OTON

Neuartige Konsole mit Beamer produziert eigenständig Spiele?!

3. Dezember 2012 • 0:01 Uhr

Teilen:
OTON bietet quasi alles, was ihr euch vorstellen könnt. (Foto: otonx.com)

Ein wenig klingt die kürzlich von dem Unternehmen EnGeniux vorgestellte Spielkonsole OTON nach einem Fake: Sie soll zu Beginn ähnlich wie Ouya nur 99 US-Dollar kosten, dafür aber erstaunliche Möglichkeiten bieten. Denn eigenen Aussagen zufolge generiert das Gerät selbständig Spielenachschub, ohne dass ihr dafür etwas downloaden oder gar eine Disk einlegen müsst. Zweitgenanntes dürfte eh problematisch sein, denn über ein entsprechende Laufwerk verfügt OTON nicht.

So richtig schlau macht die offizielle Webseite auch nicht. Es heißt, dass Spiele autonom innerhalb von wenigen Minuten erschaffen werden können, ihr entscheidet euch nur für das Genre und kurze Zeit später kann’s losgehen. 2D- und 3D-Titel, Rennspiele, Shooter – all das soll kein Problem darstellen. Zudem wird die neu generierte Software nichts kosten. Aber es kommt noch besser. Viel besser.

OTON soll als teureres Modell eine integrierte Projektionstechnologie bieten, mit der ihr die Spiele an eine beliebige Wand bringen könnt. Eine Spielkonsole mit quasi unendlich vielen Spielen und verbautem Beamer? Das macht gewiss nicht unberechtigt skeptisch.

Den Schöpfern zufolge soll OTON noch mehr können. Android-Spiele dürft ihr verwenden, was den Verdacht nahe legt, dass das Google-Betriebssystem zum Einsatz kommen könnte. Außerdem werden Linux-Spiele unterstützt, und Entwickler können ihre Games auch für OTON anpassen und veröffentlichen. Eine frühe Version des OTON-OS basiert wohl auf der Linux-Distribution Ubuntu (12.10). Offenbar wird es eine Art integrierten Shop geben, denn Spieleproduzenten sollen 100 Prozent des Verkaufspreises erhalten. Die Frage ist also, mit was EnGeniux letztlich Geld verdienen möchte?!

Noch etwas, was diese eierlegende Wollmilchsau auszeichnen soll? Die Spiele passen sich euren Interessen und Vorlieben an, ihr könnt fertige Resultate mit Freunden teilen, weitere Multimedia-Anwendungen (Fotobearbeitung, Edutainment, Webseitenerstellung, Musik kreieren, Filme) sind vorgesehen, ihr könnt mit Kumpels gemeinsam Spiele entwerfen, und der Transfer eurer Werke zu mobilen Endgeräten ist auch möglich.

Details zur verbauten Hardware nennt der Hersteller schon jetzt. Verbaut wird ein Quadcore-Prozessor, der mit vier Rechenkernen und einem Chip fürs Stromsparen versehen ist (4+1), auf einer ARM Cortex-A9-Architektur aufbaut und mit 1,2GHz getaktet ist. Das klingt stark nach einem Tegra 3-Prozessor, wie er im Smartphone- und Tablet- Sektor üblich ist. Hinzu gesellen sich 3 USB 2.0-Ports, ein HDMI 1.4a-Ausgang (1920 x 1200 Bildpunkte), Ethernet-Port, Audioausgänge (SPDIF, Stereo), zwei SD-Kartenslots und 16GB Flash-Speicher. Bessere Modelle der OTON, auch als Premium oder OTON X bezeichnet, erhalten noch eine Motion/Voice-Kamera auf der Frontseite, währen der Projektor auf der Rückseite untergebracht ist.

Und richtig misstrauisch macht diese Innovation, weil die Macher eine Million US-Dollar von euch haben wollen. Statt auf bekannte Plattformen wie Kickstarter oder Indiegogo zu setzen, starteten die Verantwortlichen ein eigenes Crowdfunding-Projekt auf der OTON-Webseite. Zwar läuft die Finanzierungsphase bereits seit kurzer Zeit, nur hat bisher kaum jemand Dollar vorgeschossen – und das, obwohl OTON für frühe „Bäcker“ nur 99 Dollar kostet. Sonst soll man nämlich 179 Dollar (ohne Projektor, das Basic-Paket) bis knapp 580 Dollar (Projektor, zwei Game-Controller, Kamera…) investieren – abhängig von der Konsolen-Variante.

Ich glaube ehrlich gesagt nicht wirklich an OTON. Vom Webseitenaufbau her erinnert die Präsentation des Konzepts einer Kickstarter-Seite – als hätten die Schöpfer die Konsole erst auf dem Crowdfunding-Portal starten wollen, aber es kam nicht dazu. Okay, das ist Spekulation, aber auch so kann ich mir nicht vorstellen, dass daraus etwas wird. Oder vielleicht doch? Eventuell ist es ja „nur“ ein Linux-basierter PC im Spielkonsolen-Gehäuse, auf dem ein cleverer Game Creator als Software vorinstalliert ist? Genau in einem solchen Fall könnte OTON durchaus realistisch sein – schätze ich.

Teilen:



Über Sven

Sven fasziniert seit über 20 Jahren das Spielen in jeder Form. Egal ob Videospiel oder die dazugehörige Konsole - Hauptsache, es blinkt, macht Geräusche und unterhält. Und vor allem sind es Gadgets, die ihn in den Bann gezogen haben. Vom asiatischen Handheld-Klon bis hin zum lebendig anmutenden Roboter - es gibt halt so viele tolle Sachen. Ihr findet den Autor unter anderem auch bei Google+ oder Facebook.


Schlagwörter: , , , ,

Ein Kommentar

  1. Ach, das ist genauso ein Fake und Hoak wie der „Zune X“-Handheld (https://www.google.de/search?q=zunex&ie=utf-8&oe=utf-8&aq=t&rls=org.mozilla:de:official&client=firefox-a), der damals von Mimbee.TV erfunden und dann von allen Webseiten mitels Copy&Paste-‚Journalismus‘ in die Welt getragen wurde.

    „Game developers can earn 100% revenue from their games“ – Allein solche Sätze in der offiziellen Pressemitteilung sagen schon alles aus: ein netter PR-Gag. Leider kursiert der nun schon treudoof durchs Internet. Aber schön, dass du es sehr kritisch hinterfragt hast! Es gibt da ja andere Webseiten, die das als halbe Wahrheit hinstellen.

    Antworten

Kommentar schreiben

2 Pingbacks

  1. 3. Dezember 2012 at 0:12
  2. 24. Dezember 2012 at 14:12