PlayStation 4

Das erwartet euch! Eine Zusammenfassung!

21. Februar 2013 • 10:54 Uhr

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Der DualShock 4. (Foto: Sony)

Nun ist die PlayStation 4 aus dem Sack. Wie von Sony schon vor Tagen angedeutet, wurde die neue Spielkonsole des Medienkonzerns vorgestellt. Sie heißt offiziell PS4 und möchte das Spielen in eine neue Dimension hieven. Die Präsentation der neuen Technik und der dazugehörigen Funktionen zog sich zwei Stunden hin – und das, obwohl gar nicht mal so viel verraten wurde. Mittlerweile stehen viele Daten fest, einige Aspekte sind aber noch offen – zum Beispiel die Taktung der CPU. Und: es gibt noch KEINE Fotos von der Konsole selbst!

Die Hardware

Sony verbaut einen 8-Kern-Prozessor von AMD, basierend auf der bewährten x86-Architektur. Hart genommen handelt es sich also um einen (womöglich typischen) Chip aus einem Laptop oder Desktop-Rechner. Hinzu gesellt sich eine AMD Radeon-GPU mit 18 Computing Units (1,84 TFLOPS). Erstaunlich ist sicherlich auch, dass man 8GB GDDR5-Speicher spendiert – ein Punkt, der speziell Entwickler zufriedenstellen wird. Das war während der Vorstellung nicht ganz klar, steht aber fest: Ein Blu-ray-Laufwerk wird vorhanden sein, dieses ist mit 6x-Geschwindigkeit (DVD: 8x) deutlich flotter als das der PlayStation 3. Typische Features wie USB 3.0, GBit-Ethernet, WLAN, Bluetooth 2.1, Analog-AV, SPDIF und HDMI-Ausgang runden das Paket ab. Unklar bleibt zum Beispiel, welche maximale Auflösung unterstützt wird. 4K oder Ultra-HD? Wir werden sehen.

Interessant ist sicherlich auch, dass Sony einen separaten Chip in die Konsole steckt, der einzig und allein für das Downloaden von Inhalten und Updates gedacht ist. Während des Spielens werden parallel Dateien bezogen. Auch kann man die Konsole so innerhalb von Sekunden aus dem Standby holen, lange Wartezeiten beim „Hochfahren“ sollen der Vergangenheit angehören. Der Prozessor wird ferner dazu dienen, von Spielen Videos aufzunehmen, die mit Freunden geteilt werden können/sollen. Das ist ein Element, das perspektivisch von großer Bedeutung sein wird.

Nebenbei wurde auch die neue PlayStation-Kamera gezeigt. Diese hört auf den Namen PlayStation 4 Eye und ist dazu fähig, schneller und hochauflösender als Microsofts Kinect 3D-Bilder (1280×800 Bildpunkte, 60fps) zu schießen. Via Gesichtserkennung soll das Einloggen in den eigenen Nutzerbereich möglich sein,  der Mindestabstand ist mit 30 Zentimetern überraschend niedrig und auch für kleinere Spielezimmer geeignet.

Der Controller

Und da wären wir beim neuen PS4-Controller. Dieser ähnelt seinen Vorgängern. Er besitzt jedoch ein Touchpad – ähnlich der Rückseite der PlayStation Vita. Außerdem gibt es auf der Oberseite einen LED-Balken, der verschiedene Farben annehmen kann. Einen Kopfhörer schließt man auf der Rückseite an, ein eingebauter Lautsprecher gibt Töne von sich.

Der Rumble-Effekt soll stärker ausfallen. Und ein spezieller Share-Button dient dazu, während des Spielen Fotos zu knipsen, Videos aufzunehmen oder schnell mit Freunden zu interagieren – zum Beispiel wenn man gerade ein Problem hat und Hilfe benötigt. Ein Teilen der Videos erfolgt über Ustream.

Die Vision

Das neue Menü der PS4. (Foto: Sony)
Das neue Menü der PS4. (Foto: Sony)

Die Sony-Mitarbeiter besitzen die Vision, die PS4 in ein Multimedia-Zentrum für Spieler zu verwandeln. Selbst nennt man das „Mittelpunkt des Gaming-Ökosystems“. Beispielsweise soll es möglich sein, perspektivisch alle PS4-Spiele auch auf der PlayStation Vita weiter zu spielen bzw. via Remote Play problemlos zu streamen. Die Ansätze wurden schon auf der PS3 gezeigt – richtig zufriedenstellend wurde dies nicht umgesetzt. Jetzt sollen sogar Apps für iOS und Android angeboten werden, mit denen man ähnlich wie bei Microsofts Smartglass Zugriff auf Spiele-Inhalte oder den PlayStation Store hat. Oder vielleicht sogar auf anderen Geräten weiterspielen darf?

Doch längst nicht genug: Besagte Community-Ideen mit dem Teilen von Inhalten soll einen zentrales Element darstellen, niemand soll sich mehr alleine fühlen. In der Präsentation hießt es, dass früher Spieler auf der Couch vor einem TV saßen und gemeinsam zockten. Nun soll dies dank perfekter Vernetzung nicht mehr nötig sein – ein trauriger Trend, oder?

