Q-Pad MK-85 Red Switch

Robust, kompakt und gut! Der Praxistest

13. Oktober 2012 • 9:00 Uhr

Teilen:
Da ist sie - die MK-85 von Q-PAD. (Foto: GamingGadgets.de)

Der schwedische Hardware-Hersteller Q-Pad hat zwar schon rund 20 Jahre auf dem Buckel, tritt aber erst seit kurzer Zeit in Deutschland gegen die Konkurrenz an. Das Markenzeichen der Schweden: robuste und schnörkellose Hightech-Peripherie für den Pro-Gamer. Ich habe mir das Q-Pads Keyboard-Flaggschiff MK- 85 MX-Red Switch mal genauer angesehen.

Das MK-85 ist eine mechanische Tastatur und setzt sich damit deutlich von herkömmlichen Keyboards ab. Während diese nämlich eine Art Gummimatte unter der Tastatur haben, besitzen die „Mechas“, wie sie von den Fans genannt werden, für jede Taste elektrische Kontakte. Die Vorteile: schnelles Anschlagverhalten und hohe Langlebigkeit. Eine „Mecha“ wie die MK-85 ist beispielsweise für bis zu 50 Millionen Anschläge pro Taste geeignet. Besonders Gamer schätzen dies, weil oft nur bestimmte Tasten häufig genutzt werden. Die verwendete Tastentechnik kann allerdings ein Nachteil sein, denn durch das Fehlen eines Druckpunkts und der Lautstärke beim Tippen eignet sich ein „Mecha“ nur bedingt für die Büroarbeit.

Ausgepackt und angeschaut

Die MK-85 wird gut und sicher in einer mit Schaumstoff gepolsterten Verpackung angeliefert. Der erste Eindruck: Diesem robusten und mit 1,2 Kilo schweren Hartplastik-Gehäuse kann so leicht nichts passieren. Die dunkle, matte Oberfläche ist für jegliche Fettflecken unempfindlich und insgesamt wirkt das Gehäuse sehr wertig. Nichts klappert oder wirkt fehl am Platz. Das schnörkellose Layout schlägt sich auch in den kompakten Maßen wieder. Mit 44,7 × 14,8 × 3,3 cm nimmt sie auf dem Schreibtisch wenig Platz ein.

Erst wenn die Handballenauflage angesteckt wird, kommen 6,5 cm dazu. Hier gibt es einen ersten kleinen Kritikpunkt, denn die Verbindung zwischen Auflage und Keyboard wirkt ungewöhnlich billig. Auf jeden Fall solltet ihr nicht allzu häufig die Auflage an- und abbauen. Dagegen sorgen zwei Gummistreifen unterhalb des Keyboards zusammen mit dem Gewicht für einen sicheren Stand.

Attraktiv und wertig - abgesehen von der Handballen-Auflage. (Foto: Q-PAD)
Attraktiv und wertig – abgesehen von der Handballen-Auflage. (Foto: Q-PAD)

Das Keyboard-Layout erfüllt mit 105-Tasten den Windows-Standard. Allerdings verzichtet der Hersteller auf der rechten Seite zugunsten eines „Fn“-Keys auf die sonst übliche Windowstaste. Als Zubehör liegen vier orangene Caps für die WASD-Tasten inklusive einem kleinen Werkzeug und eine Software-CD bei. Oben rechts finden sich Anschlüsse für Mikrofon und Kopfhörer per 3.5 MM-Klinke sowie zwei USB-Geräte. Die MK-85 selbst wird per USB und Plug&Play an den PC angeschlossen.

