daher sollt ihr verschiedene, abwechslungsreiche Missionen meistern, zum Beispiel „Rolle in 52 Sekunden 50 Meter“, „Schüttle den Sphero heftig für 20 Sekunden“ oder „Stoße 7 Mal in 25 Sekunden an Gegenstände an“. Hier werden alle Sensoren des Sphero gut genutzt. Dafür gibt’s Punkte, die ihr in verschiedene Tricks (z.B. hüpfen), bessere Geschwindigkeit oder neue Farben stecken könnt. Dabei wird die Story fortlaufend vermittelt. Was mir hier sehr positiv aufgefallen ist: Der Spielstand wird auf dem Sphero gespeichert, nicht in der App. So könnt ihr vom Smartphone zum Tablet wechseln und einfach weiter spielen. In das Spiel selbst werdet ihr durch einen guten deutschen Sprecher eingewiesen.

Nicht unerwähnt bleiben sollten auch die Augmented Reality-Spiele. Bei „The Rolling Dead“ wird der Sphero zur feuerspeienden Kugel, mit der ihr Zombies vernichtet. Das Besondere dabei: Die Geschehnisse sieht ihr durch die Kamera eures Smartphones. Es ist schon witzig, wenn ihr die Untoten aus eurem Fußboden krabbeln kommen seht und sie dann vom Sphero überrollt werden.

Loben muss ich auf jeden Fall die Reichweite. Dank Bluetooth 4.0 lässt sich der Sphero auch noch bei 40 Meter Entfernung problemlos steuern. Kontaktabbrüche hatte ich nie, stattdessen bleibt er einfach stehen und ihr könnt ihn dann zurückrollen lassen. Die Akkuleistung ist leider etwas dürftig, nach etwa einer Stunde geht dem Sphero die Puste aus und er blinkt nur noch rot, bevor er wieder auf die Ladestation muss. Ist das Bällchen komplett leer, dauert eine Aufladung bis zu drei Stunden.

Fazit: Gut, aber….

In der Nacht. (FFoto: GamingGadgets.de)
In der Nacht. (FFoto: GamingGadgets.de)

Macht der Sphero Spaß? Das kann ich mit einem ganz klaren Ja beantworten. Die Möglichkeiten sind sehr groß und abwechslungsreich. Aber ihr müsst euch über den Preis bewusst sein. 120 – 130 Euro sind halt nicht gerade wenig.  Die anfängliche Begeisterung klang dann auch schnell bei mir ab.  Sphero bietet dank der etlichen Apps zwar zahlreiche Optionen, aber als Erwachsener fehlt einem doch die Zeit, um diese alle auszuprobieren. Die Spiele sind weitgehend ganz witzig, besitzen aber auf Dauer kein Anreiz, den kleinen Ball öfter zu benutzen. Deshalb landete er recht schnell im Schrank und war für einige Wochen vergessen. Das Problem besitzt wahrscheinlich jedes Gadget, das möchte ich dem Sphero nicht ankreiden.  Für ein Kind als Spielzeug ist er mir dann aber auch zu teuer. Das zusätzlich benötigte Tablet oder Smartphone ist zwar heute in vielen Haushalten zu finden, will aber auch für andere Dinge genutzt werden. Eine autonome Steuerung ähnlich einer Fernbedienung wäre eine tolle Idee.

Spaß - auch für Erwachsene. (Foto: GamingGadgets.de)
Spaß – auch für Erwachsene. (Foto: GamingGadgets.de)

Aber am Ende habe ich doch noch Anwendungsmöglichkeiten für mich gefunden. Ich habe den Sphero immer im Gepäck, wenn ich auf Konferenzen oder Barcamps fahre. Er ist eine gute Möglichkeit, um mit Leuten ins Gespräch zu kommen. Irgendwie ist jeder fasziniert von der kleinen Kugel, wenn sie durch den Raum flitzt. Und das macht den Preis für mich zumindest wieder wett.

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