Snail Games OBox & W3D

Neue Spielkonsole? Gaming-Smartphone? Das erwartet euch!

6. Januar 2015 • 15:31 Uhr

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Die OBox und W(3D) wurden jetzt offiziell präsentiert. (Foto: Snail Games)

Man hat das Gefühl, als sei es mittlerweile eine Leichtigkeit, Spielkonsolen auf Basis des Android-Betriebssystem in den Handel zu werfen. Und jetzt versucht es auch noch ein Browserspiele-Hersteller? Doch die stationäre Spielemaschine OBox sowie das Gaming-Smartphone W3D klingen nicht unattraktiv.

Ungewöhnlich ist allein der Hersteller: Snail Games ist vor allem in China ein erfolgreicher Browserspiele-Entwickler, der mittlerweile auch recht erfolgreich Hardware produziert und der fünfgrößte Mobilfunkanbieter des Landes ist. Diese Tatsache führte vermutlich zum nächsten Schritt: eigene Spielkonsolen für unterwegs und daheim.

Statinäre Konsole: OBox

Nicht Xbox, sondern OBox. Einfallsreich ist der Name sicherlich nicht, dafür allerdings hinterlässt die schon vor einiger Zeit durchgesickerte Grundidee einen cleveren Eindruck. Denn Snail Games serviert eine modulare Plattform, bei der Besitzer zumindest die Festplatte selbst wechseln können. Einem älteren Dokument zufolge kann optional sogar der Prozessor getauscht werden, sollte dies einmal erforderlich sein. Auf der CES war davon bisher nicht die Rede, dafür aber von mehreren Modellen: So sind Fassungen mit verschiedenen Festplattengrößen angedacht – von 500GB bis 4TB. Ebenso soll es zwei Editionen mit unterschiedlich getakteten SoCs zur Verfügung stehen.

Erstaunlich groß, oder? (Foto: The Verge)
Erstaunlich groß, oder? (Foto: The Verge)

In jedem Fall kommt Nvidias Tegra K1 zum Einsatz, der für mobiles Gaming ohnehin optimiert ist. Er werkelt unter anderem im Shield Tablet, die 64bit-Fassung des Chips im Nexus 9. Eigentlich schade, dass Snail Games nicht gleich den frisch auf der CES 2015 angekündigten Tegra X1 verwenden möchte, er wäre sicherlich enorm leistungsstark und könnte womöglich sogar Xbox One und PlayStation 4 Paroli bieten. Der K1 dagegen ist ebenfalls sehr flott, übertrumpft er doch ohne weitere die Xbox 360 und die PlayStation 3. Zumindest theoretisch, denn nur wenige Spiele unterstützen die visuellen Möglichkeiten, die die modifizierte Kepler-GPU mit sich bringen.

Ersten Informationen zufolge soll das Einstiegsmodell der OBox bei 99 US-Dollar liegen, die beste Ausstattung kostet knapp 500 US-Dollar. Ob diese Summe dann noch angebracht ist? Das muss sich zeigen. Allgemein kann die Konsole 4K und 3D ausgeben, dank Android-Basis ist das Software-Angebot in der Theorie riesig. Vorausgesetzt, Snail Games gewährt den Zugriff auf Google Play. Das ist gegenwärtig noch nicht bekannt.

Interessant ist ein weiteres Detail: Gerade in China ist das hauseigene Onlinespiel „Age of Wushu“ ein wahrer Hit. Die knapp sechs Millionen aktiven Spieler sollen eine spezielle Portierung für die OBox erhalten. Man möchte diese also motivieren, für ihr Lieblingsspiel eine neue Hardware zu kaufen. Das könnte mit etwas Glück klappen, wenn die Konsole im 2. Quartal 2015 im Heimatland des Konzerns erscheint. Im 3. Quartal folgt die Veröffentlichung in den USA und Mexiko. Ob es die Spielemaschine nach Europa schafft? Das ist noch unklar.

Mobiles Gaming mit W3D

Snail Games hat ebenfalls eine mobile Spielkonsole im Stil der PlayStation Vita parat. Das W3D ist allerdings ein Smartphone mit 5,5 Zoll großem Full-HD-Bildschirm, der 3D-Inhalte ohne entsprechende Brille darstellen kann. Möglich wird dies durch ein Linsenraster (lentiklares Display), das jedem Auge Inhalte in einer Auflösung von 960 x 1080 Bildpunkten präsentiert. Laut Golem besitzt das W3D einen Betrachtungswinkel zwischen 50 und 70 Grad, was durch die 5 Megapixel-Frontkamera mit Infrarot erreicht wird.

Recht groß ist auch das W3D. (Foto: Toms Hardware)
Recht groß ist auch das W3D. (Foto: Toms Hardware)

Der Hersteller verbaut ferner einen Octacore-Chip von MediaTek (MTK6595 mit 2.2GHz), 2GB RAM, DualSim, 16GB Flash-Speicher und einen microSD-Kartenslot (maximal 64GB). Mit einem 4000 mAh großen Akku ist das Gamer-Smartphone sicherlich angemessen ausgestattet. Passende Buttons, vier Schultertasten, Steuerkreuz, zwei Analogsticks und natürlich ein Touchscreen fehlen nicht.

Bisher ist auf den CES-Modellen Android 4.4 installiert. Ob ein Update auf Android 5.0 folgt? Aktuell unklar. Als sicher gilt dagegen, dass auch eine Fassung ohne 3D-Funktionen vorgesehen ist – das heißt dann Snail Games W.

Im Februar 2015 ist eine Veröffentlichung in China angedacht, der US-Markt ist danach an der Reihe.

Wohin geht die Reise?

Letztlich stellt sich mir die Frage, ob Snail Games in der Lage ist, beide Geräte auch ordentlich zu pushen und für eine entsprechende Produktqualität zu sorgen. Bezogen auf den Ansatz klingt vor allem die OBox sehr gut, wir kennen allerdings die bisherigen Ergebnisse anderer Firmen. Ich verweise hier nur auf die Ouya oder MOJO von Mad Catz. Ähnliches bei dem Gaming-Smartphone. An sich klingt das alles reizvoll, nur auch hier gab es in der Vergangenheit etliche Versuche anderer Firmen – von JXDs Gaming-Tablets bis hin zu Snakebyte Vyper oder gar dem wenig erfolgreichen (aber guten) Shield Tablet. Ob es Snail Games besser machen kann? Ehrlich: Ich bin neugierig.

(via & via & via)

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