Poco

Handheld-Konsole, Actioncam, Mediaplayer und vieles mehr als winziges Gerät

27. November 2015 • 14:33 Uhr

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Gaming für die Hosentasche. (Foto: Sinclair)

Winzig klein, aber extreme vielseitig: Poco ist ein Multimedia-Player, eine tragbare Spielkonsole, eine Actioncam und ein Audio-Rekorder. Schick, aber….?

Poco stammt von dem britischen Unternehmen Sinclair Mobile, das via Crowdfunding versucht, Poco zu finanzieren. Mit einem Preis von 299 US-Dollar bzw. 260 Euro ist das Kreditkarten-große Stück Technik allerdings ziemlich teuer – und womöglich etwas zu happig. Dabei klingt die Idee wirklich reizvoll. Ihr erhaltet ein kleines schwarzes Gerät, das einer Digitalkamera sehr ähnelt. Allerdings gibt’s ein paar nette Unterschiede: Auf der Rückseite befindet sich ein 2,8 Zoll großes IPS-Touchscreen-Display (240 x 320 Pixel), alternativ hängt ihr Poco danke Micro-HDMI-Port an einen HDTV.

Multimedia-Zentrale - wenn ihr wollt. (Foto: Sinclair)
Multimedia-Zentrale – wenn ihr wollt. (Foto: Sinclair)

Viele Möglichkeiten

Gut, das ist jetzt keine Besonderheit. Auch die integrierte Action-Cam (Full-HD-Videoaufnahme und Standbilder mit 5 Megapixel) ist sicherlicht nicht der Kick – das kann meine alte Sony-Digicam ebenfalls. Dagegen ist das Anbringen von Zubehör, um Poco ans Fahrrad oder Auto zu hängen, sicherlich praktisch. Doch das Device möchte mehr: Ihr sollt mit ihr spielen können, zwei Analog-Joysticks und diverse Buttons dienen der Eingabe. Möchtet ihr mal nichts zocken, wird Poco zum Hi-Res Musicplayer und Aufnahmegerät. An den drei USB-Ports schließt ihr bei Bedarf Kopfhörer, Mikrofone und anderes Zubehör an.

Nutzt Software vom Raspberry Pi. (Foto: Sinclair)
Nutzt Software vom Raspberry Pi. (Foto: Sinclair)

Was steckt genau für Hardware in dem durchaus schicken Teil? Sinclair verbaut im Grunde Technik von einem Raspberry Pi. Nur hier kommt allen Anschein nach das alte Modell mit Singlecore-Prozessor und 512MB RAM zum Einsatz – der liegt aktuell bei 25 Euro und ist sogar langsamer als der neue, 5 Dollar günstige Raspberry Pi Zero. Durch eine eigene Anordnung der Chips im Gehäuse ist Poco bezogen auf die Hard- und Software kompatibel mit dem Mini-Computer, das Angebot an Games und Emulatoren für Retro-Konsolen dürfte also an sich sehr groß sein. Zusätzlich integrieren die Verantwortlichen ein WIFI-Modul und einen 24bit-Soundprozessor, ebenfalls GPS, ein digitales Barometer und verschiedene Sensoren (Accelerometer, Magnetometer, Gyroskop).

Einfach zu teuer

Poco ist letztlich eine modifizierte Handheld-Konsole mit Raspberry Pi-Innenleben, aber eben ein kommerzielles Produkt für die Hosentasche. Die reinen Hardware-Kosten sollten recht niedrig sein – und genau das ist der Knackpunkt. Die 299 US-Dollar sind dann doch zu hoch gepokert, was eventuell die aktuellen Zahlen bei Indiegogo erklären. Dort sollen 300.000 US-Dollar für die Finanzierung eingenommen werden – nicht einmal 10 Prozent hat man bisher erreicht. Ob’s noch klappt? Das wird sich zeigen. Denn mir zumindest gefällt der Ansatz sehr gut.

Weitere Einzelheiten erhaltet ihr bei Indiegogo und auf der Hersteller-Webseite.

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