Samsung Gear VR

So verwendet ihr Cardboard-Apps auf der VR-Brille!

25. Dezember 2015 • 11:11 Uhr

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Mehr Apps für Gear VR. (Foto: Sven Wernicke)

Ihr nutzt bereits eine Samsung Gear VR, wundert euch aber darüber, dass Apps für Google Cardbard nicht funktionieren? Mit diesem Trick klappt es doch. Und das ganz ohne Root.

Besitzt ihr ein Samsung Galaxy S6, S6 Edge, S6 Edge+ oder das Note 5, ist der Einstieg in die virtuelle Realiät dank der Gear VR recht günstig. Für an die 100 Euro könnt ihr euch die VR-Brille zulegen und dank des integrierten Angebots von Oculus Filme, Spiele, Demos und dergleichen erleben.

Schön, aber wieso klappt es nicht mit den zahllosen Anwendungen für Googles Pappbrille Cardboard? So weit sind doch beide Lösungen nicht voneinander entfernt? Der Grund ist ein einfacher. Samsung verhindert bewusst die Verwendung von Cardboard-Spielen, um Konsumenten mehr oder weniger dazu zu zwingen, sich mit dem Angebot aus dem Oculus Store abzufinden. Allerdings könnt ihr mit wenig Aufwand und geringen Kosten den Mehrwert von Gear VR gravierend erhöhen.

Erhöht den Mehrwert der Gear VR. (Foto: Sven Wernicke)
Erhöht den Mehrwert der Gear VR. (Foto: Sven Wernicke)

Kleine Änderung mit großen Auswirkungen

Das Problem: Steckt ihr euer Smartphone in die Gear VR-Brille, startet selbständig die zuständige Gear VR-App, in der ihr direkt das auswählt, das ihr ausprobieren wollt. Es bleibt also keine Chance, zum Beispiel eine Cardboard-App zu starten und das Telefon dann in die Gear VR einzusetzen, da das Programm sofort beendet wird.

Genau dieser Aspekt bedeutet auch: Die „Autostart“-Funktion muss weg. Nach etwas Recherche fand sich schnell eine hilfreiche Lösung: Die App Package Disabler.

Das Programm kostet im Google Play Store aktuell 1,70 Euro und ist meiner Auffassung jeden Cent wert. Aber ich möchte euch warnen: Als Einsteiger werdet ihr mit Optionen konfrontiert, die die Funktionsweise eures Smartphones beeinträchtigen können. Experimentiert also nicht mit Aspekten herum, die ihr nicht versteht. Das Tool ist in der Lage, überflüssige (oder eben wichtige) Programme von Samsung-Smartphones zu deaktivieren und so beispielsweise die Akkulaufzeit zu verlängern. Das ist im schlimmsten Fall nicht ganz ungefährlich. Ich möchte mich daher nur auf das für euch Relevante beschränken.

  1. Nach Kauf, Download und Installation von Package Disabler erhaltet ihr nach dem Start eine Liste aller vorhandener Apps.
  2. Da die Suchfunktion innerhalb von Package Disabler nicht besonders gut funktioniert, scrollt ihr bis zur Stelle „Gear VR Service“.
  3. Tippt auf das Icon. Fertig! Mehr müsst ihr nicht tun.
  4. Beendet die App und startet eine beliebige Google Cardboard-Anwendung
  5. Sobald zum Beispiel das Spiel läuft, steckt euer Smartphone in die Gear VR-Brille und legt los.

Einschränkungen

Bei meinen Experimenten stellte ich fest, dass einige Google Cardboard-Apps nicht wirklich gut mit Gear VR harmonieren oder das Bild falsch dargestellt wird. Andere dagegen funktionieren tadellos, beispielsweise „InMind VR“, „VR Roller Coaster“, Titans of Space“, „View-Master: Wildlife“, „A Time in Space“, „Lamper VR“ oder „Deep Space VR“.

Nicht zum Laufen bekam ich dagegen die offizielle Cardboard-App oder Street View, dafür klappt es mit CardBoard Camera recht gut. Erstaunlich ist in jedem Fall: Dort, wo ihr für Cardboard eine Taste benötigt, könnt ihr fast immer das Touchpad der Gear VR verwenden. Technisch gesehen wäre es also überhaupt kein Problem, Cardboard und Gear VR zusammenzubringen und so das Angebot für Samsungs Brille gravierend zu erhöhen. Im Google Play Store finden sich schließlich Unmengen an Virtual Reality-Spielereien und sehr ambitionierte Projekte, die ihr nur über diesen Umweg verwenden dürft. Aber: Es geht zu großen Teilen. Nicht immer perfekt, doch das findet ihr am besten selbst heraus. Sucht gleich noch nach „Virtual Reality“-Apps und nicht nur nach Cardboard – das Angebot ist mittlerweile mehr als reichhaltig und ihr seid jetzt nicht mehr limitiert.

Die View-Master: Wildlife-App funktioniert jetzt auch mit Gear VR. (Foto: Sven Wernicke)
Die View-Master: Wildlife-App funktioniert jetzt auch mit Gear VR. (Foto: Sven Wernicke)

Solltet ihr Cardboard-Apps nicht gut erkennen können (Unschärfe, sehr wackelig, gestauchtes Bild), empfehle ich euch den Download der Google Cardboard-App und die Einrichtung dieser. Verwendet hierfür diesen QR-Code (für das S6, klappt aber auch mti dem S6 Edge). Damit erhöht sich die Qualität ungemein, da beispielsweise der Linsenabstand berücksichtigt wird.

Zurück zum Anfang

Ein Tipp zum Schluss: Möchtet ihr zurück zum Standard, also zum Oculus Store von Samsung, startet den Package Disabler und wählt im Menü (rechts oben) den Punkt „Alle deaktivierten anzeigen“ aus. Tippt auf „Gear VR Service“, aktiviert das Programm und alles ist wie zuvor. Toll dabei: Weder das Rooten noch andere komplexe Maßnahmen sind erforderlich. Wie schön, oder?

Habt ihr noch ein paar VR-Tipps parat? Welche Apps benutzt ihr denn so?

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