Und da ist noch Gaikai. Der Streaming-Dienst, den Sony letztes Jahr erwarb, wird von größter Bedeutung sein. Perspektivisch sollen Spiele, beispielsweise im PlayStation Store, auf Knopfdruck sofort gestartet werden können. Ohne lange Wartezeiten. Videos, Demos, Vollversionen. Und sicher auch Spiele von den drei Vorgänger-Konsolen. Von einer Abwärtskompatibilität ist derzeit übrigens überhaupt nicht die Rede. Aufgrund einer gänzlich anderen Hardware-Architektur kann davon ausgegangen werden, dass man PS3-Disks nicht mehr auf der PS4 verwenden wird können. Dann womöglich als Gaikai-Stream? Nur genau das setzt eine entsprechende Internet-Bandbreite voraus.  Was machen Gamer im ländlichen Bereich? Sogar ich, der in einer Großstadt wohnt, bekommt dank unzureichender Netzabdeckung maximal eine 6000er-Leitung – und diese ist nicht immer stabil. Genügt das für die PS4?

Die Software

Im Rahmen der „Enthüllung“ gab es noch einiges auf die Augen. Die Benutzeroberfläche erinnert stark an den jetzigen PlayStation Store der PS3. Auch werden wohl massig Nutzerdaten gesammelt, um Angebote möglich genau zu personalisieren.  Ansonsten wurden viele potentielle Top-Titel präsentiert, darunter das neue „Killzone: Shadow Fall“, das die technischen Möglichkeiten der Konsole unter Beweis stellte. Erwähnenswert sind noch das Action-Adventure „Knack“ (Sony),  das neue „Infamous: Second Son“, das Community-basierte Rennspiel „Driveclub“ und das kuriose Abenteuer „The Witness“ vom „Braid“-Schöpfer.

Dritthersteller bringen ihre Games natürlich auch auf die PS4, darunter Ubisoft „Watch Dogs“, Blizzard erstaunlicherweise „Diablo 3“ (auch für die PS3) und Activision das neue Bungie-Werk „Destiny“. EA, Take Two oder Bethesda wiederum hatten wohl nichst zu zeigen. Aber die E3 in ein paar Monaten wird wohl hier mehr Klarheit schaffen. Gespannt bin ich persönlich auf Quantic Dreams neue Engine, die in der Lage sein soll, Emotionen doch extrem detailreiche Gesichter bei Spielfiguren darzustellen. Ein richtiges Spiel ist wohl in Arbeit. Viele Exklusiv-Entwicklungen waren noch nicht zu sehen.

Persönlicher Eindruck

Quantic Dream möchte mit Polygonen Emotionen erzeugen. (Foto: Sony)
Quantic Dream möchte mit Polygonen Emotionen erzeugen. (Foto: Sony)

Zwei Stunden Präsentation, bei der am Schluss noch viele Fragen offen blieben? Komplett überzeugen konnte mich die PS4 bisher noch nicht. Denn ich will schon wissen, wie abhängig ich von einer ordentlichen Bandbreite bin. Kann ich die PS4 genauso – sagen wir mal konservativ – nutzen wie die PS3? Inhalte klassisch auf die integrierte Festplatte (wie groß wird die sein? SSD oder HDD?) laden? Und wieso sollte die Remote Play-Funktion jetzt auf der PS4 plötzlich supertoll funktionieren? Die letzten Jahre hätte man dies schon bei der PS3 zumindest halbwegs gut umsetzen können, die Realität sieht auch mit der PS Vita  kaum mehr als halbherzig aus. Immerhin heißt es, dass es keine Gebrauchtspiele-Sperre geben soll. Sofern das BD-Laufwerk überhaupt für Games benötigt wird – auch hierzu gibt’s keine Aussagen von Sony, ob nun quasi reguläre Konsole oder reine Streaming-Maschine mit BD-Player (für Filme?)…

Klar, es mangelt noch an Details, aber es ist ja auch kein Wunder. Denn erst zum Weihnachtsgeschäft 2013 soll die PS4 erscheinen -jedenfalls in den USA. Denn von einem Europa-Release wurde nichts verraten. Genauso könnte sich bei den anvisierten Preisen – 429 bzw. 529 Euro (zwei Varianten wird es wohl geben) – noch etwas ändern. Sicherlich abhängig davon, was Microsoft mit dem Xbox 360-Nachfolger plant.

Wenn sich die durch Gaikai und Share-Features zwangsläufige Onlinepflicht nicht als Problem herausstellt, wird die PS4 von mir eh gekauft. Als hätte ich eine andere Wahl. Aber so richtig glücklich bin ich gegenwärtig noch nicht…

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Ein Kommentar

  1. Danke, dass du erwähnt hast, dass man zum jetzigen Zeitpunkt auch kaum mehr von Sony erwarten kann. Immerhin sind es bis zum Release noch einige Monate. Und warum sollten sie jetzt schon die komplette Katze aus dem Sack lassen? Damit Microsoft noch schnell Ideen für die Xbox 720 kopieren kann? Oder damit schon alles gesagt ist und die Spannung bis zum Winter nicht mehr anhält?

    Trotz der negativen Berichterstattung finde ich Sonys PR-Strategie richtig. So bleibt die Konsole bis zum Schluss im Gespräch und kann noch mit vielen Neuerungen überraschen.

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