Project Shield

NVIDIA bringt PC-Spiele auf eigene Handheld-Konsole

7. Januar 2013 • 10:19 Uhr

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Ein großer Controller mit Display dran. (Foto: NVIDIA)

Ein klein wenig war der Schritt vom Chiphersteller NVIDIA abzusehen. Nachdem die hauseigene Tegra-Chipsätze im Mobil-Sektor Fuß fassen konnten, schiebt das Unternehmen jetzt ein eigenes Gerät nach. Project Shield ist dabei eine Handheld-Konsole, die enorm mächtig zu sein scheint – bezogen auf die Möglichkeiten und die technische Ausstattung.

Kurz vor der Präsentation von Project Shield kündigte NVIDIA Tegra 4 für Smartphones und Tablets an. Der Quadcore-Prozessor mit 72 GPU-Kernen soll eigenen Angaben zufolge der schnellste Mobil-Chip derzeit sein. Dieser wird in der tragbaren Spielkonsole verbaut, eine ähnliche Leistungsfähigkeit wie die PlayStation Vita ist anzunehmen. Zudem verfügt Project Shield über einen 5 Zoll großen HD-Display mit 294dpi und einer Auflösung von 1280×720 Bildpunkten. Reguläre Buttons und Analogsticks – sehr ähnlich dem Xbox 360-Gamepad – fehlen natürlich nicht. Ansonsten gibt’s garantiert einen HDMI-Ausgang (der 4K-Auflösungen unterstützt!), einen microSD-Kartenslot, einen Audio-Anschluss (3,5mm) und USB.

Der Touchscreen soll dank einer sogenannten Tegra-4-Direct-Touch-Technologie präziser und flüssiger als normale Touchscreen-Geräte funktionieren. Heißt es. Suboptimal dürfte die Berührungs-Bedienung schon sein, schließlich ist der große Controller noch davor platziert. Hinzu gesellt sich ein portables Lautsprechersystem mit Bassreflex und abgestimmten Mitteltonlautsprechern. Als Betriebssystem setzt man voll auf Googles Android.

In erster Linie richtet sich Project Shield an Core-Gamer, die nicht nur „Angry Birds“ (in 4K – haha) spielen wollen. Und hier hat Nvidia mehrere Asse im Ärmel: Zum einen wird man – wie schon bei aktuellen Tegra 3-Geräten – in der hauseigenen TegraZone passende Apps für anspruchsvolle Spiele anbieten.

In einer ausgiebigen Präsentation zeigten die Verantwortlichen zahlreiche PC-Spiele wie „Assassin’s Creed“ oder „Need for Speed: Most Wanted“. Möglich wird dies durch eine spannende Technologie: Schnurlos sollt ihr aktuelle PC-Games von eurem Heimrechner auf Project Shield und damit auch an euren HDTV (dank HDMI) streamen können, sofern ihr über eine GeForce GTX-650-Grafikkarte in eurem Computer stecken habt. Wie genau das funktioniert? Sicherlich ähnlich wie bei der PlayStation 3 und der PS Vita oder gar bei der Wii U – über WLAN. Project Shield gewährt auch den Zugang zu Valves Steam – praktisch. Schon jetzt steht übrigens fest, welche PC-Hardware für diese neckische Besonderheit benötigt. Angaben hierzu findet ihr auf der offiziellen Webseite.

Für recht sicher halte ich es, dass der hauseigene Cloudgaming-Service Grid zum Einsatz kommen könnte, auch weil er ebenfalls auf der CES 2013 noch einmal vorgestellt wurde.

Weder über Preise noch über einen Veröffentlichungszeitraum verrät NVIDIA aktuell etwas. Dafür holte sich der Konzern einige namhafte Spieleentwickler ins Boot, darunter Ubisoft, Epic Games („Unreal Engine“) oder Meteor Entertainment („Hawken“) sind mit dabei. In der Pressemeldung von NVIDIA geben diese sich überzeugt von der unglaublichen Leistung von Project Shield – aber das ist ja keine Überraschung.

Besagte Produktpräsentation lohnt sich übrigens anzuschauen. Faszinierend sieht das gute Stück schon einmal aus. Nur ob es mit einem Release dieses Jahr klappt? Zu einem vernünftigen Preis? Und sollte ich in meinen Rechner eine neue GeForce-Grafikkarte stecken? Ich bin gespannt, was da auf uns zukommt….

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