Panono

Panoramafotografie nur einen Ballwurf weit entfernt

17. November 2013 • 9:58 Uhr

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Ich erinnere mich noch heute an einen Radiobeitrag, den ich vor einigen Jahren hörte: Dort wurde eine Künstlerin aus Berlin interviewt, die eine ganz neue Art des Fotografierens entdeckt hatte. Sie ging in die Mitte eines belebten Platzes, stellte ihren Fotoapparat auf „Selbstauflöser“, warf das Gerät in die Luft und fing es anschließend wieder auf. Mit dieser Technik entstanden eine ganze Reihe seltsam verzerrter Schnappschüsse, die bekannte und alltägliche Orte aus einer ganz neuen und etwas ungewöhnlich anmutenden Perspektive zeigten. In gewisser Hinsicht stellt der Kameraball Panono eine Weiterentwicklung dieser Idee dar.

Statt des Fotoapparates wirft man einen Ball in die Luft, der im Inneren mit Technik geradezu vollgestopft ist: 36 hochauflösende Miniobjektive schießen gleichzeitig je ein Foto, sobald Panono den Höhepunkt seiner Flugbahn erreicht hat. Durch diesen kurzen Moment des absoluten Stillstands, in dem die Fotos gemacht werden, umgeht das Gerät Probleme wie Verzerrungseffekte und Unschärfe. Die Bilder, die mit stolzen 72 Megapixel daherkommen, werden anschließend automatisch in der zugehörigen App hochgeladen, wo sie zu einem 360°-Panorama zusammengesetzt werden.

Der Erfinder und Student Jonas Pfeil hat dabei offensichtlich an alles gedacht: Panono kann auch bei leichtem Regen noch eingesetzt werden, ohne dass die empfindliche Technik beschädigt wird. Außerdem hat er denn Kameraball so konzipiert, dass er auch an einem Stock ganz gezielt in bestimmte Ecken oder Winkel gehalten werden kann – oder ganz konservativ einfach auf Tastendruck Fotos schießt.

Das etwa fußballgroße Objekt befand sich seit 2011 in der Entwicklung und kann ab dem Frühjahr 2014 käuflich erworben  werden. Bisher wird ein Preis von 549 US-Dollar angesetzt – ziemlich knackig, aber sicherlich eine sinnvolle Investition für (Hobby-)Fotografen, die einmal etwas Neues ausprobieren und ihre Arbeit um eine Dimension erweitern möchten.

Wer nun unsicher auf seinen schmalen Geldbeutel schielt, dem empfehlen wir, die für iOS und Android frei verfügbare App herunterzuladen, wo man sich einige Beispielpanoramen ansehen kann. Spätestens dann wird Panono wohl im digitalen Einkaufskorb landen, wenn man an verschiedenen Beispielen das volle Potential der 360°-Fotografie in Aktion bestaunen kann. Doch bis das Gadget regulär erhältlich ist, vergehen noch einige Monate.

Das Team und der Ball. (Foto: Indiegogo)
Das Team und der Ball. (Foto: Indiegogo)

Aktuell sammelt der Berliner Schöpfer mit seinem Team bei Indiegogo 900.000 US-Dollar für die spannende Erfindung ein. Auf dem Crowdfunding-Portal dürft ihr schon jetzt euer Geld vorschießen, wenn ihr den Ball haben wollt.

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