PlayStation VR

Project Morpheus erreicht den Massenmarkt

15. September 2015 • 14:11 Uhr

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Project Morpheus? PlayStation VR? Ist der Name nicht egal....? (Foto: Sony)

1 1/2Jahre nach der Ankündigung von Project Morpheus verabschiedet sich Sony von dem Namen für die hauseigene VR-Brille. Die neue Bezeichnung macht deutlich: Das Ziel ist der Massenmarkt.

Klar, wir – die technikaffine Zielgruppe der Early Adopter – haben uns längst an Project Morpheus gewöhnt. Hinter diesem Titel verbirgt sich die VR-Brille aus dem Hause Sony, exklusiv für die PlayStation 4 ist das Zubehör zum Eintauchen in virtuelle Welten gedacht. Ein wenig verwundert die Umbenennung zu Beginn schon, doch die Umbenennung in PlayStation VR kurz vor Beginn der Tokyo Game Show verdeutlicht eines: Sony visiert den Massenmarkt an.

Billiger Einstieg?

Massenmarkt? Is klar, nech? Logo, es geht ums Geldverdienen. Diejenigen, die sich weniger mit Hardware, VR und Trends beschäftigen, werden mit PlayStation VR sicher deutlich mehr anfangen können, als mit einem Project Morpheus, das unweigerlich an „Matrix“ erinnert und schon ziemlich nerdig anmutet. Den Schritt zu diesem Namen halte ich demnach für logisch, nachvollziehbar und naheliegend. Und es wird zunehmend spannend, denn Sony hat hier die vermutlich mit Abstand billigste Lösung zum Einstieg in VR-Welten parat. Obwohl die Mitbewerber von HTC sowie Valve oder Oculus VR noch immer keine Preise kommunizieren, dürften die für PCs gedachten VR-Brillen deutlich teurer werden: Ein leistungsstarker Rechner oberhalb der 1000 Euro ist eine Grundvoraussetzung, dazu gesellt sich die eigentliche Brille. Für PlayStation VR benötigt ihr dagegen ausschließlich eine PlayStation 4, die schon für 400 Euro zu haben ist.

Der neue Name. (Foto: Sony)
Der neue Name. (Foto: Sony)

Bis zum Verkaufsstart von PlayStation VR dürfte sogar die PS4 etwas günstiger geworden sein. Ab Oktober 2015 wird die Konsole in Japan nur noch 34.980 Yen kosten – das entspricht rund 260 Euro. Im besten Fall wird der Einstieg in die virtuellen Welten (also PS4 + PlayStation VR) ab 2016 bei deutlich unter 1000 Euro liegen. Wer bereits eine PS4 besitzt, holt sich nur noch die Brille dazu und kann loslegen. Wenn Sony es hier nicht verpatzt, könnte PlayStation VR gut vorlegen und einen nicht zu maßgeblichen Teil dazu beitragen, Virtual Reality im großen Stil in die globalen Wohnungen zu bringen und so sicherlich auch die Akzeptanz bei Konsumenten sowie Entwicklern zu erhöhen.

Mehr als nur ein neuer Name

PlayStation VR ist in meinen Augen nicht nur ein neuer Name für ein bereits angekündigtes und technisch finales Produkt. Es zeigt vielmehr, wohin für Sony die Reise geht. Mainstream statt freakiges Produkt für Nerds. Sicher sind die Erstkäufer entscheidend für den generellen Erfolg, nur mit einem griffigen Namen können das eben nicht nur die Experten, sondern auch diejenigen sein, die eine Konsole vorrangig zum Zocken von „FIFA“ besitzen.

Und wer das alles nicht braucht: Neue Controller in Gold und Silber (wieso nicht das für Japan angekündigte transparente Gamepad?) sollen nach Europa kommen, die farbigen Wechsel-Faceplates für umgerechnet 20 Euro das Stück wurden für Japan immerhin schon einmal angekündigt. Nichts Großes, aber auch eine Pflege der hauseigenen PlayStation 4, die sich längst zu einer kleinen, ertragreichen Cashcow entwickelt hat.

Zwei von vier Controllern kommen nach Europa. (Foto: Sony)
Zwei von vier Controllern kommen nach Europa. (Foto: Sony)

Ich wollte eigentlich auf diese Floskel verzichten, muss sie dennoch benutzen: Ich bin gespannt, wie es mit PlayStation VR weitergeht. Aktuell fühlt sich das ehemalige Project Morpheus vielleicht nicht nach dem technisch fortschrittlichsten VR-Konzept an, dafür aber nach einem, das man als reales Gerät und ohne großen Installationsaufwand in den eigenen vier Wänden verwenden kann. Und genau das ist es doch, was die „normalen“ Konsumenten erwarten, oder?

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