Parrot Minidrone Hydrofoil

Der schwimmende Quadrocopter im Praxistest

14. November 2015 • 14:11 Uhr

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Action auf dem Wasser. (Foto: GamingGadgets.de)

Ein kleiner Quadrocopter, der auch schwimmen kann? Die Parrot Minidrone Hydrofoil geht in die Luft oder düst über das Wasser. Ein tolles „Spielzeug“? Der Praxistest!

Ein wenig klingt die Hyrofoil ja wie aus einem James Bond-Film: Ein flottes Boot, das sich in ein Flugobjekt verwandelt. Und umgekehrt, versteht sich. Doch leider ist die Realität etwas ernüchternder. Letztlich erhaltet ihr nämlich eine reguläre Minidrone, die unter anderem bei Parrots Airbone-Modellen Verwendung findet. Diese wird über eine spezielle Konstruktion an einem Tragflächenboot aus wasserabweisendem Polystyrol befestigt. Ein Wechsel zwischen Luft und Wasser ist nur mit eurer Hilfe möglich. Trotzdem: Die Hydrofoil ist schon ein feiner Spaß.

Vor dem Spielen wird gebastelt. (Foto: GamingGadgets.de)
Vor dem Spielen wird gebastelt. (Foto: GamingGadgets.de)

Ausgepackt und los…gebastelt!

Endlich mal etwas zu tun. Packt ihr die hübsche Hydrofoil-Schachtel aus, findet ihr allerlei Teile, die darauf warten, von euch zusammengesetzt zu werden. Ihr befestigt die Plastikteile an dem Korpus des „Boots“, mit Schrauben und mitgeliefertem Schraubendreher sorgt ihr für eine wirklich ordentliche Stabilität. Die Kurzanleitung hilft bei den ersten Schritten, insgesamt fühlt sich das Konzept sehr logisch und gut durchdacht an. Weniger begeistert bin ich von der bereits kompletten Winzig-Drohne, die ihr an eine für sie vorgesehene Halterung befestigt. Das wirkt nicht gerade stabil, einmal ist sie mir sogar selbständig herausgefallen. Zum Glück befand sich die Hydrofoil zu diesem Zeitpunkt nicht im Wasser. Denn der Quadrocopter selbst ist nicht wasserdicht und verträgt größere Mengen Feuchtigkeit nicht.

Es ist eigentlich eine normale Airborne Minidrone. (Foto: GamingGadgets.de)
Es ist eigentlich eine normale Airborne Minidrone. (Foto: GamingGadgets.de)

Nach spätestens zehn Minuten ist eure Hydrofoil einsatzbereit. Wenn ihr wollt, könnt ihr die lose Drohne in den eigenen vier Wänden oder besser draußen etwas ausprobieren, um ein Gefühl zu erhalten. Gesteuert wird mit der von Parrot bekannten Freeflight 3-App (für iOS, Windows und Android erhältlich), die Hydrofoil sofort erkennt, sobald die Anwendung gestartet und die Drohne eingeschaltet ist. Vor dem Abflug wählt ihr aus, ob ihr den Boot-Untersatz montiert habt oder nicht.

Ab ins Wasser

Ich war mutig und versuchte die Hydrofoil in einem Fluss. Sicherlich wäre ein ruhigerer See besser geeignet gewesen, doch glücklicherweise fielen Strömung und Windstärke sehr gering aus. Richtig interessant ist die Steuerung: Lenkt auf dem Touchscreen nach links, schon schalten sich die zwei linken Propeller ein und navigieren in die entsprechende Richtung. Gleiches gilt für die rechte Seite. Ein Fortbewegen beginnt, sobald ihr den „Takeoff“ startet. Dann gibt die Hydrofoil richtig Gas, der Quadrocopter-Teil schlägt nach oben, und ähnlich einem Luftkissenboot düst das gute Stück ab. Die Drohne befindet sich etwas über fünf Zentimeter über der Wasseroberfläche auf dem Boot, die angegebene Höchstgeschwindigkeit von 10km/h kann ich – rein vom Gefühl her – durchaus bestätigen. Da ist ein ordentlicher „Wumms“ dahinter.

Hydrofoil auf dem Wasser. In diesem Zustand könnt ihr sie nach links oder rechts bewegen durch die Propeller. (Foto: GamingGadgets.de)
Hydrofoil auf dem Wasser. In diesem Zustand könnt ihr sie nach links oder rechts bewegen durch die Propeller. (Foto: GamingGadgets.de)

Nach maximal 15 Minuten (das entspricht an die zwei Akkuladungen) habt ihr die Steuerung gut im Griff. Auffällig ist der ziemlich große Wendekreis, ihr benötigt auf dem Gewässer also genügend Platz und am besten keine Hindernisse. Meine Hydrofoil blieb sogar an Blättern im Wasser hängen, an Ästen sowieso. Zum Glück geschah dies an Orten, die ich mit Stock und in Gummistiefeln noch erreichen konnte. Doch genau das ist eben das Problem: Seid ihr unvorsichtig, dann ist die Hydrofoil 10 Meter von euch entfernt und ihr kommt im Wasser nicht mehr an sie heran. Das ändert euer Nutzungsverhalten gravierend, da ihr sehr achtsam werdet. Aber das senkt den Spaß wirklich nicht.

