RetroN 3

Drei Retro-Spielkonsolen in einem Gerät? Der Praxistest!

4. Juni 2012 • 12:07 Uhr

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Die Spielkonsole für drei Konsolen-Klassiker. (Foto: GP2X.de)

Man kennt das ja: Irgendwann geht alles einmal kaputt, selbst so unverwüstliche Klassiker wie die geliebten Retrokonsolen. Die Firma Hyperkin schafft Abhilfe, ganz abseits von halbgaren Emulatoren. Die RetroN 3 vereint drei Konsolen in einem Gerät: NES, Megadrive und SNES. Diese auf den ersten Blick irrsinnige Kombination wurde nur möglich, weil die Lizenzen der Originale inzwischen ausgelaufen sind.

Erstaunlicherweise funktioniert das sogar ganz gut. Allerdings sollte man den Design-Schock schon verdaut haben, den die Hyperkin-Macher verbrochen haben. Billiges Plastik in knalligem Rot oder Grau – es kommt ganz darauf an, für welche Farbe man sich entscheidet. Das Resultat bleibt gleich, nämlich ein ziemlich hässliches Stück Hardware.

Aber kommen wir zu den inneren Werten. Die RetroN 3 spielt nahezu anstandslos jedes Modul ab. Selbst „Starfox“ wird geschluckt, und nur mit ein paar Sonderfällen wie „Virtua Racing“ für das Megadrive gibt es Probleme. Dann bleibt der Bildschirm komplett schwarz. Ansonsten funktioniert die Bild- und Soundausgabe sehr gut, sieht man von den Gelbstichen beim NES oder einem etwas blechernen Sound einmal ab. Wichtiger ist da schon, das die Spiele ruckelfrei und fehlerlos laufen. Eine echte Überraschung, wenn man das billige Äußere betrachtet.

Die Anschlüsse können sich sehen lassen. Composite und S-Video für die Bildausgabe und je zwei Original-Gamepad-Anschlüsse für die jeweilige Konsole. Wichtig: Bei SNES und Megadrive unbedingt auf den deutlichen schärferen S-Video-Ausgang setzen. Ein Fehlgriff sind dagegen die beiden beiliegenden, kabellosen Gamepads. Hier merkt man wieder die mangelhafte Produktqualität: miese Handhabung, gruseliger Empfang. Da macht es schon Sinn, wenn man auf die Originalcontroller oder Nachbauten von Tomee zurückgreift, die beide anstandslos von der RetroN 3 akzeptiert werden.

Am besten, man holt sich noch die SNES-Controller-Alternativen dazu. (Foto: GP2X.de)
Am besten, man holt sich noch die SNES-Controller-Alternativen dazu. (Foto: GP2X.de)

Was, wenn nun auch die Module den Geist aufgeben? Auch dafür gibt es Ersatz. Das sogenannte Everdrive-Modul fungiert als eine Art Speichermedium für ROMs und wird vom gleichnamigen Hersteller für SNES und Megadrive angeboten. Dazu wird die passende Platine einfach in ein Orginalmodulgehäuse eingesetzt und mit einer SD-Card bestückt. Eine simple Sache, wenn man die entsprechenden Webseiten kennt. Aber Vorsicht: Spätestens hier wandelt man als Spielefan in einer Grauzone, Stichwort Raubkopien. Zwar erlaubt der Gesetzgeber Sicherungskopien, doch reicht es offiziell nicht, wenn man das Original besitzt. Legal kann man das Everdrive oder andere ROMs nur nutzen, wenn man die Kopien selbst angefertigt und keinen Kopierschutz dabei geknackt hat.

Davon abgesehen bilden RetroN 3 und Everdrive die ideale Kombination für den Retrofan. Eine solide Emulation steht dabei schlechtem Design und mangelhaften Controllern gegenüber. Alles Dinge, mit denen man leben kann, wenn das liebste Stück nach rund 25 Jahren den Geist aufgibt.

RetroN3 ist beispielsweise bei Gpx2.de für knapp 70 € erhältlich. Die Everdrives kosten zirka 100 Euro und ein Tomee-Controller liegen zwischen 10 und 15 Euro.

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Ein Kommentar

  1. Bernhard Meister am

    Ja, die Vorteile des „RETRON 3“ wurden hier ausführlich erläutert, jedoch kein einziger Satz zu dem extrem stinkenden Geruch, den das Material dieser Clone-Konsole absondert. Das kann man in einigen Foren nachlesen oder gerne selbst mal dran schnuppern, wenn man sich ein „RETRON 3“ zulegt. Dieses gewaltige Manko hat mir leider den Spass an dieser, von der technischen Seite absolut tollen, Clone-Konsole verdorben und mein „RETRON 3“ fristet seit längerem ein Dasein im Keller in einer luftdichten Box. Denn dieser beissende chemische Gestank ist auf Dauer nur schwer auszuhalten und sicherlich auch nicht gerade förderlich für die Gesundheit des Users. Daher kann ich als zusammenfassendem Kommentar nur sagen: Tolle technische Umsetzung und einwandfreies Laufen der SNES und MEGADRIVE Module, einige Abstriche bei der Kompatibilität des NES muss man machen, JEDOCH, gewaltiges Minus für den ekligen Geruch, der auch nach Jahren leider nicht weggeht.

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