Snapdragon VR820

Die Zukunft der mobilen VR-Brillen?!

3. September 2016 • 12:22 Uhr

Teilen:
Alles drin, was man braucht. (Foto: Qualcomm)

Es ist spannender, als es auf den ersten Blick klingen mag. Der Chiphersteller Qualcomm präsentierte mit Snapdragon VR820 seine VR-Brille. Und die bietet einiges.

Auf der IFA in Berlin stellte Qualcomm seine „Standalone VR“-Lösung vor, die von anderen Herstellern künftig genutzt werden kann, um eigene Brillen bzw. Head-Mounted-Displays (HMDs) zu produzieren. VR820 ist also eine Referenz-Plattform, die neben der Hardware auch über ein eigenes VR Software Development Kit für Entwickler verfügt. Das Ziel ist es, basierend auf Qualcomm-Prozessoren einen Standard zu etablieren, was sicherlich auch im Interesse zahlreicher Firmen und ggf. Konsumenten sein dürfte.

Controller-Komponenten an der Seite? Wie bei der Gear VR. (Foto: Qualcomm)
Controller-Komponenten an der Seite? Wie bei der Gear VR. (Foto: Qualcomm)

Mehr als nur ein Prozessor

Interessant an Snapdragon VR820 ist die technische Basis. Das Herz ist der Snapdragon 820, der zu den leistungsfähigsten Mobil-Prozessoren der Gegenwart und nahen Zukunft gehört. Dieses SoC übernimmt sämtliche Rechenaufgaben. Die Brille selbst erhält zusätzlich zwei Innenkameras für Eye-Tracking, eure Augenbewegungen werden also berücksichtigt. Zusätzlich befinden sich auf der Vorderseite zwei Kameras für 6DOF. Das heißt: Eine Orientierung im Raum ist zumindest theoretisch möglich. Vier Mikrofone, Gyroskop, Beschleunigungssensor und Magnetometer gehören auch zum Standard.

Über die Linsen und das Display ist nichts bekannt. (Foto: Qualcomm)
Über die Linsen und das Display ist nichts bekannt. (Foto: Qualcomm)

Snapdragon VR820 könnte man durchaus als Gegenpol zu den Bestrebungen von Samsung bzw. Oculus VR (Gear VR) und Google (Google Daydream) ansehen. Gerade zweitgenannter Konzern möchte ebenfalls eine offene Plattform für mobiles VR etablieren und ist mit Cardboard schon seit geraumer Zeit emsig dabei. Ob sich VR820 und Daydream vereinbaren lassen? Das werden die kommenden Wochen und Monate zeigen. Zumindest hat Qualcomm bereits eine Referenz am Start: Pico Neo ist das erste Produkt, das auf VR820 basiert. Weitere dürften in absehbarer Zeit folgen.

Brillen von anderen Herstellern werden folgen. (Foto: Qualcomm)
Brillen von anderen Herstellern werden folgen. (Foto: Qualcomm)

Es stellt sich ohnehin nach wie vor die Frage, wohin die Reise bei VR geht. Ansätze wie Daydream oder auch VR820 möchten Nutzer nicht mit Kabeln gängeln oder hohen Preisen abschrecken, die Basis bleibt Hardware, die allerdings nicht mit Oculus Rift und HTC Vive konkurrieren kann. Hier sind räumliche Ortung und sehr viel eindrucksvollere VR-Welten möglich, dafür sind die Einstiegshürden groß. Schließlich sind die Anschaffungskosten sehr hoch.

Teilen:

Keine Kommentare

Kommentar schreiben

1 Pingback

  1. 19. November 2016 at 12:11