Der Quadrocopter klappt nach oben, wenn man beschleunigt. (Foto: GamingGadgets.de)
Der Quadrocopter klappt nach oben, wenn man beschleunigt. (Foto: GamingGadgets.de)

Was nicht optimal gelöst ist: Die verbaute Kamera mit VGA-Auflösung ist zum einen wahrlich keine Sensation mehr, zum anderen knipst sie Fotos nur verkehrt herum. Mit einer Software müsst ihr die qualitativ schlechten Resultate noch drehen. Gezeigt wird stets die Rückseite, also nicht einmal das, was ihr von vorne seht. Live-View und andere Spielereien existieren nicht, ihr dürft nur auf Knopfdruck Schnappschüsse schießen. Die Auslösezeit ist dabei auch noch viel zu hoch. Ebenfalls reagierte gelegentlich besagter Takeoff-Button nicht oder ließ sich nicht deaktivieren. Hier musste ich die App beenden und neu starten, um die Hydrofoil wieder in den Griff zu bekommen. Das ist doch keine Lösung, oder?

In der Luft?!

Wie schon eingangs erwähnt, handelt es sich bei der Hydrofoil um eine Airborne-Mini-Drohne, die die Tragfläche als Zusatz erhielt. Wenn ihr wollt, dann könnt ihr den Quadrocopter auch alleine in die Luft bewegen, was gut dank der Freeflight 3-App funktioniert. Ein paar Stunts und Steuerungsmodi stehen ferner zur Verfügung. Dummerweise verschwand bei mir die Option zum Wechseln der Modi (also Flug oder Schwimmen), was zwingend nötig ist. Im Schwimm-Modus kann die Hydrofoil nicht fliegen, da die Propeller anders funktionieren. Ich hoffe, dass die App noch ein Update erhält.

Spielen bei schönstem Herbstwetter. (Foto: GamingGadgets.de)
Spielen bei schönstem Herbstwetter. (Foto: GamingGadgets.de)

Alles in allem aber klappt es mit der Mischung aus Wasser und Luft. In beiden Bereichen taugt die Hydrofoil und lässt in Windeseile gute Laune aufkommen. Der Akku hielt bei meinen Versuchen rund sieben Minuten, einen Ersatzakku kann ich euch nur empfehlen. Das Aufladen dauert weit über eine Stunde, es sei denn, ihr verwendet das separat erhältliche Power-Ladeteil, was rund 30 Minuten für eine Füllung benötigt. Es ist sicherlich nur ein Gefühl, aber subjektiv betrachtet konnte ich auf dem Wasser länger umherfahren als mit der Drohne herumfliegen, was vielleicht an dem geringeren Widerstand liegen könnte.

Fazit: Tolle Idee, hoher Preis, verbesserungswürdige Umsetzung

Ich bin zugegeben nicht ganz schlüssig. Die Hydrofoil macht Spaß – und das ist eigentlich die Hauptsache. Ich baue sie zusammen, lerne sie so kennen und erlebe kurze Zeit später auf dem Wasser meine ersten Abenteuer. Dass ich mit dem Quadrocopter auch fliegen kann – schön und gut, aber irgendwie auch nicht der große Kick, da dies hier eine reguläre, „nackte“ Parrot Minidrone ist. Aber auch das ist zerstreuend bzw. ein netter Zeitvertreib.

Aber da ist eben der Preis: 170 Euro sind happig. Und für diese Summe hätte ich mir zumindest eine wertige Kamera gewünscht. Dazu gesellen sich sichtlich Bugs bei der Software, die ich mir nicht erklären kann. Das mögen zwar Kleinigkeiten sein, aber sie fallen mir auf. Übrig bleibt ein „Gut, aber…“, das ich so an euch weitergeben möchte. Empfindet ihr den Preis als nicht zu hoch und möchtet ihr ein „Spielzeug“ zum Fliegen sowie Schwimmen, ist die Hydrofoil die richtige Entscheidung. Auch, weil es ja keinen Konkurrenten in diesem Bereich gibt. Für einen Nachfolger wünsche ich mir dennoch etwas mehr Flexibilität und Möglichkeiten, vielleicht sogar einen angemesseneren Preis.

Weitere Details erhaltet ihr auf der offiziellen Webseite. Die Hydrofoil ist auch bei Amazon erhältlich.

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