Ouya Everywhere

Aus erfolgloser Spielkonsole wird Gaming-Plattform

4. März 2014 • 10:56 Uhr

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Schade drum? Nun... (Foto: Ouya)

Nach dem Kickstarter-Hype folgte recht schnell Ernüchterung. Ouya entwickelte sich nicht zur erhofften 99-Dollar-Konsole für den Massenmarkt, dafür besaß die Android-Maschine zu viele Defizite.  Ob wie angedeutet dieses Jahr ein Ouya-Nachfolger erscheint? Ungewiss. Aber ohnehin möchten die Verantwortlichen aus der Spielekiste eine Gaming-Plattform für verschiedenste Geräte machen.

Julie Uhrmann, Chefin von Ouya und Mitbegründerin des Unternehmens, das via Crowdfunding Millionen für die Mini-Konsole einsammelte, verriet den Weg in die Zukunft. Schon sehr bald soll man Ouya-Titel spielen können, ohne eine Ouya besitzen zu müssen. Mit Ouya Everywhere, so der Name des Services, erwartet uns eine Plattform, die für Set-Top-Boxen, sicherlich Android-Sticks, TV-Geräte oder vielleicht Tablets und Smartphones vorgesehen ist.  Dabei muss ein Gerät nicht zwangsläufig auf Android setzen. Über diesen Dienst bekommt man Zugriff auf das reichhaltige Ouya-Angebot.

Auf der CES vor einigen Wochen wurde bereits ein erster Deal mit einer noch nicht näher genannten Firma abgeschlossen, schon bald soll eine Lösung vorgestellt werden. Laut Uhrmann möchte man sich aber nicht aus dem Konsolen-Business zurückziehen. Eine Ouya 2 sei vorgesehen, die Hardware würde jedenfalls überarbeitet – wie schon zuletzt der Controller der ersten Ouya.

Letztlich ist ein Ouya Everywhere wohl nötig, um die Bekanntheit und Attraktivität zu erhöhen. Denn sonst haben die Verantwortlichen mittelfristig das Problem, dass kein Entwickler mehr daran interessiert ist, für Ouya Spiele zu entwerfen. Das Angebot von derzeit fast 700 Spielen besteht zum Großteil aus Android-Portierungen, aber über 100 Apps seien Ouya-exklusiv. Nur wenn diese niemand spielen möchte? Rund 33.000 Entwickler-Kits der Ouya wurden weltweit verkauft, über die reale Verbreitung bei den Spielern daheim ist jedoch nichts bekannt. Immerhin konnten besondere, exklusive Produktionen wie „TowerFall“ die Konsolen-Abverkäufe erhöhen – nur genügt das wohl noch lange nicht, um sich zu etablieren. Mit Ouya Everwhere sehe ich zumindest die Chance, dass sich die Reichweite verbessert. Ein Client wie Steam für Windows und MacOS? Als App für Tablets oder moderne SmartTV-Geräte? Vielleicht auch als Bestandteil einer SetTop-Box von Amazon, die Gerüchten zufolge nicht unwahrscheinlich ist? Da geht schon noch einiges – wenn es Ouya richtig macht….

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Über Sven

Sven fasziniert seit über 20 Jahren das Spielen in jeder Form. Egal ob Videospiel oder die dazugehörige Konsole - Hauptsache, es blinkt, macht Geräusche und unterhält. Und vor allem sind es Gadgets, die ihn in den Bann gezogen haben. Vom asiatischen Handheld-Klon bis hin zum lebendig anmutenden Roboter - es gibt halt so viele tolle Sachen. Ihr findet den Autor unter anderem auch bei Google+ oder Facebook.


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3 Kommentare

  1. Hamrath am

    Naja, aber auch dann fragt man sich doch wieder, ob das Sinn für die Entwickler macht. Die können ihre Spiele ja auch gleich für andere Plattformen veröffentlichen. Da braucht es keinen – ich sag jetzt mal – Ouya-Emulator.

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    • Sven am

      Naja, es geht halt immer um Reichweite. Sollten die es schaffen, z.B. 5 Millionen Besitzer von SmartTVs oder 10 Mio einer Amazon SetTop-Box zu erreichen, ist das ein Bereich, der für Entwickler interessant ist. Neue Zielgruppen und so. Ich halte das schon für einen nicht zu unterschätzenden Markt. Da könnten aber halt Apps für Tablets (letztlich ist das ja bei der Ouya nichts anderes..auch nur ne Android-App als Benutzeroberfläche) nebenbei abfallen. Und wieso dann nicht auch eine Windows-Software, mit der man Spiele nutzen kann, die man auf dem TV oder dem Tablet bereits gekauft hat. Quasi ein plattformübergreifendes Google Play nur für Spiele. Die Frage ist halt, ob sie da ne Chance haben…

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  2. Als Crowdfunder käme ich mir da doch etwas veräppelt vor!? Erst soll jedes Jahr eine neue Ouya Konsole herauskommeen, jetzt soll man Ouya-Spiele ohne Ouya spielen können? Ich kaufe mir doch auch keine Xbox oder PlayStation, wenn ich alle Spiele auch auf anderen Plattformen spielen könnte. Gerade die Exklusivtitel machen doch den Reiz an solchen Konsolen aus.

    Was machen die eigentlich mit den Millionen, die durch Kickstarter eingenommen wurden?

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