T3+

Was taugt ein Smartphone-Controller für 8 Euro?

30. April 2016 • 9:23 Uhr

Teilen:
So hässlich ist er nicht. (Foto: GamingGadgets.de)

Was nichts kostet, ist nichts wert. Das kennen wir ja. Also taugt ein Game-Controller für Smartphones oder Tablets für läppische 8 Euro garantiert nichts, oder? Schauen wir uns doch mal den T3+ an…

Beim Händler Gearbest erhaltet ihr den T3+ Bluetooth Controller für Android- und iOS- Geräte für 8,99 US-Dollar inklusive Versand aus China. Das entspricht etwas über 8 Euro. Ich habe wirklich keine Ahnung, wer hier noch etwas verdienen soll. Denn der Onlineshop möchte was abhaben, genauso die Logistikunternehmen. Ach, der Hersteller vermutlich auch. Und trotzdem könnt ihr euch das Gamepad für diese Winzigsumme nach Hause holen, hierzulande zahlt ihr für das technisch identische Modell von Intsun mehr als doppelt so viel. Verrückt. In beiden Fällen ist das Gebotene voll okay. Mich überraschte das schon.

Wirklich rutschfest sind die Stellen nicht. (Foto: GamingGadgets.de)
Wirklich rutschfest sind die Stellen nicht. (Foto: GamingGadgets.de)

Ausgepackt

Der T3+ trudelte bei mir solide verpackt ein, allerdings war die Hülle leicht verbeult. Geschenkt, der Controller selbst war gut geschützt. Mit dabei sind ein USB-Kabel und eine Anleitung in Englisch sowie Chinesisch. Laut offiziellen Angaben eignet sich das gute Stück für PC, Android, Smart-TV-Geräte, Streamingplayer wie Fire TV und iOS-Devices wie iPhone und iPad. Möglich wird dies durch Bluetooth 3.0, was für den Normalgebrauch völlig genügen dürfte.

Typisches Layout. (Foto: GamingGadgets.de)
Typisches Layout. (Foto: GamingGadgets.de)

Der Ersteindruck war eigentlich vollkommen in Ordnung. Der T3+ liegt gut in der Hand und orientiert sich beim Layout am Xbox 360-Controller. Die beiden Analogsticks wirken sogar recht wertig, deutlich billiger fühlen sich das Steuerkreuz und die Buttons an. Immerhin gibt’s vier Schultertasten, Start, Select und Home. Letztgenannter Schalter dient dem Einschalten und Umstellen der Modi. Dem recht niedrigen Gesamtgewicht ist es zu verdanken, dass nicht unbedingt der Eindruck entsteht, ein überaus wertiges Produkt in den Händen zu halten. Aber auch hier möchte ich auf den Preis verweisen. Insgesamt passt das schon, wirklich. Weniger schön ist dagegen das fehlende CE-Prüfzeichen, was für den Verkauf hierzulande eigentlich nötig wäre.

Ausreichend viele Tasten. (Foto: GamingGadgets.de)
Ausreichend viele Tasten. (Foto: GamingGadgets.de)

Konfiguration

Zugegeben: Das Manual ist unbrauchbar, weil viele Fragen unbeantwortet bleiben. Beispielsweise, wie das Umschalten der jeweiligen Modi ordnungsgemäß funktioniert. So könnt ihr auf Android-Geräten zwischen Gamepad- und Maus -Modus wechseln, ebenfalls existiert eine Tastatur-Option. Und für iOS wird der ICADE-Modus angeboten. Zumindest theoretisch, denn laut Anleitung genügt es, nach dem Koppeln (5 Sekunden Home-Taste gedrückt halten und mit Device verbinden) die Home-Taste zum Wechseln zu betätigen. Praktisch konnte ich nur zwischen Gamepad und Maus switchen. Wieso? Das erfuhr ich nicht einmal bei der Recherche im Netz.

Das Steuerkreuz fühlt sich nicht besonders toll an. (Foto: GamingGadgets.de)
Das Steuerkreuz fühlt sich nicht besonders toll an. (Foto: GamingGadgets.de)

Aber: Möchtet ihr den T3+ ausschließlich als Game-Controller für Spiele verwenden, ist das alles egal. Standardmäßig klappt das Verbinden mit einem Smartphone oder Tablet problemlos, auch mein Streamingplayer am HDTV und mein Laptop erkannten das Eingabegerät. Ausprobiert hatte ich es mit dem Samsung Galaxy S6 Edge, dem iPhone 5, einem Cat Helix Tablet, dem Fire TV und einem Surface 3 Pro. Bei längeren Sessions liegt der T3+ noch gut in der Hand, Verbindungsabbrüche hatte ich nicht. Und der 500 mAh starke Akku, der sich via USB aufladen lässt, hält ohne weiteres etliche Stunden.

Fazit: Wenn ihr keine großen Ansprüche habt…

Ja, ich bin nach wie vor erstaunt darüber, wie günstig der T3+ ist. Für diese schmale Summe wird euch zwar nicht viel geboten, aber auch kein totaler Murks serviert. Der Controller erfüllt seinen Zweck für Spielchen zwischendurch. Ich hab ihn beispielsweise für meine Gear VR genutzt, da ich keine 60 Euro für das offizielle Samsung-Gamepad zahlen wollte. Auch am PC klappte das Spielen, wobei mir hier gefühlt eine gewisse Latenz auffiel. Schwerwiegender ist für manche vielleicht der Wechsel zum Keyboard- oder iCade-Modus, was einfach nicht klappen wollte. Wieso? Eine Erklärung fand ich nicht.

Liegt gut in der Hand. (Foto: GamingGadgets.de)
Liegt gut in der Hand. (Foto: GamingGadgets.de)

Braucht ihr einen simplen Controller ohne Schnick Schnack – greift nicht zu tief in die Geldbörse. Der T3+ reicht. Für ein paar Euro extra erhaltet ihr übrigens eine Plastikhalterung für Smartphones, wenn ihr wollt.

Danke an Gearbest für die Zusendung des T3+.

Teilen:

Kommentar schreiben