The Pretender Project

Mit Kinect, Oculus Rift und Stromschlägen Menschen steuern

16. Juli 2014 • 16:41 Uhr

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Auch ein anderes Geschlecht ist möglich. Damit werben die Macher explizit. (Foto: Vimeo)

Da hat Yifei Chai von dem Imperial College London mit The Pretender Project eine seltsame Idee umgesetzt: Schlüpft dank Kinect, Oculus Rift, Stromschlägen und eigens entwickelter Software in die Haut einer fremden Person, die ihr auch steuern dürft.

Für The Pretender Project werden zwei Probanden benötigt: Der eine ist der „Experiencer“, der die Oculus Rift-VR-Brille trägt und zugleich den anderen Nutzer steuert. Dazu werden die Bewegungen des „Experiencers“ mittels Kinect aufgenommen und in 40- bis 80- Volt- Stromstöße „übersetzt“. Diese wiederum spürt derjenige, der ferngesteuert wird. Somit kann der Nutzer mit Oculus Rift die andere Person kontrollieren – auf gewisse Weise zumindest.

Konzeptionell ließ sich Yifei Chai von dem psychologischen Phänomen des Proteus Effect inspirieren. Bei diesem übernimmt man die Verhaltensweisen eines virtuellen Avatars, was häufig in Videospielen von Bedeutung ist. Die technische Basis wiederum stammt von The Machine to be Another. Bei diesem Experiment konnten Männer und Frauen dank Oculus Rift und Kameras ihre Geschlechter virtuell tauschen. Die Weiterführung dieses Gedanken soll es Leuten ermöglichen, in die Rollen von Agenten, Stars oder normalen Menschen auf der anderen Seite der Welt zu schlüpfen. Skurril ist der Gedanke irgendwie schon – und das offizielle Video passt gut dazu…

Aus The Pretender Project wird wohl in Zukunft kein Produkt, das ihr kaufen könnt. Irgendwie erinnert mich diese Idee ohnehin an so manche SciFi-Filme. Ich weiß nicht so recht…

(via)

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3 Kommentare

  1. Hamrath am

    Mh, was ich ziemlich mies von Yifei Chai finde, er weist nicht darauf hin, dass sein Video im „besten“ Falle als zusammengeklautes Konzeptvideo zu sehen ist. Der „Ausschnitt“ mit den Boobs ist aus einem Collegehumor-Sketch von 2009 (das habe ich an einem der Schauspieler erkannt, nicht an den Brüsten. ;) https://www.youtube.com/watch?v=nJNXCpfDrNo) und die Actionszenen sind aus einem Musikvideo der Band Biting Elbows, das wegen seiner coolen Szenen letztes Jahr für ziemliches Aufsehen gesorgt hat

    . Ich nehme an, den Rest findet man auch auf den bekannten Videoplattformen.

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    • Sven am

      Okay, das ist in der Tat sehr mies, eben weil er es so nicht erwähnt. Das wäre ja nun wirklich nicht zu viel verlangt gewesen, die Quellen zu nennen. Andere Videos zu benutzen, um ein eigenes Produkt vorzustellen, finde ich nicht problematisch, aber Angabe der Originale sollte für alle eine Selbstverständlichkeit sein. Andererseits: Er ist halt kein Journalist. Immerhin gibt’s auf seiner Vimeo-Seite noch ein paar Techdemos

      , die etwas das Konzept zeigen…also da steckt schon mehr dahinter, als ne „Video-Kollage“, denke ich.

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