Das kann die MK-85

Braucht nicht jeder, sieht aber prima aus. (Foto: GamingGadgets.de)
Braucht nicht jeder, sieht aber prima aus. (Foto: GamingGadgets.de)

In der Praxis erfüllt die Tastatur alle Erwartungen. Egoshooter wie „Borderlands 2“ oder Echtzeitstrategie wie „Starcraft 2“ werden dank der schnellen Reaktionszeiten bei der Tasteneingabe mit Leichtigkeit gemeistert. Dazu müsst ihr nicht einmal die Tasten bis zum Anschlag drücken, sondern knapp bis zur Hälfte. Möglich wird dies durch die extrem leichtgängigen MX-Red Schalter von Cherry, die in der MK-85 eingebaut sind. Sie sind sehr selten anzutreffen, bieten aber für Spieler das Nonplusultra in Sachen Geschwindigkeit, gerade im Vergleich zu den langsameren „Blue“, „Brown“ oder „Black“-Varianten.

„Ghosting“ dürfte für Besitzer der MK-85 ein Fremdwort bleiben. In einer hektischen Partie kann es schon mal vorkommen, dass man mehrere Tasten gleichzeitig drückt und so die Eingabe blockiert. Q-Pad verhindert dieses „Ghosting“ durch das sogenannte n-Key-Rollover. Das „n“ steht hierbei theoretisch für eine beliebige Anzahl von Tasten, die gleichzeitig gedrückt werden können. In der Praxis sind dies bei der MK-85 sechs Tasten, die aber mehr als ausreichend für ein schnelles RTS sind. Normale Tastaturen packen in der Regel nur zwei Tasten, Keyboards mit PS/2-Anschluss dagegen zwölf. Die „Bremse“ im vorliegenden Fall ist der USB-Anschluss.

Schnickschnack

Ein paar Extras konnte sich Q-Pad nicht verkneifen. Eine vierstufige Tastenbeleuchtung sorgt für Übersicht bei dunkler Umgebung. Die Tasten F1 – F6 eignen sich mit der Zweitbelegung als Multimediatasten für grundlegende Abspiel-Funktionen. Per F12 wird der sogenannte Gaming-Modus aktiviert und damit die Windowstaste abgeschaltet. Mit der leicht zu bedienenden Software lassen sich bis zu zehn Tastenmakros mit Delay-Zeiten aufzeichnen und auf fünf Profile verteilen. Nett, muss aber nicht sein.

Fazit

Perfekt zum Spielen, aber... (Foto: Q-PAD)
Perfekt zum Spielen, aber… (Foto: Q-PAD)

Die MK-85 ist das Gegenstück zu einem Volvo: robust, schnörkellos und gut verarbeitet. Für Hardcore-Gamer lässt das Q-Pad-Prunkstück kaum Wünsche offen. Aufgrund des Gewichts steht das Keyboard bombensicher und dank der MX-Red Schalter fliegen die Finger über die Tastatur. Ob sie wirklich 50 Millionen Tastenanschläge aushält? Ich weiß es nicht, aber nach rund zwei Wochen im Hands-on habe ich keinen Grund zum Zweifeln.

Etwas anders sieht es im alltäglichen Gebrauch aus. Beim Schreiben von längeren Texten werden die verwendeten Schalter zum Nachteil. Da ein Druckpunkt fehlt, kommt es häufig zu Schreibfehlern. Dies ist zwar Gewöhnungssache, aber wenn ihr das Keyboard nicht nur zum Spielen verwendet, solltet ihr lieber auf die ebenfalls erhältliche „Brown“ – Variante setzen. Sie bildet einen guten Mittelweg zwischen den pfeilschnellen „Red“-Switches und dem Druckverhalten einer normalen Tastatur. Pfeiftöne beim Benutzen des Audio-Anschlusses oder Verzögerungen bei Benutzung des USB-Hubs, wie andere Webseiten berichten, habe ich nicht bemerkt.

Trotz dieser Kritikpunkte ist die MK-85 eine herausragende Tastatur für ambitionierte Spieler. Mit 150 Euro liegt sie zwar am oberen Rand für ein Keyboard, aber Verarbeitung und schnelle Reaktionszeiten rechtfertigen die Anschaffung für die Ewigkeit.

Teilen:

Keine Kommentare

Kommentar schreiben

1 Pingback

  1. 13. Oktober 2012 at 9:10