Piston Console

Das ist also die Steam Box? PC-basierte Spielkonsole vorgestellt

11. März 2013 • 11:46 Uhr

Teilen:
Piston individualisiert. (Foto: Xi3 / Facebook)

Valves mysteriöse Steam Box tauchte Anfang des Jahres auf der CES 2013 auf. Zumindest ein möglicher Prototyp der PC-basierten Konsole, die vermutlich in diesem Jahr von diversen Herstellern angeboten werden könnte. Das Unternehmen Xi3 präsentierte einen winzigen PC namens Piston, der kaum größer als drei, vier aufeinander gestapelte Apple TV-Geräte war.  Der kleine, handliche Rechner entstand in Zusammenarbeit mit Valve, der Spieleentwickler und Anbieter des Onlinedienstes Steam investierte Geld in Xi3.

Zwar ist jetzt nicht mehr von der offiziellen Steam Box die Rede, sehr wohl aber von einem fertigen Produkt, das jetzt vorbestellt werden kann. Der Name Piston ist geblieben, der Erfinder der modular aufgebauten Computer auf kleinstem Raum fügt noch die Bezeichnung Console hinzu. Denn die leistungsfähige Maschine soll am besten neben dem Fernseher stehen, um uns dort zu unterhalten. Kosten wird Piston knapp 1000 US-Dollar, Vorbesteller erhalten sogar 100 Dollar Rabatt. Interessant sind auch die technischen Angaben, die eine vermutlich halb so teure PlayStation 4 übertrumpfen könnten.

Die größte Besonderheit, die Xi3 mit Piston und auch den anderen hauseigenen Rechnern offeriert: Ihr könnt später die Hauptplatine austauschen und so euren Rechner auch auf dem aktuellen Stand halten. Das patentierte Design soll es euch leicht machen, immer die neueste Hardware zu besitzen. Sowieso: Die Optik von Piston ist darauf ausgelegt, sich im Wohnzimmer „breit zu machen“. So soll das edle Stück auch perfekt als Heimkino-Player und Highend-Rechner geeignet sein.  Blu-ray- oder DVD- Laufwerk gibt’s allerdings nicht mehr. Verbaut wird ein (maximal) 3,2 GHz schneller AMD-Prozessor der zweiten Trinity-Generation – genauer der A10-4600M (auch R-464L genannt). Eines dürfte klar sein: Während die CPU-Leistung des Quadcore-Chips nicht das Maß aller Dinge darstellt, erwartet uns eine enorm starke GPU. Die angegebene Bezeichnung 464 lässt wiederum auf besagten Prozessor schließen, der standardmäßig mit 2,3GHz getaktet ist und nur im Turbo-Modus 3,2GHz erreicht. Die integrierte AMD Radeon HD 7660G besitzt 384 Shader.

Hinzu gesellen sich in jedem Fall 8GB RAM, mindestens eine 128GB SSD und laut Xi3 ein Betriebssystem nach Wahl – Linux oder Windows.

Ein optimiertes Kühlsystem und ein niedriger Stromverbrauch sollen Piston auch auszeichnen. Dennoch: Zu wenig geht Xi3 ins Detail. Rechtfertigt die Größe bereits den Preis? Wie sehr wird die Konsole zum Beispiel der ebenfalls x86-Hardware basierten PlayStation 4 überlegen sein? Die individualisierbaren Chassis dürften wohl auch nicht DAS Kaufargument darstellen, obwohl das schon für Spieler eine neckische Angelegenheit ist.

So wird die Konsole standardmäßig ausschauen. (Foto: Xi3)
So wird die Konsole standardmäßig ausschauen. (Foto: Xi3)

Wann genau Piston erscheint? Das wird nicht einmal auf der Preorder-Seite ersichtlich. Zu Weihnachten 2013 soll es soweit sein. Von einem weltweiten Release ist übrigens die Rede – für sämtliche Rechner von Xi3, die mir persönlich ausgesprochen gut gefallen. Eine offizielle Steam Box wird Piston aber nicht sein, sondern – wie schon vor ein paar Wochen angedeutet – eher eine von vielen Boxen. Und irgendwie könnte ich mir fast vorstellen, dass die PlayStation 4 in eine ganz ähnliche Richtung geht – sowohl technisch als auch konzeptionell. Nur viel günstiger müsste die Sony-Konsole sein.

Kleines Update: Laut Valve hätte man gar nichts mit Piston zu tun, selbst werkelt man an einem eigenen Prototypen für eine Konsole. Ob das jetzt wirklich stimmt? Kaum zu glauben, schließlich war vor noch nicht allzu langer Zeit die Rede, dass Valve Geld in Xi3 investiert habe…

Teilen:

3 Kommentare

  1. Daniel am

    Hatten wir ein ähnliches Konzept nicht schon einmal mit dem MSX? Und 3DO? Das ist doch gescheitert.

    Antworten
    • Sven am

      Nur weil solche Konzepte damals gescheitert sind, heißt es ja nicht, dass das wieder so passieren wird. Piston ist und bleibt ja ein regulärer Mini-PC. Sowas kann man ja bereits seit Jahren kaufen. Dass die das explizit als Konsole bewerben…tja…vermutlich eher Marketing-Blabla, weil es im Rahmen der Steam Box vorgestellt wurde…

      Antworten
  2. Mit einer 900-1000$ teuren Konsole wollen die PS4 und Xbox720 Konkurrenz machen? Auch wenn bislang noch nicht klar ist, wie teuer die Konsolen von Sony und MS werden, eines ist sicher: sie werden <800$€ kosten, um das Preisdebakel der letzten Konsolenstarts nicht zu wiederholen.

    Kurz: Piston ist jetzt schon zum Sterben verurteilt.

    Antworten

Kommentar schreiben

1 Pingback

  1. 11. März 2013 at 11:03